Samstag, Dezember 09, 2006

Dann immer mal wieder zwischendurch glauben, dass man den besten Wein schon trank, das beste Essen schon aß, die beste Luft schon atmete, die beste Musik schon hörte, die besten Spiele schon spielte, den besten Sex schon hatte, die besten Gedanken schon dachte, die besten Dialoge schon führte. Glauben, dass da nichts mehr kommt. Das jammerlappigst selbstmitleidig auf die Menschen schieben, die zwar an den Zehen beginnen und an den Haarspitzen enden, aber trotzdem so unendlich viel Platz für sich beanspruchen. Und stets wissen, dass ein 'Ich bin immer nur so gut wie mein Gegenüber.' lediglich das flauschige Sicherheitsnetz der faulen Ausrede ist, in das man sich dabei fallen lässt.

9 Comments:

Blogger trainbuk said...

Toll!

15:21  
Blogger ich mittendrin said...

irgendwann kommt man zu der Erkenntnis das es nicht merh besser kommen kann. Und dann denkt ma an die Schlimmen Ecken im Leben.

15:30  
Blogger Petra said...

trainbuk, merci.
tobias, schon bescheuert genug, dass ich mit meinen 32 zuweilen so einen kappes zurecht fabuliere, dass aber du mit deinen nicht mal 20 derartigen humbug denkst, ist so jenseits von allem, dass man dir dafür den arsch versohlen sollte.

15:51  
Blogger ich mittendrin said...

@petra
manchmal da kommt der optimist in mir raus.

16:54  
Blogger ich mittendrin said...

harte Kritik aber ich muss wirklich sagen dass du recht hasst. Schande über mich!

16:58  
Anonymous GeschnittenBrot said...

Hm, ich kann diese Gedanken von Euch dreien nicht nachvollziehen. Mich hat immer schon die Neugierde, was als nächstes kommen könnte, vorangetrieben. Selbst in der Beschissensten Lage, in der ich war. Und in 36 Jahren ist immer etwas neues passiert. Etwas noch wundersameres, ein endloser Strom des Verstehens, den ich manchmal schaffe anzuzapfen und immer das Bestreben, es immer wieder zu versuchen. Wenn ich so drüber fabuliere merke ich...das genau ist es, was Petra im letzten Satz sagt.

20:37  
Blogger Orinoko said...

Nun hätte mich beim Lesen fast der Krake Sex, mit seinen alles an sich reissenden Armen, wieder auf die falsche Spur gebracht.
Aber es geht ja um´s Erleben.

Gibt man sich viel Mühe, kann man es schaffen, sich auf das was noch kommt zu freuen und es spannend zu finden. Ohne ständig zu werten nach besser und schlechter.

Wirf Dir das gelegentliche Werten nicht vor, das passiert eben, es gehört dazu. Du kannst Dir ja auch "ungehörige Gedanken" nicht verbieten :-)

20:53  
Blogger n¦tropie said...

dieses sicherheitsnetz ist zu verführerisch, als dass ich mich nicht auch schon viel zu oft darin verfangen hätte.

danke.

22:31  
Blogger Tulio said...

Den abgefahrensten Rausch schon gehabt? Den schönsten Sonnenauf/-untergang schon gesehen? Den wirklich schönsten Sonnenauf/-untergang gesehen? Den höchsten Berg erklommen, die tiefste Schlucht durchmessen? Die beste Party gefeiert? Die wirklich beste Party gefeiert? Die eigenen Kinder lachen gehört und weinen gesehen? Na?

Es endet nie, sonst würde die Zeit still stehen. Reizüberflutung und Erlebenisdekadenz gepaart mit momentaner Lebensansättigung erlebt bestimmt jeder, aber schon ein Grad Blickwinkel rechts oder links der eigenen Nasenspitze ist jede Farbe auf einmal neu.

09:34  

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