Ich könnte ja derzeit einen Kryptik-Scheiß (natürlich brillant formuliert) bloggen, dass einem die Tränen kommen. So fiese Trotz-aber-trotzdem-Tränen. Naja, weniger einem. Wahrschein-lich nur mir, beim Verfassen. Versteht ja sonst kein anderer. Vermeide-Taktik #1: was janz anneres. Deswegen nun hier speziell für alle, die es interessieren könnte, meine ganz persönlichen Erfahrungen aus dem Bereich Homoliebe und -erotik, inspiriert durch meinereiner selbst und den Herrn mit Fisch im Ohr. Weil das aber alles ganz schrecklich unspektakulär ist, nehme ich mir die Freiheit, das eine oder andere Geschilderte mit reichlich Nackt-Action auszufabulieren -- wenn mir danach ist. Wird es wahrscheinlich nicht sein, aber die Ankündigung verleitet vielleicht zum Bis-ganz-zum-Schluss-lesen. Spannung!
Simone: Simone war meine erste allerbeste Freundin. Schon immer zwei Jahre älter als ich. Ist, wenn ich nicht irre, derzeit Schreibkraft im Sport-Ressort einer Lokal-Redaktion des größten deutschen Schmutzblattes irgendwo im Osten des Landes und wohl bald Mutter -- munkelt man. Wir lernten uns kennen, da war ich noch ganz winzig. Winzig, winzig. So um die fünf. Gemocht haben wir uns da aber noch nicht, das kam erst später. Simone war unglaublich burschikos und sportvernarrt. Passte mir wunderbar in den Kram. Wir beide waren zusammen Fans des 1.FC Köln, wir spielten zusammen selber. Auf dem Bolzplatz. Vereinsmäßig ging es wegen des Altersunterschieds schlicht nicht. Da musste jede einzeln ran. Wir bauten zusammen Buden im Wald, mopsten ganze Brote und Würste daheim und spielten Entlaufene. Oder Verlassene. Je nach Stimmung. Große Vorbilder waren jedenfalls Tom Sawyer und Huck Finn. Wir hörten gemeinsam TKKG-Kassetten und kuschelten uns dabei aneinander. Sind neben-einander eingeschlafen. Und so aus der zeitlichen Distanz kann man wohl behaupten, ich war ein bisschen verliebt in Simone. Sie wäre ganz sicher der Kerl in unserer Beziehung gewesen. Dann wurden wir älter, verloren beide den Spaß am heimlichen Rauchen an den Bahnschienen und entwickelten uns auseinander. Später zog sie nach Düsseldorf, machte eine Krankenschwester-Aus-bildung, zog dann irgendwann nach Berlin, begann dort ein Studium der Ichweißnichgenau-Wissenschaften und arbeitet jetzt, wie gesagt, für die Bild irgendwo im Osten. (Psst, natürlich haben wir auch einmal 'Zeigen' gespielt. Vor der Samstagabend-Messe. Verwegen gotteslästerlich schweinisch, wah?)
