Mittwoch, März 03, 2004

Nachträglich

Wenn man morgens um 5.54 Uhr an der erstklassigsten Stelle aus einem erstklassigen Traum gerissen wird, weil der innere Terminkalender mit Nachdruck darauf hinweist, dass man am Vortag vergessen hat, der Mutter zum Geburtstag zu gratulieren, sie dann nach einigem Grübeln um 6.15 Uhr anruft und sich urplötzlich seit Monaten das erste vernünftige Mutter-Tochter-Gespräch im Anschluss an die nachträglichen Geburtstagsgrüße und weinerlichen Entschuldigungen entfaltet, hat man wider Erwarten einen ziemlich okayen Start in den Tag hingelegt. Und sie hat nicht einmal »Und, was macht die Liebe?« gefragt. Hätte sie mich weiterschlafen lassen, hätte ich ihr vielleicht sogar eine diffuse Antwort auf die nicht gestellte Frage geben können.