Samstag, Februar 28, 2004

Wo ich gerade beim Thema bin...

...muss ich mich eigentlich schämen, wenn ich nach I’m A Slave For You mit Toxic bereits den zweiten Song von Britney wirklich gerne mag? Beruhigt hat mich hingegen beim Staubsaugen und Viva-Plus-Hören, dass HIM, Gigi d’Agostino und Juliette Schoppmann immer noch völlig indiskutabel sind. Da können die ihr Gedudel mit noch so vielen tätowierten Animationsfilmchen am Strand unterlegen.

Hoch-Not-Peinlich

Hochnotpeinlich ist es, wenn man am Ende eines durchaus gelungenen Abends voller erstaunlicher, lustiger, nachdenklicher Geschichten die hochnotpeinliche Anekdote vom Ex-Ex zum Besten gibt, der im Restaurant über die Suppe hinweg fragte, ob sein Onkel P. immer mit dem Schiff in die Wahlheimat Andorra übersetze und danach dem Gegenüber erklärt, dass besagter Onkel P. vom Ex-Ex nur wegen der Steuern da wohnt, weil ihm halb Belgien, also besser gesagt halb Den Haag gehört. Ein eine Nanosekunde später gekreischtes Brüssel kann den Kahn dann auch nicht mehr rumreißen. Die Wasserwege in den Pyrenäen sind einfach zu schmal für so ein Manöver.

Mittwoch, Februar 25, 2004

Der Dunkelkammer-Effekt

Wenn man den Tag über mit Menschen zusammengepfercht ist, die über PC-Spiele lesen, über PC-Spiele reden, über PC-Spiele schreiben, über PC-Spiele fluchen und schlimmerdings auch noch PC-Spiele spielen, stellt sich das ein, was mein Kunstlehrer einst den Dunkelkammer-Effekt nannte. Man vergehirnalbert. Er, der Kunstlehrer, nannte das deswegen so, weil wir oder irgendein anderer Leistungskurs oder seine Tante Trude aus Buxtehude samt Anhang (meine Erinnerung ist nur eine Erinnerung an eine Erinnerung) nach einem langen Tag in einer Dunkelkammer (nein, nein, meine lieben Freunde sexueller Blindentastgärten, hier ist kein Darkroom gemeint) vergehirnalberte. Die Masse, der kleine Raum, die Dunkelheit... Wie sich das bei uns, den anderen oder den Tanten und Onkels des Lehrers äußerte, vermag ich nicht zu sagen. Wie sich das unter Berufsspielern äußert, vermag ich indes genau zu sagen. In Worten (Achtung, die Doppeldeutigkeit erschließt sich gleich.)
Kollege X beispielsweise betritt die Flure mit einem fröhlichen Schalömmdömm auf den Lippen. Und verlässt sie mit einem Tschüssikowski. Kollege Y versieht einen Zettel, auf dem man ihn darum bittet, irgendwas zu brennen, mit folgender Verbesserung: Das heißt »Burn0r me«! Kollege Z tendiert dazu, den ohnehin schon bekloppten 1337-Speak-Slang auf seine Art zu verfeinern. Lollinger ist nur einer dieser Auswüchse. Und so sehr man sich auch wehrt, so sehr man strampelt, um sich schlägt und sich die Ohren mit lauter Musik verstopft -- es geht nicht spurlos an einem vorbei. Zumal ich ohnehin ganz schlecht im Wehren bin. Dem Rest der Bande geht es übrigens ebenso. Und es kommt, wie es kommen muss: In besonders schwachen Momenten schallen Lollingers, Lollikowskis, Schalömmdömms, Tschüssingers und gar Tschüss0rs über den Flur. Darauf folgt wie üblich der Atomro(t)fflinger.
Ich liebe meinen Job. Wo sonst kann man auf so angenehme Art dem Wahnsinn anheim fallen? In solch exquisiter Gesellschaft?