Constanze: Constanze war sicherlich die schrecklichste Frau und vor allem von Dauer in meinem Leben. Die hatte die Mitleidstour so perfektioniert, dass ich stets zur Stelle war, wenn sie mich brauchte, was sie eigentlich nie wirklich tat. Die gefiel sich nur in der Rolle der feingeistigen Jammergestalt. Große Favoriten der Dame: alle Säufer-Literaten und Drogen-Sänger der Weltge-schichte. Ich traf sie an der Uni in irgendeinem Seminar. Sie trug Rosa. Eine rosa Strickjacke mit noch rosarärän Blümchen darauf, war im Gesicht extrablass geschminkt (was den fiesen Lippenstift, der mehr auf ihren Zähnen als auf den Lippen weilte, noch mehr zur Geltung brachte) und hatte ihr hellblondes Fissel-Haar zu einem fisseligen Zopf gebunden. Wir saßen zufällig nebeneinander, ich las, während vorne der Dozent faselte, in Whitmans 'Leaves of Grass' und sie laberte mich darauf an. Auf den Whitman. Blabla, fand sie dann trotz der entsetzlichen Optik sehr nett. Später zusammen gesoffen, geraucht, mit Mitstudenten geflirtet etc.pp. Dann stellte ich sie an einem Rosenmontag Cengiz vor. In Kölle uff'm Zuch. Mein erster und letzter Vor-Ort-Zuch. Wir fanden es alle ganz schrecklich unerträglich, flohen deshalb in die nächste bekannte Lokalität weitab des Trubels, tranken überteuerten Whiskey, zogen dann weiter in eine andere Lokalität, in der Menschen mit kaputten Holzfällerhemden zu Pearl Jams 'Jeremy' und dergleichen schunkelten und dort verliebte sich Cengiz in Constanze. Ob sich Constanze auch in Cengiz verliebte, kann ich gar nicht so richtig sagen. Vielleicht fand sie es nur super, dass der immer was zu rauchen hatte. Nun ja, irgendwann gaben ein paar Freunde und ich eine Party mit eigens dafür gemixtem Hochprozentigem. Constanze und Cengiz waren selbstredend auch eingeladen. Und innerhalb kürzester Zeit waren alle ganz ausgezeichnet besoffen. Ich steh also herrlich angeschickert irgendwo rum, unterhalte mich mit wasweißichdenn und Constanze kommt auf mich zugetanzt, mit Kippe in der einen und Bierglas in der anderen Hand, stellt sich vor mich, tritt die Kippe gekonnt aus, legt die Hand hinter meinen Kopf, presst ihn an ihren und steckt mir ihre Zunge auf ganz reizende Art in den Hals. Huch! Weil Frau Schmitz ja aber auch nichts gegen einen guten Kuss hat und ohnehin nicht mehr ganz bei Trost war -- Knutscherei! Ich glaube, sie hat sogar unter meinem Shirt rumgefummelt. Tat ich selbstredend nicht, weil, ging nicht. Sie trug so ein leichtes Sommerkleidchen. Da hätte ich ja allen alles zeigen müssen. Und so blau war ich dann auch wieder nicht.
Ein paar Monde später trennte ich mich von ihr, ohne dass nach der Episode da auf der Party je mehr passiert wäre. Freundschaft abgehakt, ganz einfach (hatte was mit ausziehen und in fremde Wohnungen einziehen zu tun und mit einer kaputten Autotür und Alkohol und mit Constanzes Vater und jeder Menge Wut).
Mareike: Mareike war ein Luder, durch und durch. Sie kam aus Holland, spielte neben dem Studium in Pornos mit, um sich ihre teuren Kleider leisten zu können und verfügte über keinerlei Skrupel, aber die schönsten Beine, die schönsten Haare und den sinnlichsten Mund überhaupt. Und meine Güte, die Frau hatte Brüste! Ich traf sie abends auf einer Gangbang-Party. Ich stand noch so da rum und konnte mich nicht so recht entscheiden, da erschien sie plötzlich vor mir, wiegte ihre Hüften im Takt des Gestöhnes im Hintergrund und -- natürlich sind Mareike und die Gangbang-Party frei erfunden. Aber ich dachte, dass ich ja schlecht mit der blöden Constanze-Geschichte aufhören kann.
