Ich faul, deswegen …

… alter Text. Wohl bekomm’s.

Niemals verwechsle ich Moränen mit Muränen. Ich freue mich immer darüber, kommt mir mal das eine eine oder das andere in den Weg, weil man die beiden doch so leicht verwechseln kann. Sitze ich also im superbiederen Kongressrestaurant am Zürichsee, höre mit dem einen Ohr, wie Herr Melville über Moränen referiert, höre mit dem anderen Ohr Led Zeppelins »Whole Lotta Love« in einer Live-Version und denke dazwischen: »Ich verwechsel ja niemals Moränen mit Muränen. Wie toll!« Dabei verspeise ich schwedische Torte.
Vielleicht liegt es daran, dass ich Muränen im Gegensatz zu Moränen unheimlich finde. Nicht, dass mir Muränen je was getan hätten oder dass ich gar mal einer leibhaftig begegnet wäre, aber als Kind sah ich den Film »Die Tiefe«. In dem werden gleich mehrere Taucher von einer Muräne angefallen, nachdem man durch total romantisch schwebende Korallenrifffische geschwommen ist. Glaube ich. Kinder kann man durch sowas ja noch aufs Glatteis führen. Erst einen liebreizenden Unterwasser-streichelzoo zeigen und dann blutrünstige Bestien aus Felsspalten schnellen lassen. Sähe ich den Film heute, würde ich gähnen, weil ich um dramaturgische Mittelchen weiß und zudem noch weiß, dass das Buch, auf dem der Film basiert, von Peter Benchley ist. Der Mann hat vorher schon den weißen Hai ins soziale Aus gestellt. Wie auch immer, jedenfalls haben sich garstige Erinnerungen an Muränen in meinem Denken abgelagert. Abgelagert ist hier auch mal ein doofes Wort, bin ich doch dadurch versucht, einen mäßigen Witz im Dunstkreis von »Erinnerungsendmuräne« zu reißen. Ich lass es.
Apropos Fische: Ein ehemaliger Kollege von mir verwechselte Lemminge lange Zeit mit Fischen. Oder anders: Er glaubte, Lemminge seien Fische. Das war ein großes Hallo, als ich ihm die Wahrheit präsentierte. Der gleiche Kollege betitelte Bielefeld auch mal als das »Herz des Ruhrgebiets«. Dabei wissen wir alle, dass Bielefeld nicht existiert, schon gar nicht im Ruhrgebiet. Die logische Schlussfolgerung wäre: Das Ruhrgebiet ist herzlos. Könnte ich gelten lassen, mir nämlich schnuppe, doch ich fürchte, Tausende von Kumpels stehen dann bald vor meiner Tür und malen mit Spitzhacken Protestsongs in die Luft, die von Herbert Grönemeyer simultangesungen werden. Das wäre mir nicht schnuppe. Also behaupte ich: Das Herz des Ruhrgebiets ist Herne. Wegen der Lage und wegen des Autokennzeichens HER. Menschen aus Dortmund, Bochum oder Essen sollen nur kommen und motzen, denen sage ich, dass ein Herz mal gerade 0,5 Prozent des Körpergewichts ausmacht. Danach ist Ruhe.
Apropos Essen: Ein anderer Kollege wäre gerne nebenberuflich Obermufti im Pressereferat von Essen. Aus Jux und Dollerei würde er die ganze Stadt mit Plakaten pflastern, auf denen dann Zeugs wie »Essen ist fertig!«, »Essen schmeckt!«, »Essen macht dick!« oder »Gut Essen!« oder so steht. Gäbe es entsprechende Anfeindungen, würde ich noch »Komm nach Essen, dort mundet’s besser!« vorschlagen. Und wenn man auf Nummer Sicher gegen will, schreibt man »dort mundet’s« eben zusammen und groß.
Ich bin übrigens sehr glücklich, dass ich nicht in Essen wohne und dass Essen noch dazu nicht an der Ruhr liegt, denn wäre beides gegeben, müsste ich dauernd an schlimmen Durchfall denken.

Geschrieben von Petra am 30. August 2010 | Abgelegt unter Schwall ins All | 5 Kommentare

Eines der besten …


… Stücke, die ich in den letzten Jahren gehört habe.

Geschrieben von Petra am 31. Juli 2010 | Abgelegt unter Musik | 6 Kommentare

Erster Stresstest

Neulich (Samstag!) zusammen bei Ikea gewesen. Und ich wollte niemanden zwischenzeitlich umbringen. Nicht mal eine von diesen hippen Müttern, die meinen, mit zwei krakeelenden Kindern im oder am Einkaufswagen hätte man im Gedränge automatisch Vorfahrt beziehunsgweise ein grundsätzliches Recht auf Arschigkeit. Ach, die gehören mindestens durchgängig verhauen. Die Mütter wohlgemerkt, nicht die Kinder.
Mit Einkäufen und trotzdem entspannt wieder daheim angekommen. Gegessen, gelacht, gegruselt*. Alles prima! Auch wenn mir natürlich aufgefallen ist, dass er gleich beim Betreten des Ladens auf halbe Gehirnkapazität geschaltet hat und insgesamt eher teilnahmslos wirkte. Natürlicher Schutzmechanismus, vermute ich. Wünschte, ich könnte das auch. Aber irgendeiner von uns beiden musste ja Bettwäsche und Lampe aussuchen und die elenden Duftkerzen bewusst ignorieren.

*Er findet Alan Wake** großartig, kennt Twin Peaks aber noch nicht. Jedenfalls noch lange nicht in Gänze.
**Ist großartig, keine Frage. Aber wer auch immer bei Remedy für diese Steuerung verantwortlich ist, gehört mindestens einen Tag lang mit Nadine Hurley in ein Gardinenfachgeschäft eingesperrt. Ohne Wattebäusche und ohne Öl.

Geschrieben von Petra am 26. Juli 2010 | Abgelegt unter Zwischenmenschliches | 14 Kommentare

30?

Wenn sich Frauen einen neuen Haarschnitt zulegen, dann kommen nicht selten Bemerkungen wie »Macht dich zehn Jahre jünger!« oder vergleichbar Charmantes. Ein entweder in einer Zeitschleife gefangener oder einfach nur überaus freundlicher Kollege fragte jüngst nach Betrachten meiner farblich überarbeiteten und frisch gestutzten Zottel (jetzt bedeutend weniger zottelig), wie alt ich denn mittlerweile sei. 30? Ich hab’ sehr gelacht und gleichzeitig gedacht, dass ich selbst mit jugendlichen 30 noch immer 4,5 Jahre älter wäre als er. Und dann hab’ ich noch mehr gelacht, allerdings über mich und die Männerschablone, die jahrelang in meinem Kopf lagerte und die er mit einem Handstreich weggewischt hat.

Geschrieben von Petra am 10. Juli 2010 | Abgelegt unter Zwischenmenschliches | 7 Kommentare

It’s OK

Der Vollständigkeit halber die erste Single des (hoffentlich) bald erscheinenden neuen Underworld-Albums. Dass der Song beim ersten, zweiten und vielleicht sogar noch beim dritten Hören sehr nach »Uuuuund die nächste Rrrruuuunde rückwärts!« klingt, muss man einfach … öhm, überhören. Das legt sich, ich versprech’s.
(Prima übrigens auch, wie zielsicher der Abspiel-Button des Video platziert ist.)

Geschrieben von Petra am 8. Juli 2010 | Abgelegt unter Musik | Keine Kommentare

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