Okay, so stelle ich mir also seit kurzem das allumfassende Glück vor: Im Büro klingelt das Telefon, Display verrät, dass es der Empfang ist.
Ich, niemanden erwartend: Ja?
Empfang: Hallo, hier ist der Empfang.
Ich: Ja, das sehe ich doch.
Empfang: Genau. Stimmt. Also hier ist ein Herr für sie.
Ich: Ich erwarte aber niemanden. Wie heißt er denn?
Empfang: Erm, Sekunde...Örs? Nein, wie bitte?
Gerangel um den Telefonhörer.
Empfang, nun mit mir unbekannter Herrenstimme: Hallo, hier ist Walter Moers. Ich möchte sie gerne heiraten.
Ich: Aber sicher. Bin gleich unten.
Tja, also mal ehrlich, diesen Mann, mit seinen tattergreisigen 47 Jahren oder so, den würde ich vom Fleck weg ehelichen. Leider würde das auch Freundin A., die wundervolle. Was sie leider noch wundervoller werden lässt. Ich kann ja Menschen mit gutem Geschmack nur schlecht böse sein. Außerdem war Frau A. es, die mich einst mit Herrn Moers abseitig von Das Kleine Arschloch in Kontakt brachte. Via Geschenk. Ensel und Krete namentlich. Das überreichte sie mir irgendwann vor zwei oder drei Jahren in diesem brüllend heißen Sommer. Ich packte es aus, freute mich, legte es artig neben mein Bett -- und vergaß es da zunächst. Später wanderte es ins Regal, Abteilung »Lesen, wenn Zeit und nichts anderes zu lesen und so«. Ich unwissendster Hosenmatz, ich blindester aller Grottenolme. Ich Dumme, ich! Ensel und Krete ist wunderbar. Erwähnte ich aber schon früher hier.
Moers also. Den kann man (ich halb-zitiere hier meinen Chef, der mal was ähnliches über ein Spiel sagte) nur im Knien lesen. Was ich zwar nicht wirklich mache, aber ich könnte es mir wenigstens ab und zu vorstellen. Dieser Tausendsassa. Bastelt mit Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär (Zeit wurde es. Jaja. Und Rumo und Die Stadt der träumenden Bücher habsch auch schon hier, also kein Geblöke bitte von den Wissenden.) nichts weiter als eine gigantische Aufzählung. Das ganze Buch ist eine einzige, hach, gelogen, das Buch ist die Aufzählung von Aufzählungen. Also quasi eine Aufzählungsaufzählung. Was eine gnadenlos öde Struktur. Böh, ist die langweilig. Da gibt es Kapitel mit Unterkapiteln, die sich Erste Stunde, Zweite Stunde, Dritte Stunde, Vierte Stunde, Fünfte Stunde, Sechste Stunde, Siebte Stunde und Achte Stunden nennen. Und dann ist da dieses Kapitel mit den Unterkapiteln Runde 1 bis Runde 99. Aber da hört das Aufzählen ja bei Weitem nicht auf. Ich meine, der Mann hat da Sätze geschrieben, die würden einem Thomas Mann den blanken Neidschweiß auf die Stirn treiben. Rein Längen-technisch, inhaltlich sind es eben doch am Ende nur Aufzählungen. Und trotzdem, trotzdem ist Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär jenseits von! Ja, jenseits von was denn nun? Schwierig, denn würde ich sagen, von was, wäre das nur eine Schmälerung der Jenseitigkeit.
Vielleicht geht eine Antwort auf die Frage, was die Jenseitigkeit denn ausmacht. Mal sehen, was andere zum Buch sagten. Besser hier, was Goldmann hinten aufs Buch drucken ließ, um es anzupreisen. Also die FAZ etwa: »Gelungenere Unterhaltung wird es in absehbarer Zeit schwerlich geben.« Die Zeit: »Dieser literarische Husarenstreich ist gelungen.« Und Brigitte: »Ein epochales Buch. Auf gut 700 Seiten schafft Moers ein Universum.« So leid es mir tut, das zuzugeben, liebe FAZ, liebe Zeit, die Brigitte hat bis auf den Epochal-Schmodder noch das griffigste Zitat bei Goldmann hinterlassen. Universum trifft es zumindest im Ansatz. Obwohl -- Moers schafft kein Universum. Der reichert unseres nur an. Dazu nimmt er massig Fantasie, das stimmt. Aber die stützt sich zu 99,9 Prozent auf uns Vertrautes. Er passt an, spinnt dazu, baut aus. Gewöhnliche Wellen werden zu Rhetorik-Künstlern, Geister zu Groupies und Häuser zu Hexen. Ein schönes Beispiel dafür ist vielleicht auch der Leitspruch von Professor Nachtigaller »Wissen ist Nacht« und das daraus resultierende Hinvegetieren und Lernen, Lernen, Lernen vom Blaubären im verdichteten Dunkel der Finsterberge. Hach, der Mann ist ein Gott mit Methode. Und schreiben kann Moers übrigens auch. Uneingeschränkte Empfehlung.
Ich, niemanden erwartend: Ja?
Empfang: Hallo, hier ist der Empfang.
Ich: Ja, das sehe ich doch.
Empfang: Genau. Stimmt. Also hier ist ein Herr für sie.
Ich: Ich erwarte aber niemanden. Wie heißt er denn?
