(Warum die SZ-Kurzkrimiwettbewerb-Krimis bei mir nie fertig werden, weiß ich nu' auch nich' genau*.)
Er rollte die Absperrung zusammen und lehnte sie gegen einen der Pfosten. Der Cadillac fuhr auf das von grauem und gelbem Gras bedeckte Gelände, das das Gebäude umgab. Die Landschaft war hügelig und durch Rainbecken gegliedert. Der lehmige Boden von Wasser durchtränkt. Auf den Kuppen und in den schmalen Tälern sah man kleine kahle Wälder, die sich schwarz vom schwärzlichen Grün der Wiesen und grau vom grauen Himmel abhoben.
(Bis hier Vorlage der SZ für den Juli.)
Völliger Schwachsinn, auf deutschen Straßen mit so einem Schiff rumzuschippern. Aber es steht ihr, verdammt, es steht ihr. Frohn seufzte hingerissen.
Der Wagen kam zum Stehen. Der rechte Vorderreifen nur Millimeter vor der Stelle, an der er sich vorhin das zweite Mal übergeben hatte. Knapp. Schade.
Kommissarin Graf stieg aus. Nahm, ohne ein einziges Wort gesagt zu haben, Besitz. Die wenigen Sekunden, die sie zu Frohn brauchte, reichten, um sich alles zu Eigen zu machen. Die Absperrung, den Pfosten, das Haus, den lehmigen Boden, die Männer von der Spurensicherung, die darüber trippelten, die Leiche da hinten in der Senke. Frohn gehörte ihr sowieso. Gräfin Graf und Frohn. Manchmal hat das Leben reichlich alberne Ideen, dachte der Assistent zum zahllosesten Mal.
»Du siehst nicht gut aus. So schlimm?«
Frohn grinste gallig, deutete wortlos auf die Kotze.
»Huch! Ganz schön knapp«, kommentierte sie. Fast ein Echo seiner Gedanken.
»Das ist das Widerlichste, das ich je gesehen habe«, verteidigte er sich.
»Echt? Also ich kann mich beeindruckender übergeben.«
»Blabla. Komm mit.«
»Ich folge dir, wohin immer du gehst.«
Frohn verdrehte die Augen. Kapriziöses Miststück.
»Sie hätten uns den Fall nicht geben dürfen«, sagte er, während sie sich dem Fundort näherten.
»Aha?«
»Das ist nichts für eine Frau, wirklich nicht.«
Sie blieb stehen.
»Du sorgst dich ja um mich.«
»Das überrascht dich?«
»Sollte es mich nicht überraschen?«
»Muss du jede meiner Fragen mit einer Gegenfrage beantworten?«
»Mache ich das?«
Frohn seufzte, abermals hingerissen. Sie lächelte ihn an.
»Also ist es wirklich schlimm?«
»Sehr.«
Nachdem Frohn ihr die Leiche gezeigt hatte, sah auch sie etwas lädiert aus. Sie saß vor der Haustür auf der schmutzigen Treppe, scherte sich einen Dreck um die Flecken, die dadurch auf den feinen Tweedstoff ihres Kostüms gerieten, rauchte und schwieg.
»Was für eine unfassbare Scheiße ist das eigentlich? Da will mich doch wer verarschen!« sagte sie plötzlich mit einer gehörigen Portion Unglück in der aufgebrachten Stimme...
(*Und natürlich weiß ich es ziemlich sehr genau. Es ist die Methode, die ich hinter einem guten Krimi, sei er noch so kurz, vermute. Ich glaube ja fest, dass man im Kopf mit der Lösung beginnen muss, auch wenn der relativ frisch mit Alex Delaware infizierte Gunnar heute in den Ausläufern eines 'Gottchen, der ist ja so super, der Kellerman'-Gesprächs was anderes mutmaßte. Dass man eben doch mit einem Satz, mit der Tat beginnen kann und alles andere später kommt. Ich glaub das ja nicht. Blöd ist dann, dass ich immer, immer mit einem Satz einfach so beginne. Methode war nie meins.)
Er rollte die Absperrung zusammen und lehnte sie gegen einen der Pfosten. Der Cadillac fuhr auf das von grauem und gelbem Gras bedeckte Gelände, das das Gebäude umgab. Die Landschaft war hügelig und durch Rainbecken gegliedert. Der lehmige Boden von Wasser durchtränkt. Auf den Kuppen und in den schmalen Tälern sah man kleine kahle Wälder, die sich schwarz vom schwärzlichen Grün der Wiesen und grau vom grauen Himmel abhoben.
(Bis hier Vorlage der SZ für den Juli.)
Völliger Schwachsinn, auf deutschen Straßen mit so einem Schiff rumzuschippern. Aber es steht ihr, verdammt, es steht ihr. Frohn seufzte hingerissen.
Der Wagen kam zum Stehen. Der rechte Vorderreifen nur Millimeter vor der Stelle, an der er sich vorhin das zweite Mal übergeben hatte. Knapp. Schade.
