Früher wurde man ja schon schief angeschaut, wenn man die Wörtchen »erschießen« oder »töten« benutzte. Da wurde »ausgeschaltet«, »erledigt« und »niedergestreckt«. Heute kann ich »köpfen« schreiben und es so meinen. Heute kann ich »aufspießen« schreiben und es so meinen.
Was aber noch immer nicht sein darf: Tötungen als stilvoll bezeichnen. Selbst nicht bei Spielen, in denen es vornehmlich darum geht, Gegner besonders fantasievoll, einfallsreich und optisch beeindruckend (nein, ich meine nicht den Prinzen hier) zu köpfen und aufzuspießen. Da tötet man eben optisch beeindruckend und nicht wunderschön. Vielleicht ist das Quäntchen Ironie, das sich in »stilvoll« und »wunderschön« verbirgt, einfach nicht genug. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur zu verkrampft zu erkennen, dass gerade in dem Moment, in dem wir mit der richtigen Brechung von stilvollen, wunderschönen Morden sprechen, die Angriffsfläche, die wir mit unserem Hobby, unserem Beruf Uneingeweihten bieten, ein bisschen rutschiger wird.
Ach, was weiß ich...
Was aber noch immer nicht sein darf: Tötungen als stilvoll bezeichnen. Selbst nicht bei Spielen, in denen es vornehmlich darum geht, Gegner besonders fantasievoll, einfallsreich und optisch beeindruckend (nein, ich meine nicht den Prinzen hier) zu köpfen und aufzuspießen. Da tötet man eben optisch beeindruckend und nicht wunderschön. Vielleicht ist das Quäntchen Ironie, das sich in »stilvoll« und »wunderschön« verbirgt, einfach nicht genug. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur zu verkrampft zu erkennen, dass gerade in dem Moment, in dem wir mit der richtigen Brechung von stilvollen, wunderschönen Morden sprechen, die Angriffsfläche, die wir mit unserem Hobby, unserem Beruf Uneingeweihten bieten, ein bisschen rutschiger wird.
Ach, was weiß ich...

7 Comments:
Selbst wenn wir uns zusammenrollen bis wir kleiner als ne Maus sind, würden die, die es wollen mehr als genug Angriffsfläche finden um uns (wieder mal) als die bösen hinzustellen...
der hirsch hat wohl leider recht. gehe mal davon aus, dass deine wortwahl nicht dazu taugt, kritiker maßgeblich zu beeinflussen. "töten", "schlachten" usw. sind ausdruck deiner verrohung, während das gleiche, ironisch stilvoll oder wie auch immer gekleidet, als nicht minder gefährliche euphemismen gebrandmarkt würde. müßig. nimms einfach hin. du schreibst halt nur für uns, aber wir wissens wenigstens zu würdigen. ist doch auch schön.
an den, dessen kommentar hier gerade noch stand:
absolut unangemessene worte in diesem zusammenhang. deswegen gelöscht. diskussion oder kommentar gerne aufs thema bezogen. erweiterungen in den holocaust-kontext meinetwegen auch, wenn nachvollziehbar argumentiert. lapidar und aussagelos hingeworfene reizworte dabei bitte vermeiden. herzlichen dank.
Ich glaube beim Prinzen ist es ziemlich klar dass das Gehüpfe und schnörkelreiche Gemetzel eine gewisse Ästhetik birgt. Besonders bei den Ganzen leuchteffekten & unmöglichen bewegungen die der Kerl so locker ausführt. Bei Spielen wie Riddick jedoch die möglichst realistische, brutale & manchmal sogar "kontextsensitive" Morde darstellen kann man finde ich nicht von Schönheit sprechen.
Ich würde jetzt annehmen das Spiel von dem du schreibst liegt irgendwo dazwischen?
Es ist natürlich für einen Außenstehenden schwierig, nachzuvollziehen, warum Menschen wie wir solche Spiele spielen. Es stand sogar glaub ich in der GS, dass jemand, der neben einem steht, der grade am Metzeln ist, glaubt, dass es in dem Spiel lediglich um das fahrlässige und skrupellose Morden von Menschen, die Familie und Beruf haben, geht. Das dem nicht so ist, kann man allerdings nur feststellen, wenn man sich intensiv mit der Materie "Killerspiel" auseinandersetzt. Aber wie auch schon der geschätzte Herr L. sagte: Man versucht lieber die ganze Welt mit Teppich auszulegen, anstatt dem Kind beizubringen, sich Schuhe anzuziehen.
Aber zum Teufel! Es sieht einfach hübscher aus wenn ein Mitspieler von Artillerie getroffen einige hundert Meter durch die Luft fliegt, als wenn man ihm zehn Minuten in den linken Fuß schießt. Anderes Beispiel: Ein Gegner bleibt an einer Holzwand hängen, weil man ihm mit einem Armbrustpfeil daran festgenagelt hat. Da denkt man sich doch: "n1!" und nicht: "Der arme Herr hatte doch Frau und Kinder... warum wird in solchen spielen nie gezeigt wie die Gegner beerdigt werden? ;("
btw: ich mag diesen blog, darf man verlinken?
pascal, tu wie dir beliebt.
Leider kann sich die Gesellschaft nicht über solche Dinge amüsieren.
Wenn ich im Kino nen Zombiefilm anschaue, dann gibt es IMMER, aber wirklich IMMER diese verdammten EMOs die dann Anfangen sich über mein Verhalten zu mokieren wenn ich über nen explodierenden Kopf lache. Es tut mir ja leid, aber das ist soweit jenseits von Gut und Böse, da steht für mich nur das Stilmittel der Übertreibung als Ziel meines Gelächters da.
Kommentar veröffentlichen
<< Home