Das beschauliche Landleben mag gegenüber dem hippen Städterdasein mit abendlichen Spontan-Clubbesuchen etc.pp. nachteilig erscheinen. Aber es hat auch nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Etwa kann man die lästigen Kinder ohne großen Zeitaufwand im Wald aussetzen und hinterher behaupten, sie wären abgehauen oder entführt worden oder so. Oder man kann immer und überall bei offenem Fenster schlafen, sollte man nicht gerade im Zelt oder auf der Wiese nächtigen. Denn dann entfällt das mit dem Fenster meist. Man kann sich auch wunderbar über die Kombination 'Futterpflanzen-Wiesen plus Kühe, die das ganze Jahr über im Stall stehen' aufregen. Im Sommer wird die Aufregerei noch durch einen hübsch penetranten Ammoniak-Gestank in Stallnähe parfümiert. Das ist dann für Vegetarier wie mich erstklassig, weiß ich doch so stets, warum ich um Fleisch einen Bogen mache. Sowas bekommt man als Städter schlicht nicht mit.
Was Städtern zudem entgeht: das adäquate Zelebrieren von Sommergewittern auf dem nahen Feld. Denn dazu braucht es ein nahes Feld, das man, sollte sich das Sommergewitter am Horizont ankündigen, mit Musik im Ohr ansteuern kann, um pünktlich mit dem fast schmerzhaft ins Gesicht klatschenden Regen am -- genau, am nahen Feld anzukommen. Dann steht man da eine Weile auf dem Feld, lässt die Klamotten bei guter Musik bis auf die Unterwäsche durchregnen und das Hirn durchpusten, geht wieder heim und fühlt sich idealerweise großartig. Gerne aber auch ein bisschen verschroben -- passend zum Landleben.
(Übrigens rate ich Landliebelebe-Pärchen davon ab, bei solchen Anlässen gemeinsam loszuziehen. Bitte getrennte Felder wählen. Andernfalls wird nämlich die ganze Zeit im Stile von 'Boah, der Regen tut richtig weh!' und 'Ui, schau mal, die Blitze da drüben!' geplappert, um sich gegenseitig vom Grad der Beklopptheit des Sommergewitter-Zelebrierens abzulenken.)
Was Städtern zudem entgeht: das adäquate Zelebrieren von Sommergewittern auf dem nahen Feld. Denn dazu braucht es ein nahes Feld, das man, sollte sich das Sommergewitter am Horizont ankündigen, mit Musik im Ohr ansteuern kann, um pünktlich mit dem fast schmerzhaft ins Gesicht klatschenden Regen am -- genau, am nahen Feld anzukommen. Dann steht man da eine Weile auf dem Feld, lässt die Klamotten bei guter Musik bis auf die Unterwäsche durchregnen und das Hirn durchpusten, geht wieder heim und fühlt sich idealerweise großartig. Gerne aber auch ein bisschen verschroben -- passend zum Landleben.
(Übrigens rate ich Landliebelebe-Pärchen davon ab, bei solchen Anlässen gemeinsam loszuziehen. Bitte getrennte Felder wählen. Andernfalls wird nämlich die ganze Zeit im Stile von 'Boah, der Regen tut richtig weh!' und 'Ui, schau mal, die Blitze da drüben!' geplappert, um sich gegenseitig vom Grad der Beklopptheit des Sommergewitter-Zelebrierens abzulenken.)

15 Comments:
Jemand versteht mich!
Und ich dachte ich wäre alleine auf der Welt..
Allerdings ist mir der Weg auf ein nahes Feld recht versperrt, hat doch der Bauer, um den Nachbarn davon abzuhalten seinen Garten in sein Feld hinein zu erweitern, direkt an der Grundstücksgrenze einen Zaun gezogen und in das nun eingezäunte Feld Schafe gepfercht. Nun werde ich frühmorgens bei Sonnenaufgang von einem halben Streichelzoo mit dezenten *määääääääh*`s begrüßt.
Leider wird dieses quasi-idyll vom ewig wummernden Subwoofer des Nachbarjungen getrübt.
Das Land ist auch nicht mehr das was es einmal war..
So wahr...
Vorteile, wenn man nah am Feld wohnt:
Wenn ich aus dem Fenster falle, hab ich das gern und oft besungene "Bett im Kornfeld".
Mähdrescher etc. dreschen Anwohnern jede Menge Staub in die Nüstern.
Genuss der exzessiven Allergie gegen Roggenpollen zur entsprechenden Herbstzeit.
Ich will in die Stadt! Lasst mich rein!
@genossemzk: Der Subwoofer soll wahrscheinlich den Bären da von den Schafen fernhalten, was (so gesehen) deutlich zur Idylle beiträgt.
@petra: Richtig, nichts ist bekloppter als beklopptes Geplapper, wenn man gerade bewusst bekloppte Sachen macht. Uff!
mckenna:
Nicht zu vergessen die herrlichen Wolken aus Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und wasweißich, die bei böigem Ostwind zum Fenster reinwehen!
DAS ist frische Landluft. Meine Heimatstadt schimpft sich nicht umsonst "Luftkurort".
Da halte ich mit dem Ostseebad dagegen. Mit viel Wald, Feld und Wasser. Was braucht der Landmensch eigentlich mehr?
So ein Sommergewitter am Feld kann schon was schönes sein, nur sollte man aufpassen, dass das Zelebrieren nicht durch einen Blitz ein jehes Ende findet.
@mckenna: Mir fehlt da noch der gülleversprühende Bauer. Erst dann ist Land richtiges Land.
Stimmt. Hab ich vollkommen vergessen. Liegt daran, dass hier keine Gülle gesprüht wird, sondern der Ochsenzug vom Bauern noch naturdünkt.
jungs? steht hier irgendwo was von forum und smalltalk und es ist mir nur entgangen bisher?
Du stellst Dich mit Kopfhörern in den Regen? Die gehen doch kabott!
Und ui:
»Die Prüfung von Kommentaren wurde aktiviert. Alle Kommentare müssen durch den Blog-Autor genehmigt werden.«
Dieses Blog wird sich in zehn Sekunden selbst zerstören. Wir wünschen einen schönen Tag.
Hey,
ich wusste ja gar nicht, daß wir irgendwie, nun ja, hmm wohl offensichtlich seelenverwandt sind. Irgendwie, in einem einzigen, fürs Leben total unwichtigen Bereich...
hon, wenn das für's leben unwichtig ist, weiß ich nicht, was wichtig sein soll.
wenn dieser Bereich wirklich wichtig wäre, müsste ich mir jetzt ja ernsthafte Sorgen ob dieser Seelenverwandtschaft machen. Und das will ich nicht...
keine sorge. du bist nicht in gefahr.
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