Kommissarin Graf stieg aus. Nahm, ohne ein einziges Wort gesagt zu haben, Besitz. Die wenigen Sekunden, die sie zu Frohn brauchte, reichten, um sich alles zu Eigen zu machen. Die Absperrung, den Pfosten, das Haus, den lehmigen Boden, die Männer von der Spurensicherung, die darüber trippelten, die Leiche da hinten in der Senke. Frohn gehörte ihr sowieso. Gräfin Graf und Frohn. Manchmal hat das Leben reichlich alberne Ideen, dachte der Assistent zum zahllosesten Mal.
»Du siehst nicht gut aus. So schlimm?«
Frohn grinste gallig, deutete wortlos auf die Kotze.
»Huch! Ganz schön knapp«, kommentierte sie. Fast ein Echo seiner Gedanken.
»Das ist das Widerlichste, das ich je gesehen habe«, verteidigte er sich.
»Echt? Also ich kann mich beeindruckender übergeben.«
»Blabla. Komm mit.«
»Ich folge dir, wohin immer du gehst.«
Frohn verdrehte die Augen. Kapriziöses Miststück.
»Sie hätten uns den Fall nicht geben dürfen«, sagte er, während sie sich dem Fundort näherten.
»Aha?«
»Das ist nichts für eine Frau, wirklich nicht.«
Sie blieb stehen.
»Du sorgst dich ja um mich.«
»Das überrascht dich?«
»Sollte es mich nicht überraschen?«
»Muss du jede meiner Fragen mit einer Gegenfrage beantworten?«
»Mache ich das?«
Frohn seufzte, abermals hingerissen. Sie lächelte ihn an.
»Also ist es wirklich schlimm?«
»Sehr.«
Nachdem Frohn ihr die Leiche gezeigt hatte, sah auch sie etwas lädiert aus. Sie saß vor der Haustür auf der schmutzigen Treppe, scherte sich einen Dreck um die Flecken, die dadurch auf den feinen Tweedstoff ihres Kostüms gerieten, rauchte und schwieg.
»Was für eine unfassbare Scheiße ist das eigentlich? Da will mich doch wer verarschen!« sagte sie plötzlich mit einer gehörigen Portion Unglück in der aufgebrachten Stimme...
(*Und natürlich weiß ich es ziemlich sehr genau. Es ist die Methode, die ich hinter einem guten Krimi, sei er noch so kurz, vermute. Ich glaube ja fest, dass man im Kopf mit der Lösung beginnen muss, auch wenn der relativ frisch mit Alex Delaware infizierte Gunnar heute in den Ausläufern eines 'Gottchen, der ist ja so super, der Kellerman'-

11 Comments:
Hmm, ich glaube so ein Grundgerüst sollte man schon haben, oder nicht? Weil sonst ja vielleicht der ein oder andere Storyfaden irgendwann ins Leere laufen könnte. Oder einem schlicht kein Ende einfällt, das zu der spontan aus der Hüfte geleierten Geschichte passen will.
Aber ich hab's auch nicht so mit dem generalstabsmäßigen Schreiben.
Was ist denn eigentlich ein Rainbecken?? Neudeutsch für Regenbecken oder was?
rainbecken war mir auch neu. und ist es noch immer nach eher halbherzigem gegoogle.
Grrrrrr! Frau Schmitz, bitte fertig schreiben, einschicken und mich dann zur Krimi-Party einladen. Danke. :-)
Wundervoll geschrieben. In der Frau Graf scheint einiges von Frau Schmitz zu stecken, zumindest so weit ich das nach jahrelangem Blog-lesen beurteilen kann. Und damit ist nicht nur die Vorliebe für Tweed gemeint.
Das Einzige, das mir nicht gefällt ist die "Kotze". Bestimmt wolltest du mit dem Wort an dieser Stelle etwas bezwecken, aber ich hätte Erbrochenes da passender gefunden. Kotze reißt mich etwas aus der Atmosphäre raus.
pia, vielleicht im august. party gibt es aber keine. doof.
gloomy, einwand nachvollziehbar. und ja, 'kotze' steht da bewusst. sollte als eine art teaser auf den lockeren umgangston dienen, den die beiden pflegen.
Schöne Schreibe, Frau Schmitz, die sie hier an den Tag legen. Sicher, man ist ein hohes Niveau von ihren Artikeln in der GameStar gewohnt. Doch dieser kleine Text macht Lust auf mehr. Darum würde es mich als Teil ihrer geneigten Leserschaft persönlich freuen, sollten sie in ihrer Freizeit diese Geschichte weiterschreiben oder gar vollenden.
Mit herzlichem Grusse und leicht gestelzter Ausdrucksweise verbleibe ich,
Ihr Taluien.
PS: Die gestelzte Ausdrucksweise behalte ich mir als Drohmittel für die Zukunft vor.
mit gestelzter ausdrucksweise zu drohen -- klasse. aber wohl zwecklos im falle des falles hier. interesse auf meiner seite schon zu gering, um mich weiterhin damit zu beschäftigen.
Hm. Mist.