Empfang: Erm, Sekunde...Örs? Nein, wie bitte?
Gerangel um den Telefonhörer.
Empfang, nun mit mir unbekannter Herrenstimme: Hallo, hier ist Walter Moers. Ich möchte sie gerne heiraten.
Ich: Aber sicher. Bin gleich unten.
Tja, also mal ehrlich, diesen Mann, mit seinen tattergreisigen 47 Jahren oder so, den würde ich vom Fleck weg ehelichen. Leider würde das auch Freundin A., die wundervolle. Was sie leider noch wundervoller werden lässt. Ich kann ja Menschen mit gutem Geschmack nur schlecht böse sein. Außerdem war Frau A. es, die mich einst mit Herrn Moers abseitig von Das Kleine Arschloch in Kontakt brachte. Via Geschenk. Ensel und Krete namentlich. Das überreichte sie mir irgendwann vor zwei oder drei Jahren in diesem brüllend heißen Sommer. Ich packte es aus, freute mich, legte es artig neben mein Bett -- und vergaß es da zunächst. Später wanderte es ins Regal, Abteilung »Lesen, wenn Zeit und nichts anderes zu lesen und so«. Ich unwissendster Hosenmatz, ich blindester aller Grottenolme. Ich Dumme, ich! Ensel und Krete ist wunderbar. Erwähnte ich aber schon früher hier.
Moers also. Den kann man (ich halb-zitiere hier meinen Chef, der mal was ähnliches über ein Spiel sagte) nur im Knien lesen. Was ich zwar nicht wirklich mache, aber ich könnte es mir wenigstens ab und zu vorstellen. Dieser Tausendsassa. Bastelt mit Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär (Zeit wurde es. Jaja. Und Rumo und Die Stadt der träumenden Bücher habsch auch schon hier, also kein Geblöke bitte von den Wissenden.) nichts weiter als eine gigantische Aufzählung. Das ganze Buch ist eine einzige, hach, gelogen, das Buch ist die Aufzählung von Aufzählungen. Also quasi eine Aufzählungsaufzählung. Was eine gnadenlos öde Struktur. Böh, ist die langweilig. Da gibt es Kapitel mit Unterkapiteln, die sich Erste Stunde, Zweite Stunde, Dritte Stunde, Vierte Stunde, Fünfte Stunde, Sechste Stunde, Siebte Stunde und Achte Stunden nennen. Und dann ist da dieses Kapitel mit den Unterkapiteln Runde 1 bis Runde 99. Aber da hört das Aufzählen ja bei Weitem nicht auf. Ich meine, der Mann hat da Sätze geschrieben, die würden einem Thomas Mann den blanken Neidschweiß auf die Stirn treiben. Rein Längen-technisch, inhaltlich sind es eben doch am Ende nur Aufzählungen. Und trotzdem, trotzdem ist Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär jenseits von! Ja, jenseits von was denn nun? Schwierig, denn würde ich sagen, von was, wäre das nur eine Schmälerung der Jenseitigkeit.
Vielleicht geht eine Antwort auf die Frage, was die Jenseitigkeit denn ausmacht. Mal sehen, was andere zum Buch sagten. Besser hier, was Goldmann hinten aufs Buch drucken ließ, um es anzupreisen. Also die FAZ etwa: »Gelungenere Unterhaltung wird es in absehbarer Zeit schwerlich geben.« Die Zeit: »Dieser literarische Husarenstreich ist gelungen.« Und Brigitte: »Ein epochales Buch. Auf gut 700 Seiten schafft Moers ein Universum.« So leid es mir tut, das zuzugeben, liebe FAZ, liebe Zeit, die Brigitte hat bis auf den Epochal-Schmodder noch das griffigste Zitat bei Goldmann hinterlassen. Universum trifft es zumindest im Ansatz. Obwohl -- Moers schafft kein Universum. Der reichert unseres nur an. Dazu nimmt er massig Fantasie, das stimmt. Aber die stützt sich zu 99,9 Prozent auf uns Vertrautes. Er passt an, spinnt dazu, baut aus. Gewöhnliche Wellen werden zu Rhetorik-Künstlern, Geister zu Groupies und Häuser zu Hexen. Ein schönes Beispiel dafür ist vielleicht auch der Leitspruch von Professor Nachtigaller »Wissen ist Nacht« und das daraus resultierende Hinvegetieren und Lernen, Lernen, Lernen vom Blaubären im verdichteten Dunkel der Finsterberge. Hach, der Mann ist ein Gott mit Methode. Und schreiben kann Moers übrigens auch. Uneingeschränkte Empfehlung.

5 Comments:
Jo,kann er und auch tolle Kinderserien wie "Kapitän Blaubär"
auf die Matscheibe bringen.
Walter Moers ist ein wundervoller Mensch.Neidisch ich bin wenn Ihn jemand live erleben darf.
hoffe er hat ein Autogramm da gelassen :)
Uh - Frau Moers.
Ich habe Kopfschmerzen vom der Lektüre dieses Klowandeintrages, ehrlich. Ein Geplappler im Mitelteil... :)
Ok, wird gekauft und gelesen ;)
ich mag den titel deiner (wie immer) fake-website da.
@ Petra: hab mir jetzt mal die GW-limited Edition gekauft. hoffe mal das GW n tolles spiel is, sonst rollen Köpfe. xD
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