Mittwoch, Juni 14, 2006

Hach, diese seltsame gefühlsmäßige Vermischung von Dingen immer, die nix miteinander zu tun haben, aber gemeinsam nahezu so etwas wie Euphorie hinterlassen. Die aktuelle Sommermusik etwa, nämlich die schon mehrfach erwähnten 'Snow Patrol'. Das Album 'Eyes Open' kann erstaunlicherweise im gleichen Maße Melancholie wie gute Laune schaffen. Liegt meist nur jeweils zwei Songs auseinander. Dazu das Wiederentdecken eines alten Lieblingsromanhelden, den ich heute aus ganz anderen Gründen super finde als damals, da ich ihn erstmalig super fand. Und hey, ich habe lediglich vier Büchleins, in denen der Herr von Beginn bis Ende zum Niederknien großartig ist. Der fleißige Autor hat aber seit 1985 sage und schreibe über 20 Bücher um den Mann produziert. In einem lässt er gar eine Petra auftreten. Entzückend! Lesetechnisch ist der Sommer jedenfalls in trockenen Tüchern. Und dass ausgerechnet Mr. Ted 'Ich seh' leider immer aus, als würde ich ein schlecht sitzendes Toupet tragen' Danson meinen Lieblingsromanhelden mal verkörperte, kann mir den Spaß an Dr. Alex Delaware auch nicht verderben. Meine Fantasie ist stärker als eine Info, über die ich bei imdb.com stolperte.

Wenn ich mich begeistere, dann aber mal bitte richtig: Soeben für knapp 70 Euro Kellerman'sche Taschenbücher bestellt.
Was mich gerade bei Amazon ein bisschen beruhigt hat, war die Feststellung, dass nicht nur Frauen die Delaware-Thriller lesen. Die meisten, die sich dort zu den Büchern äußern, sind tatsächlich Männer. Ich dachte schon, dass sei wieder so eine 'In Romanheld verknallt'-Geschichte. Was es natürlich in erster Linie auch ist.

15 Comments:

Blogger ich mittendrin said...

Mein Lieblingsromanheld ist Baudolino aus dem Gleichnamigen Roman von Umberto Eco

22:12  
Blogger Knurrunkulus said...

Melancholie und gute Laune zugleich, das schafft bei mir niemand so gut wie es "Tomte" tun.

Aber ich kenne halt "Snow Patrol" auch nicht. Noch.

02:40  
Blogger GenosseMzK said...

Tomte? naja..lange nichtmehr gehört..
Melancholie verbreiten bei mir alte Klassiker..
"The man who sold the world" von Nirvana z.B..
Ich versuche immer noch den extrem genuschelten Text zu verstehen, und scheiter immer noch daran.
Oder ein paar aus dieser Liste..

Und zum Thema Romanhelden:
Mal wieder versucht Henning Mankell zu lesen? Lohnt sich, auch wenn es keinen wirklichen Held gibt. Passt allerdings zu melancholischer Musik, vorausgesetzt sie spielt als leise Dauerberieselung im Hintergrund (George Winston ist da mein Favorit. Kein Text, wundervolle Musik.)

11:12  
Blogger Petra said...

wieso sollte ich freizeit in kram investieren, der mir nicht gefällt?

11:21  
Blogger Knurrunkulus said...

weil du dir zum einstieg in mankell's welt leider sein meiner meinung nach mit abstand schlechtestes buch ausgesucht hast. und weil der das auch besser kann. viel, viel besser. allerdings stehen die chancen eher schlecht, das du dich in den romanhelden auch wieder verliebst. dazu könnte er dir ein wenig zu ... naja, sagen wir, schrullig sein.

12:13  
Blogger Petra said...

du meinst also, der herr gäbe der übersetzermeute in den anderen büchern keine vorlagen für scheiß-formulierungen wie 'blabla, schoss es ihm durch den kopf'? das wage ich mal ganz dringend zu bezweifeln.
und jemand, der einen hinterweltbauern von 203 nahezu lyrisches über seine verkorkste ehe denken lässt, der hat offenbar noch nie mit einem hinterweltbauern geredet.
und klar ist wallander schrullig. und hat probleme mit seiner (ex)frau. und mit alkohol. und so kram. ach ne, ich bin schon jetzt entsetzlich gelangweilt.