Naja, kann ja nicht immer klappen. Dann lass mich einfach n Kompliment für die schöne Schreibe dalassen und mich auf kommendes freuen. ;)
das geht natürlich. wenn ich es verdient habe.
In meinen Augen hast es verdient.
So, genug gelobt. Ich poste hier jetzt für diesen Eintrach kein Kommentar mehr. Wer bin ich denn, ein CounterPusher? ^^
Hallo Petra!
Hier meine Version:
Er rollte die Absperrung zusammen und lehnte sie gegen einen der Pfosten. Der Cadillac fuhr auf das von grauem und gelbem Gras bedeckte Gelände, das das Gebäude umgab. Die Landschaft war hügelig und durch Rainbecken gegliedert. Der lehmige Boden von Wasser durchtränkt. Auf den Kuppen und in den schmalen Tälern sah man kleine kahle Wälder, die sich schwarz vom schwärzlichen Grün der Wiesen und grau vom grauen Himmel abhoben.
Selbst der Himmel schien den grausamen Tod des eigentlich allseits beliebten Senators zu beweinen.
„Armes Schwein, auf dem Weg von einer Wohltätigkeitsveranstaltung nach Hause abgestochen und mitten im Wald wie ein Tier verscharrt…“, dachte Inspektor Clark als er die nackte Leiche still anstarrte. Der Regen ließ nicht nach und neben dem toten Körper rann ein rostroter Fluss aus Blut und Dreck direkt an seinen Füßen vorbei. Mit den Worten:
„Guten Abend Herr Inspektor!“, wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Er hatte die Stimme sofort erkannt und war gar nicht froh, selbige zu hören. Vor ihm stand die kleine scharfzüngige Spezialagentin, sie war Profilerin, und so genial sie ihn ihrem Fach auch war, Clark konnte diese Frau, obwohl er sie mehr als alle anderen achtete, nicht ausstehen. Sie war ihm unheimlich: Ihre dunkelbraunen Augen schienen durch Menschen hindurch zu sehen und sofort zu wissen, was denn diese denken. Die Gabe schien ein wahrer Segen zu sein, doch war sie gleichermaßen ein Fluch.
„Es heißt nichts Gutes, dass Sie hier sind Agent Fletcher…“, maulte Clark angewidert.
„Ich bin ja Ihre Direktheit, die nicht selten an Unhöflichkeit grenzt, gewohnt, aber so eine Begrüßung hab ich selbst von Ihnen nicht erwartet…“. Danach herrschte einige Sekunden lang eine eisige Stille… Beide starrten die Leiche an und niemand sprach ein Wort. Der Regen trieb den blutigen Fluss weiter vorwärts, der langsam in der Senke neben den beiden einen rostroten See bildete.
„So war das nicht gemeint… Bitte verzeihen Sie meine forsche Art. Bis vor wenigen Stunden habe ich noch an meinem Urlaub, der eigentlich heute beginnen sollte, geglaubt… Dann DAS hier!“, versuchte Clark freundlich das Eis zu brechen.
„Schwamm drüber.“, die eisige Stille schien immer noch nicht weichen zu wollen, als diesmal Fletcher wieder das Wort ergriff,
„Wo bleibt denn der Gerichtsmediziner?“ warf sie in den Raum meinte, aber einen der Polizisten, die das „Hund und Katze“ - Spiel der beiden interessiert beobachteten. Selbiger Polizist setzte sich auch sofort in Bewegung. Doch noch bevor er die Nummer wählen konnte war der Gerichtsmediziner und die Spurensicherung eingetroffen.
Der etwas wunderliche Dr. Smith stand aus und bewegte sich grußlos zur Leiche und untersuchte diese sofort. Selten einer Meinung, sahen sich Clark und Fletcher in die Augen um sich über die Eigenartigkeit dieses Mannes beim anderen zu vergewissern. Schließlich starrten beide auf die Leiche und erwarteten die ersten Worte des genialen Doktors.
„Wieder ein Pentagramm am rechten Schulterblatt – Baphomet hat wieder zugeschlagen!“, stellte dieser nach einigen Minuten fest, „Auch das Herz fehlt wie in den anderen 3 Fällen… Näheres kann ich erst nach der Autopsie sagen.“.
Ernüchtert von der Aussage des Gerichtsmediziners schrieb Clark seinen Urlaub innerlich jetzt schon ab. Sein Gedankenfetzen wurden durch ein Würgen neben Ihm unterbrochen. Die sonst so Hartgesottene Agentin konnte den Anblick des zermetzelten Torsos an dem der Doktor herum untersuchte, nicht länger ertragen sie drehte sich um und lief zu Clarks Cadillac. Dieser folgte sogleich um seiner unliebsamen Kollegin zu helfen. Nach wenigen Minuten hatte sich Fletcher wieder gefangen. Mit den Worten:
„Schon wieder Baphomet… Wird wohl nichts mit Ihrem Urlaub…“ war die kesse Agentin wieder zurück.
greetz of balthazar
ps: ich hoffe das kleine Geschichtchen gefällt dir wenigstens ein bisschen... ;) :D ^^
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