Der Dunkelkammer-Effekt
Wenn man den Tag über mit Menschen zusammengepfercht ist, die über PC-Spiele lesen, über PC-Spiele reden, über PC-Spiele schreiben, über PC-Spiele fluchen und schlimmerdings auch noch PC-Spiele spielen, stellt sich das ein, was mein Kunstlehrer einst den Dunkelkammer-Effekt nannte. Man vergehirnalbert. Er, der Kunstlehrer, nannte das deswegen so, weil wir oder irgendein anderer Leistungskurs oder seine Tante Trude aus Buxtehude samt Anhang (meine Erinnerung ist nur eine Erinnerung an eine Erinnerung) nach einem langen Tag in einer Dunkelkammer (nein, nein, meine lieben Freunde sexueller Blindentastgärten, hier ist kein Darkroom gemeint) vergehirnalberte. Die Masse, der kleine Raum, die Dunkelheit... Wie sich das bei uns, den anderen oder den Tanten und Onkels des Lehrers äußerte, vermag ich nicht zu sagen. Wie sich das unter Berufsspielern äußert, vermag ich indes genau zu sagen. In Worten (Achtung, die Doppeldeutigkeit erschließt sich gleich.)
Kollege X beispielsweise betritt die Flure mit einem fröhlichen Schalömmdömm auf den Lippen. Und verlässt sie mit einem Tschüssikowski. Kollege Y versieht einen Zettel, auf dem man ihn darum bittet, irgendwas zu brennen, mit folgender Verbesserung: Das heißt »Burn0r me«! Kollege Z tendiert dazu, den ohnehin schon bekloppten 1337-Speak-Slang auf seine Art zu verfeinern. Lollinger ist nur einer dieser Auswüchse. Und so sehr man sich auch wehrt, so sehr man strampelt, um sich schlägt und sich die Ohren mit lauter Musik verstopft -- es geht nicht spurlos an einem vorbei. Zumal ich ohnehin ganz schlecht im Wehren bin. Dem Rest der Bande geht es übrigens ebenso. Und es kommt, wie es kommen muss: In besonders schwachen Momenten schallen Lollingers, Lollikowskis, Schalömmdömms, Tschüssingers und gar Tschüss0rs über den Flur. Darauf folgt wie üblich der Atomro(t)fflinger.
Ich liebe meinen Job. Wo sonst kann man auf so angenehme Art dem Wahnsinn anheim fallen? In solch exquisiter Gesellschaft?
Kollege X beispielsweise betritt die Flure mit einem fröhlichen Schalömmdömm auf den Lippen. Und verlässt sie mit einem Tschüssikowski. Kollege Y versieht einen Zettel, auf dem man ihn darum bittet, irgendwas zu brennen, mit folgender Verbesserung: Das heißt »Burn0r me«! Kollege Z tendiert dazu, den ohnehin schon bekloppten 1337-Speak-Slang auf seine Art zu verfeinern. Lollinger ist nur einer dieser Auswüchse. Und so sehr man sich auch wehrt, so sehr man strampelt, um sich schlägt und sich die Ohren mit lauter Musik verstopft -- es geht nicht spurlos an einem vorbei. Zumal ich ohnehin ganz schlecht im Wehren bin. Dem Rest der Bande geht es übrigens ebenso. Und es kommt, wie es kommen muss: In besonders schwachen Momenten schallen Lollingers, Lollikowskis, Schalömmdömms, Tschüssingers und gar Tschüss0rs über den Flur. Darauf folgt wie üblich der Atomro(t)fflinger.
Ich liebe meinen Job. Wo sonst kann man auf so angenehme Art dem Wahnsinn anheim fallen? In solch exquisiter Gesellschaft?

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