12:45  
Blogger Knurrunkulus said...

okay, dann anders. habe ich dir im wallander-posting damals zwar auch schon empfohlen, aber ich weiß gar nicht, ob du da noch irgendwann mal reingeguckt hast. mankell hat in "die rückkehr des tanzlehrers" auch schon mal einen anderen kommisar auf die welt losgelassen. und meiner meinung nach ist das, obwohl ich wallander lieber mag, das beste buch, das er je geschrieben hat. ich erinnere mich auch nicht daran, das ich bei der übersetzung hätte brechen müssen.

probier's eventuell einfach damit nochmal. lohnt sich.

13:20  
Blogger GenosseMzK said...

knurrunkulus:
Hast du die Vefilmung dazu mal gesehen?
Lief letztens mal wieder in der Glotze..sehr gut gelungen, wenn auch sehr brutal teilweise..aber nicht sinnlos brutal..
Übrigens sind die Verfilmungen recht gut gelungen..wer also das Buch nicht lesen möchte, der kann sich die Filme durchaus ansehen, wie ich finde.
(Sind auch nicht so lang wie die Bücher :P)

14:29  
Blogger GenosseMzK said...

urgs..ich scheine momentan ein Problem mit meiner Schreibweise zu haben..man möge mir das verzeihen. Wird wieder besser, versprochen!

14:31  
Blogger ich mittendrin said...

@Petra
meinst du Baudolino mit Hinterweltbauer von 203? Wenn ja: seine War net verkorkst seine Frau ist tot aber er ist der größte und liebenswerteste Lügner aller Zeiten.

15:04  
Blogger Knurrunkulus said...

@genosse:

nee, habe ich nicht gesehen. n paar andere verfilmungen aber schon, und bei den neuesten haben sie dann ja jetzt auch den darsteller des wallander ausgewechselt. stefan lindman wurde doch von tobias moretti gespielt, oder?

und naja, mankell's bücher sind ja auch nicht gerade unbrutal.

15:14  
Blogger ten miserable days said...

Bei der Kombination Melancholie und Literatur kann ich gerade nicht anders als an einen grossartigen Schriftsteller, den ich fast schon vergessen hatte, zu denken. Philippe Djian (bin ich froh das ich den Namen nur Schreiben und nicht aussprechen muss). Am meisten Empfehlen kann ich Erogene Zone, Betty Blue und Verraten und Verkauft (gerne in dieser Reihenfolge aber nicht notwendiger Weise).
Gerade für den Sommer eignen sich seine Bücher ganz besonders, weil … ich will nicht zu viel vorwegnehmen ;) . Nur, wie mache ich euch den Burschen jetzt schmackhaft ... .
Stellt euch vor es ist Sommer (das sollte im Moment nicht allzu schwer fallen), ihr in der Stadt ist heiss, richtig heiss und die Luft so schlecht das man gesünder lebt wenn man eine Schachtel Camel ohne Filter nach der anderen Raucht anstatt normal zu Atmen. Ihr allerdings befindet euch nicht in der eben beschriebenen, urbanen Hölle, sondern fahrt mit einem Cabrio über eine einsame Landstrasse und lasst euch den kühlen Fahrtwind um die Nase wehen. In der einen Hand ein kühles Bier und in der anderen eine Tüte (Bier und Joint sind natürlich beliebig austauschbar ;) ).
So, oder do ähnlich lesen sich Bücher von Djian, na ja zumindest für mich!

15:26  
Blogger Petra said...

ich mittendrin: wir sprachen längst über den herrn mankell, nicht über den herrn eco.

ten miserable days: nette beschreibung.

19:35  
Blogger ich mittendrin said...

na dann hab noch nie was vom Herrn Mankell gelesen. Ich denke ma da sollte ich froh drüber sein.

20:11  
Blogger Chernaya Akula said...

Mein liebster Romanheld ist Nick Stone, aus den Büchern von Andy McNab. Sehr gut. Liebe ich total. Teils sehr düstere Geschichten, die aber in den wenigsten Fällen übertrieben sind.
Nick Stone: "My world may be a pile of shit, but at times I get to sit on top of it!"
Habe noch keinen von denen auf deutsch gelesen, aber english ist wohl empfehlenswerter, schon wegen der englischen Redewendungen.
UNBEDINGT LESENSWERT!
McNab war beim SAS und allein daher haben die Geschichten mehr Hintergrund als üblich. Er hat wohl erst bei der brit. Armee richtig lesen und schreiben gelernt. Jedenfalls sind seine Charaktere ausgefeilter als die von Leuten mit höherer Bildung.
Oh, und wichtig. Unbedingt mit dem ersten anfangen. Die Hauptgeschichten sind allein schon rasend spannend, aber richtig gut wird es erst mit der Rahmenhandlung.

00:26  

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