Das Spiel mit den Vorurteilen in 'L.A. Crash' (sah ich gestern Abend) klappt übrigens auch nur ein einziges Mal, nämlich ganz zu Beginn, wenn die beiden Schwarzen -- doch ich will nicht spoilern, falls jemand der hier Lesenden den Film noch nicht sah, aber noch sehen möchte. Und ganz ehrlich, diese Nummer mit der Besetzung, dieses bewusste Wählen von Darlings wie Sandra Bullock oder Brendan Fraser für unsympathische Rollen -- das ist ja irgendwie seit den beiden großen Vorgängern zu 'L.A. Crash', nämlich seit 'Short Cuts', spätestens aber seit 'Magnolia', eine alte Masche, von der ich mich nur sehr ungern und genau so erfolglos manipuliert versucht fühle. Am Ende ist 'L.A. Crash' nur ein Feelgood Movie, das uns einbläuen will, dass Menschen sich ändern können. Oder oft ganz anders sind, als zunächst angenommen. Aber verflixt, der erste Dialog (während des Vorspanns), die Musik, die Bilder, die ich teilweise nicht ertragen konnte -- das ist alles schon sehr, sehr großartig.
Mittwoch, August 23, 2006
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11 Comments:
ich werd mir den Film nicht ansehen. Aber da soll auch Tony Danza mitspielen. die haben da bestimmt halb Hollywood verpflichtet.
Fand ich auch. Ziemlich übel die Szene mit Matt Dillon... Aber "21 Gramm" hat mich mal wirklich fertig gemacht. Dagegen ist L.A. Crash ein Spatziergang.
Brillanter Film. Wie Pia schon sagte, die Matt-Dillon-Szenen fand ich am stärksten. Besonders bei der Kontrolle, wo Thandie Newton die Tränen über die Wangen rollen, während diese unglaubliche Gänsehautmusik läuft.
Das Ende ist auch sehr schön... mit der Musik von den Stereophonics. Da hatte ich ihm Kino doch tatsächlich Gänsehaut. Und die Szene als der Ladenbesitzer den Latino-Handwerker erschießen will... großes Kino... alles in allem gab's wohl schon unverdientere Oscars.
Und dann will ich die Gelegenheit auch mal gleich schamlos ausnutzen, um ein paar Filmtipps loszuwerden, die man sich beim nächsten Gang in die Videothek (da wird's Zeit für ein neues Wort... DVDhek..) gefälligst zu besorgen hat: Alles ist erleuchtet (Elijah Wood befreit sich von Frodo), State of Mind (Film über die Traurigkeit. Mit einem grandiosen Ryan Gosling.), Stay (Schon wieder mit Ryan Gosling. Und Ewan McGregor.)
In genau dieser Reihenfolge.
sehr fesselnd für mich auch die schlußszene mit "maybe tommorow" von den "stereophonics" im hintergrund. und nicht minder schön die rettungsszene auf dem highway. aber an und für sich dann eben doch eine riesenenttäuschung. kein wunder eigentlich, hatte ich doch alleine beim stichwort "episodenfilm" schon den auch von dir erwähnten "magnolia" im hinterkopf.
und sorry, aber gegen den kann man nur verlieren.
ganz ehrlich? stereophonics am ende fand ich äußerst lahm. überhaupt finde ich so gesangsnummern am ende von filmen immer lahm. weil sie ja immer noch mal so botschaftsmäßig draufgepfropft sind. so 'hui, jetzt aber noch mal ganz schnell die volle packung für die, die es bisher noch nicht in gänze...'. schauderlich. kann man sich wirklich mal schenken.
gut, ist sicher ansichtssache. ich fand's jetzt in dem fall einfach wirklich mal passend und würde als einen der schöneren momente eines ansonsten über weite strecken doch eher lahmen films bezeichnen. eines films zumindest, der bei weitem nicht das mit mir angestellt hat, was er aufgrund seines themas eigentlich mit mir hätte anstellen müssen.
um noch einmal zu gesangsnummern zu kommen und dabei wieder "magnolia" ins rennen zu werfen: ich hoffe inständig, das du besagte szene, mit der "magnolia" gegen ende durch die stimmbeteiligung aller darsteller um sich schmeisst, nicht als albern empfunden hast.
das fand ich ohne umschweife einfach unfassbar groß.
naja, ich finde ja noch immer, dass magnolia so ein halbgar-filmchen ist, das am anfang 'ne menge verspricht, aber am ende kaum was davon hält. ich müsste mir den noch mal anschauen. allein dem reizenden melville zuliebe.
Tom Cruise ist aber auch nicht schlecht als Sex-Guru.
Respect the cock... and taaaaame the cunt!*g*
Im Übrigen finde ich, dass sich Filme viel zu selten bei Gesangsnummern bedienen. Also von amerikanischen Teenie-Komödien mal abgesehen. Stattdessen werden lieber irgendwelche austauschbaren Soundtracks komponiert, die die immer gleichen Versatzstücke verwenden. Dabei gibt's in der handelsüblichen (im weitesten Sinne) Popmusik schon so wunderbare Melodien. Um den Text geht's da ja gar nicht mal.
Spontan fallen mir z.B. "23" von Jimmy Eat World, "Run" von Snow Patrol oder so ziemlich alle Lieder von Damien Rice ein.
@donnie:
Oh ja, "23". Das ist wirklich mal ein wunderbares Stück. Wie eigentlich alles von Jimmy Eat World. Aber das ist ja nun wieder ein anderes Thema.
@petra:
Ja, tu das. Für mich gewinnt "Magnolia" nach der hinreissenden Eröffnungsszene eigentlich eher immer mehr dazu. Was sicher auch daran liegt, das ich an vielen der auftretenden Schauspieler, allen voran Philip Seymour Hoffman und William H. Macy, einen Narren gefressen habe. Für mich ist der Film in sich einfach wunderbar schlüssig. Und liebenswürdig absurd noch dazu.
Und die Musik von Aimee Mann ist halt grandios.
piano bringt's auf den punkt. kein schlechter film, aber nie so stark wie seine vorbilder.
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