Donnerstag, November 01, 2007

Ich hätte Tausende -- nun ja, zumindest sehr viele -- gewitztere Möglichkeiten für den Beginn dieses Textes, statt zu schreiben, dass ich Tausende -- nun ja, zumindest sehr viele -- gewitztere Möglichkeiten für den Beginn dieses Textes hätte. Ich könnte beispielsweise damit einsteigen, dass der Mann allein deswegen schon bemerkenswert ist, weil er Zahnseide in seinem Bücherregal stehen hat, in dem er auch von T.C. Boyle gewidmete Bücher stehen hat. Okay, Fakt ist, er hat ein Buch mit Widmung von T.C. Boyle in seinem Bücherregal stehen. Und eines mit Widmung von Julian Barnes. Und noch eines mit Widmung von Habich Vergessen. Ich könnte ebenso damit beginnen, dass wir ein riesiges Problem bekämen, wären wir die einzigen verbliebenen Menschen auf diesem Planeten und es gäbe nur noch eine einzige Flasche dieser einen bestimmten Körperlotion. Und dass in ferner Zukunft dann wahrscheinlich außerirdische Besucher krakelige Aufzeichnungen über das Jetzt-aber-mal-wirklich-Ende fänden, nämlich über den Körperlotionkrieg von 2025 oder so. Denn wir nutzen die gleiche. Eine Alternative wäre noch der Zahnpastakrieg von 2025. Denn wir nutzen die gleiche. Oder ich könnte damit beginnen, dass ich froh bin, ihn schon letztes Wochenende besucht zu haben, weil meine Unterlippe dank Herpes und Behandlung aktuell ausschaut, als hätte sie drei Tage in der Sahara gelegen. Sie ist also nicht knutschtauglich. Wir haben zwar gar nicht geknutscht, aber wir hätten ja können. Und optionales Knutschen durch eine Sahara-Unterlippe zu entoptionalen -- das hätte mich nicht glücklich gemacht. Was auch ginge, wäre schlicht zu erzählen, dass er ein geradezu widerlich schlauer, einfühlsamer und witziger Mensch ist. Und dass er in einem Fluss schlauer, einfühlsamer und witziger Bemerkungen wunderbar entspannende Gedankenpausen einlegen kann. So Komm-lass-mal-kurz-da-unter-der-Weide-anlegen-und-am-Gras-riechen-Gedankenpausen. Noch eine Möglichkeit wäre, sich einleitend darüber zu echauffieren, dass der Arsch sein Blog derzeit quasi willentlich verkümmern lässt und dass er folglich wahrscheinlich nicht mal im Traum daran denkt, Lobhudeliges über mich dort zum Besten zu geben und dass mein Besuch insofern ja eigentlich vollkommen sinnlos gewesen sei. Doch ich lüge nur in Notsituationen oder wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung verträglich aufgeht.
Der simpelste Einstieg in den Text wäre übrigens dieser: Der Herr Melville ist großartig. Und übrigens: Das reicht auch schon.