Wie konnte ich nur? Ach, du liebes Lieschen, wie konnte ich denn für mehrere Jahre -- sicherlich etwa zwölf, vielleicht mehr -- eines der besten Alben vergessen, die in den Achtzigern unverdienter-maßen kaum bis absolut keine Beachtung fanden? Platz 7 in Österreich und der Schweiz sowie Platz 8 in Norwegen ist ungefähr so wie Platz 101 in Somalia. Letzteres ist übrigens ein Land, von dem ich annehme, dass es sowas wie Charts gar nicht hat und dass die einzige Chart-Verbindung Somalias über die DVD eines (Anti-)Kriegsfilms herstellbar ist.
Liverpool von Frankie Goes to Hollywood jedenfalls bringt das Kunststück fertig (bis auf 'Rage Hard' und 'Kill the Pain'), in meinen wirklich sehr an aktuelle Musik gewöhnten Ohren noch immer nicht alt zu klingen. Das ist umso beachtlicher, da ich ja der Meinung bin, dass das meiste mir bekannte aus den Achtzigern sechsunddreißigtrilliardenmal älter klingt als vieles mir bekannte aus den Siebzigern. Mindestens.
Es kann natürlich auch einfach nur daran liegen, dass ich Liver-pool oft hörte, wenn ich mit Lutz im Menschenleeren laufen war. Häufig schneller als angedacht, denn ich ließ ihn zumeist -- obwohl ich es besser wusste -- verbotenerweise von der Leine. 1a-Jagdhund und Sturkopp, der er war, reagierte er in acht von zehn Fällen lieber auf das Rascheln im Gebüsch als auf meine Stimme. Weg war er. Was blieb mir anderes übrig als hinterher zu jagen? Und ganz ohne Jux: Der Effekt, wenn man einen Waldhang runterhetzt, dabei über Ilex, Äste, ganze Baumstämme und Mulden springt, nicht mehr denkt, nur noch sieht und reagiert und dabei 'Lunar Bay' oder 'Maximum Joy' hört, ist in etwa die zehn-fache Potenzierung des Effekts, der sich einstellt, wenn man einen schnellen Shooter (Quake 3, klar) spielt und dabei 'Star Guitar' von den Chemical Brothers hört. Nun fehlen mir zwar Hund und damit Hangrunterhetzgrund, aber die Musik ist noch immer super.
Liverpool von Frankie Goes to Hollywood jedenfalls bringt das Kunststück fertig (bis auf 'Rage Hard' und 'Kill the Pain'), in meinen wirklich sehr an aktuelle Musik gewöhnten Ohren noch immer nicht alt zu klingen. Das ist umso beachtlicher, da ich ja der Meinung bin, dass das meiste mir bekannte aus den Achtzigern sechsunddreißigtrilliardenmal älter klingt als vieles mir bekannte aus den Siebzigern. Mindestens.
Es kann natürlich auch einfach nur daran liegen, dass ich Liver-

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