Bisschen albern ist es ja schon, an einem Sonntag Vormittag im beschneeten Spätherbst durch den entblatteten Forst zu stapfen, dabei mörderisch laut via Mp3-Player The Trees* von Pulp zu hören und nicht dem Drang widerstehen zu können, mitzusingen. Geht Petra-intern als Grabgesang durch, weil...
...in nördlicheren Gefilden kreiselt gerade der Winter wie ein Derwisch über die Landschaften und schüttet reichlich Flockiges aus seinen Flatterärmeln. Münster gestern stromlos. In den Niederlanden insgesamt 800km Stau. Und in einem kleinen Dorf nahe Wipperfürth? Da streckte eine gigantische Eiche nach kurzem Kampf gegen die weißen Massen ihre Äste, kippte mit einem durch die Krone geraunten »Na gut, das war es also« einfach um. Nein, nicht einfach, sondern auf meiner Eltern Haus. Aber das ist mir verhältnismäßig (Dach)latte. Der Baum ist es nicht. Der war wundervoll. Der herrschte über den wildbewucherten Hang, klaute den kleinen Tannen, den Stachelbeersträuchern, den Hecken, dem ollen Apfelbaum und den etwas jüngeren Kirschbäumen das Licht. Wurde nur knapp von den riesigen Fichten überragt, die weiter oben stehen. Die bei Sturm eine Gruselfilm-würdige Soundkulisse schaffen. Nun herrschen sie, die Fichten -- leidlich bedroht von einer Eichen-ähnlich gigantischen Buche. Doch die steht sehr hangrandig, sehr unwichtig. Wo kraxeln nun die Kleiber im Winter rauf, in welchen Ästen trifft sich die örtliche Eichelhäher-Gang? Wo lauern die Sperber den Singvögeln auf? Wo wandert mein Blick hin, wenn ich an Weihnachten am Küchentisch sitzend aus dem Fenster schaue. Wahrscheinlich genau da hin. Wo der Baum nicht mehr ist. Verdammte Scheiße!
*Übrigens ist die erste Zeile des wundervollen Songs die absolut passendste hier. Nur war das nie ein Luftgewehr. Sowas macht man mit 'ner Kleinkaliberbüchse.
...in nördlicheren Gefilden kreiselt gerade der Winter wie ein Derwisch über die Landschaften und schüttet reichlich Flockiges aus seinen Flatterärmeln. Münster gestern stromlos. In den Niederlanden insgesamt 800km Stau. Und in einem kleinen Dorf nahe Wipperfürth? Da streckte eine gigantische Eiche nach kurzem Kampf gegen die weißen Massen ihre Äste, kippte mit einem durch die Krone geraunten »Na gut, das war es also« einfach um. Nein, nicht einfach, sondern auf meiner Eltern Haus. Aber das ist mir verhältnismäßig (Dach)latte. Der Baum ist es nicht. Der war wundervoll. Der herrschte über den wildbewucherten Hang, klaute den kleinen Tannen, den Stachelbeersträuchern, den Hecken, dem ollen Apfelbaum und den etwas jüngeren Kirschbäumen das Licht. Wurde nur knapp von den riesigen Fichten überragt, die weiter oben stehen. Die bei Sturm eine Gruselfilm-würdige Soundkulisse schaffen. Nun herrschen sie, die Fichten -- leidlich bedroht von einer Eichen-ähnlich gigantischen Buche. Doch die steht sehr hangrandig, sehr unwichtig. Wo kraxeln nun die Kleiber im Winter rauf, in welchen Ästen trifft sich die örtliche Eichelhäher-Gang? Wo lauern die Sperber den Singvögeln auf? Wo wandert mein Blick hin, wenn ich an Weihnachten am Küchentisch sitzend aus dem Fenster schaue. Wahrscheinlich genau da hin. Wo der Baum nicht mehr ist. Verdammte Scheiße!
*Übrigens ist die erste Zeile des wundervollen Songs die absolut passendste hier. Nur war das nie ein Luftgewehr. Sowas macht man mit 'ner Kleinkaliberbüchse.

8 Comments:
Hmmm...nu i hoff doch trotzdem das dem Haus nicht allzu viel passiert ist...
Und nu rafft der Schnee so ganz einfach so n Stück Zeit dahin...hm wobei Zeit kostet er doch genug.
Morgens, auf dem Weg wohin auch immer mich das Auto bringt und wenn ich wieder heim flieh auch...
Aber laute Musik hilft da immmer....
"And right now Babylon de pon me case."
...komisch das sich noch keiner beschwert hat..wobei mir das sowas von egal wär...
"Big City Life,
Me try fi get by,...."
Schade, es schneit grad nicht...
Es war einmal ein kleiner Baum,
am Anfang sahen sie ihn kaum.
Doch irgendwann wurd er zum Trumm,
da sägten sie ihn einfach um.
Der Baum ist wenigstens eines "natürlichen" Todes gestorben...meinen Lieblingsbaum haben sie vernichtet...
Neisly written.
schade, wenns so was alehrwürdig-bekanntes einfach so umhaut...
Ähnliches letztes Jahr in Herkenrath passiert. Da hat der neue Grundstücksbesitzter eine 80 Jahre alte Kastanie auf unserer Ecke absägen lassen. Die blöde Sau. Wenn du mal von Köln über die A4 und dann über Moitzfeld zurück nach Wipperfürth gefahren bist hast du dass bestimmt auch bemerkt.
@gloomy: danke.
@grumblwantz: du meinst nicht das wundervolle baummonster oben nahe der ampel, oder? meiner erinnerung ist zugegeben etwas schwach hier.
Die Kastanie stand auf der Ecke Straßen-Hecken. Hecken ist die Straße die quer durch Herkenrath verläuft und dann auf die Straße nach Gladbach runterführt.
Das gute alte Baummonstrum. Wäre nie auf die Idee gekommen das jemand kommen würde und den wegsägt. Sehr traurig ...
dann meinen wir den selben baum, denke ich.
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