mögliche antwort von irgendwelchen supergut-menschen auf die entsprechende frage (gerne vor laufender kamera): 'ich kann ja xyz so schlecht nur leiden sehen. und sie haben ja keine ahnung, wie herrlich man sich nach dem ganzen gutmensch-getue fühlt.'
ehrlicher egoismus ist per se schon mal okay, solange er niemand anderen zu schaden bringt. geheuchelte selbstlosigkeit ist per se auch okay für mich, wenn die heuchelei a) durch reichlich schauspieltalent oder b) durch das ausmaß der wohltat aufgehoben wird. bei b) greift natürlich wieder der egoismus auf seiten des nutznießers der selbstlosigkeit.
aber ich sach's mal so: wenn ich in den trümmern meines hauses nach meinem toten kind grabe und sonst auch alles verloren habe, frage ich sicher nicht das vorbeikommende und zupackende helferlein, ob es hilft, weil es aus dem helfen einen gutmensch-kick zieht und in welchem verhältnis der zu seinen ganzen anderen motivationen steht.
ich mag ja die idee vom 'reziproken altruismus'. allein schon wegen des wörtchens 'reziprok'. da werde ich immer ganz gehirnalbern, so klasse finde ich das.
Aber vielleicht noch besser als ehrlicher Egoismus, der in letzter Konsequenz nichts weiter bedeutet als 'soll doch jeder sehen, wo er bleibt', ist es, im zwangsweise weitgehend egoistischen Alltagsleben gelegentlich mal daran zu denken (und danach zu handeln), das Altruismis an sich auch keine schlechte Idee ist.
Das erspart einem dann auch, die Welt in uncoole Gutmenschen und den coolen Rest einteilen zu müssen...
Vielleicht. Aber was soll die Konsequenz daraus sein? Selber die Peitsche nehmen und zuschlagen?
Tatsächlich denke ich übrigens, dass die allermeisten Menschen wohl in einer halbwegs vernünftigen Mischung aus Egoismus und Altruismus handeln. Schon aus wohlverstandenem Egoismus. Aber dazu ist von schlaueren (aber vielleicht machmal doch etwas arg verschwurbelten) Menschen eigentlich schon alles gesagt. Zum Beispiel hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ
der kategorische imperativ ist ja gottseidank für die meisten menschen, die ich kenne, so unvermeidbar wie ein steuerbescheid bei selbstständigkeit. und in der tat leider völlig übertrieben artifiziell niedergedacht.
"Altruismus m [von ital. altrui = ein anderer; Adj. altruistisch], fremddienliches Verhalten, uneigennütziges Verhalten, gemeinnütziges Verhalten, Gemeinnutz, Beistandsverhalten, uneigennütziges Verhalten eines Individuums (= Geber oder Donor) zum Wohl anderer (= Empfänger oder Rezipient) mit Erhöhung der Fortpflanzungschancen des Empfängers auf Kosten des Gebers." (aus wissenschaft-online)
Ich bin gut zu xyz und verzichte dabei - in welcher Form auch immer - auf mögliche Kopulationschancen? Im Tierreich vielleicht, aber doch nicht bei Menschentieren, neinneinnein...
Man werfe mir nun vor, wie alle Männer aus allem und jedem sofort einen Bezug zum Pimpern herzustellen...
gestatten, dass ich das 'meistens' in meiner schlimmen aktuellen selbstverliebheit ausblende? aber auch ich kann nicht durchgehend brillant sein. merci dennoch, herr/frau nobloglangezahl.
11 Comments:
To share ones love with those in need.
dieses pseudo-selbstlose getue allerorten immer.
Die Frage habe ich mir schon häufiger gestellt:
Ist ehrlicher Egoismus besser als geheuchelte Selbstlosigkeit?
mögliche antwort von irgendwelchen supergut-menschen auf die entsprechende frage (gerne vor laufender kamera): 'ich kann ja xyz so schlecht nur leiden sehen. und sie haben ja keine ahnung, wie herrlich man sich nach dem ganzen gutmensch-getue fühlt.'
ehrlicher egoismus ist per se schon mal okay, solange er niemand anderen zu schaden bringt.
geheuchelte selbstlosigkeit ist per se auch okay für mich, wenn die heuchelei a) durch reichlich schauspieltalent oder b) durch das ausmaß der wohltat aufgehoben wird. bei b) greift natürlich wieder der egoismus auf seiten des nutznießers der selbstlosigkeit.
aber ich sach's mal so: wenn ich in den trümmern meines hauses nach meinem toten kind grabe und sonst auch alles verloren habe, frage ich sicher nicht das vorbeikommende und zupackende helferlein, ob es hilft, weil es aus dem helfen einen gutmensch-kick zieht und in welchem verhältnis der zu seinen ganzen anderen motivationen steht.
ich mag ja die idee vom 'reziproken altruismus'. allein schon wegen des wörtchens 'reziprok'. da werde ich immer ganz gehirnalbern, so klasse finde ich das.
Aber vielleicht noch besser als ehrlicher Egoismus, der in letzter Konsequenz nichts weiter bedeutet als 'soll doch jeder sehen, wo er bleibt', ist es, im zwangsweise weitgehend egoistischen Alltagsleben gelegentlich mal daran zu denken (und danach zu handeln), das Altruismis an sich auch keine schlechte Idee ist.
Das erspart einem dann auch, die Welt in uncoole Gutmenschen und den coolen Rest einteilen zu müssen...
Für die einen ist es das; während die anderen eine Peitsche nehmen und zuschlagen.
Vielleicht. Aber was soll die Konsequenz daraus sein? Selber die Peitsche nehmen und zuschlagen?
Tatsächlich denke ich übrigens, dass die allermeisten Menschen wohl in einer halbwegs vernünftigen Mischung aus Egoismus und Altruismus handeln. Schon aus wohlverstandenem Egoismus. Aber dazu ist von schlaueren (aber vielleicht machmal doch etwas arg verschwurbelten) Menschen eigentlich schon alles gesagt. Zum Beispiel hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ
der kategorische imperativ ist ja gottseidank für die meisten menschen, die ich kenne, so unvermeidbar wie ein steuerbescheid bei selbstständigkeit. und in der tat leider völlig übertrieben artifiziell niedergedacht.
KANNNICHSEIN!
"Altruismus m [von ital. altrui = ein anderer; Adj. altruistisch], fremddienliches Verhalten, uneigennütziges Verhalten, gemeinnütziges Verhalten, Gemeinnutz, Beistandsverhalten, uneigennütziges Verhalten eines Individuums (= Geber oder Donor) zum Wohl anderer (= Empfänger oder Rezipient) mit Erhöhung der Fortpflanzungschancen des Empfängers auf Kosten des Gebers." (aus wissenschaft-online)
Ich bin gut zu xyz und verzichte dabei - in welcher Form auch immer - auf mögliche Kopulationschancen? Im Tierreich vielleicht, aber doch nicht bei Menschentieren, neinneinnein...
Man werfe mir nun vor, wie alle Männer aus allem und jedem sofort einen Bezug zum Pimpern herzustellen...
"der kategorische imperativ ist ja gottseidank ... so unvermeidbar wie ein steuerbescheid bei selbstständigkeit"
So ist das wohl zum Glück. Und btw. sorry für den kleinen Ausflug ins Prinzipielle an einem Montag vormittag.
Meistens schönes Blog übrigens.
gestatten, dass ich das 'meistens' in meiner schlimmen aktuellen selbstverliebheit ausblende? aber auch ich kann nicht durchgehend brillant sein.
merci dennoch, herr/frau nobloglangezahl.
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