Simone: Simone war meine erste allerbeste Freundin. Schon immer zwei Jahre älter als ich. Ist, wenn ich nicht irre, derzeit Schreibkraft im Sport-Ressort einer Lokal-Redaktion des größten deutschen Schmutzblattes irgendwo im Osten des Landes und wohl bald Mutter -- munkelt man. Wir lernten uns kennen, da war ich noch ganz winzig. Winzig, winzig. So um die fünf. Gemocht haben wir uns da aber noch nicht, das kam erst später. Simone war unglaublich burschikos und sportvernarrt. Passte mir wunderbar in den Kram. Wir beide waren zusammen Fans des 1.FC Köln, wir spielten zusammen selber. Auf dem Bolzplatz. Vereinsmäßig ging es wegen des Altersunterschieds schlicht nicht. Da musste jede einzeln ran. Wir bauten zusammen Buden im Wald, mopsten ganze Brote und Würste daheim und spielten Entlaufene. Oder Verlassene. Je nach Stimmung. Große Vorbilder waren jedenfalls Tom Sawyer und Huck Finn. Wir hörten gemeinsam TKKG-
Constanze: Constanze war sicherlich die schrecklichste Frau und vor allem von Dauer in meinem Leben. Die hatte die Mitleidstour so perfektioniert, dass ich stets zur Stelle war, wenn sie mich brauchte, was sie eigentlich nie wirklich tat. Die gefiel sich nur in der Rolle der feingeistigen Jammergestalt. Große Favoriten der Dame: alle Säufer-Literaten und Drogen-Sänger der Weltge-
Ein paar Monde später trennte ich mich von ihr, ohne dass nach der Episode da auf der Party je mehr passiert wäre. Freundschaft abgehakt, ganz einfach (hatte was mit ausziehen und in fremde Wohnungen einziehen zu tun und mit einer kaputten Autotür und Alkohol und mit Constanzes Vater und jeder Menge Wut).
Mareike: Mareike war ein Luder, durch und durch. Sie kam aus Holland, spielte neben dem Studium in Pornos mit, um sich ihre teuren Kleider leisten zu können und verfügte über keinerlei Skrupel, aber die schönsten Beine, die schönsten Haare und den sinnlichsten Mund überhaupt. Und meine Güte, die Frau hatte Brüste! Ich traf sie abends auf einer Gangbang-Party. Ich stand noch so da rum und konnte mich nicht so recht entscheiden, da erschien sie plötzlich vor mir, wiegte ihre Hüften im Takt des Gestöhnes im Hintergrund und -- natürlich sind Mareike und die Gangbang-Party frei erfunden. Aber ich dachte, dass ich ja schlecht mit der blöden Constanze-Geschichte aufhören kann.

11 Comments:
Kannst du mir bitte Mareikes erfundene E-Mail-Adresse schicken? Danke!
mareike@[hier bitte die schweinischste domain, die man sich denken kann oder mag, einfügen].nl
und da fällt mir auf, dass mich eine frau m. jüngst auf deiner geburtstagsfeier auch unzüchtigst küsste. dir wahrscheinlich längst nicht unzüchtig genug.
Werde das hier Berichtete zu übertreffen versuchen, diesen Rosenmontag an der Front.
@ petra: ich bin begeistert. da hm se mich aber voll erwischt, mit der gangbang-flunke. aber karacho.
@ n¦tropie: rosenmontag mit homophoben erinnerungen? I'll be there :)
fishing for google-hits? he, he, he.
immer wieder nett. der frau schmitz ihr kiosk.
Melville, Homophobie is doch heute nur noch was für kleingeistiges Geschnetz.
Ich halt mir raus ich bin erst 16 :D
Hm...ich muss gestehen, dass ich immer noch gerne TKKG höre. Aber ich bin auch erst fünf. Und zwanzig.
@mo: das erledigt im zweifel der wodka für dich. dann findet ihr euch alle gegenseitig toll.
(ich kann es immer noch auswendig. fast.)
@melville: freude hier. dass es geklappt hat.
@scullylein: dieses geständnis hier an dieser stelle -- mutig. wir sehen uns dann morgen. hahaha.
(und vielleicht denke ich auch ausnahmsweise mal an twin peaks und/oder f.e.a.r.)
@ n¦tropie: und schon wieder haste recht :)
mo hat erschreckend oft recht. sogar nachts.
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