Dienstag, Februar 24, 2004

Hammerballade

Wollte eigentlich jetzt einen unglaublich ätzenden Kommentar über den unglaublich schlechten Text der neuen Hammerballade von Alexander Superstar ablassen. Dooferweise finde ich den im Netz nirgendwo, um ihn Zeile für Zeile zu zerflücken. Oder schlauerweise. Oder danke? Müsst ihr mir eben einfach so glauben. Der Text ist un-glaub-lich mies. Der ist sogar noch mieser, als (fast hätte ich hier Napalmangriffe auf vietnamesische Bauerndörfer geschrieben) der Text dieser Gladiator-Abklatsch-Hammerballade, die er vorher intoniert hat. Einige Leute sehen das aber scheinbar anders. Wahrscheinlich, weil sie dafür Geld bekommen. Anders kann ich mir das nicht erklären:

Habt ihr auch schon genug vom kalten Winterwetter? Dann aufgepasst, denn wir haben das Gegenmittel: „Behind The Sun“, die neue Hammerballade von Alexander ist wieder mal eine Perle der modernen Pop-Musik und wird garantiert etwas Wärme in eure Herzen bringen! Die Melodie geht sofort ins Ohr, die majestätischen Drums verleihen dem Song wahre Größe und die dezent eingesetzten indianischen Instrumente geben ihm einen Hauch von Ferne. Auf der Single, die seit Montag im Handel erhältlich ist, ist neben zwei genialen Mixen und einer Instrumental-Version auch der komplette Videoclip enthalten. Lasst euch das nicht entgehen!

Update (Dank an Herrn Trashcan, der seinem Namen zum ersten Mal gerecht geworden ist.):

One day I'll fly to you
I wish your love is true
No matter what I do
I'll do it just for you
All I ever wanted is you

I wish I'll be your guy
Beyond the seventh sky
I'm writing on the wall
I will catch you if you fall
I love the way you love me, my girl

Das muss reichen. Befürchte sonst, diverse Därme könnten diverse Gehirne erwürgen.

Samstag, Februar 21, 2004

Recently in a Cryogenic-Lab in Paris

»Find us some french brains.«
»I won’t promise anything.«

Sonntag, Februar 15, 2004

Wenn einem Sätze wie »Meine Nase ist arschkalt« durch den Kopf gehen, will man sich doch sofort den Mund mit Seife auswaschen, oder? Ach was. Nicht den Mund. Das Hirn. Das mit den verschiedenen Körperteilen fand ich schon immer sehr verwirrend. Vielleicht sollte ich mich jetzt einfach schlafen legen und es wie Dornröschen machen: Durch Pennen an Ruhm, Kerl mit Königreich und die entspannendste Hauptrolle in einem Märchen kommen. Aber ich kenn' mein Glück. Wahrscheinlich taucht nur Prinz Rolle auf, der mein Bett mit seinen Kekskrümeln bekrümeln will. Welch ein absurder Gedanke. Ach du Shrek.

Unumstößliche Gewissheit

Ich bin mir sicher: Manche Songs können nur im Auto bei mindestens 100km/h geschrieben worden sein. Anders lässt sich die Harmonie zwischen Gitarren, Schlagzeug, Gesang und meinem Gasfuß nicht erklären.

Samstag, Februar 14, 2004

Warum...

...ich James Bond nie so recht mochte? Wegen der albern kleinen Frauenpistole.

Montag, Februar 09, 2004

Nehm'se zwei

Habe mir gerade einen Gurkensalat zusammengeschnetzelt. Und während ich so die arme Gurke in Zerschnetzelabsicht aus dem Kühlschrank hole, denke ich abermals – abermals deswegen, weil ich quasi seitdem schmitzchen.org existiert, denke »He, du musst unbedingt diese Geschichte erzählen«, wenn ich eine Gurke aus dem Kühlschrank hole – dass ich unbedingt diese Geschichte erzählen muss. Die über die Freundin und die Gurke. Und weil der Gurkensalat ohnehin noch ziehen muss, ich die Spülmaschine schon aus- und wieder eingeräumt, den Müll schon runtergetragen und bereits mit Mutter und Schwester telefoniert habe, bringe ich es jetzt endlich hinter mich. Damit das mal vom Tisch ist.
Aaaalso:
Freundin Astrid (neulich schon weiter unten erwähnt) geht in Wuppertal (Stadt, die wo die Schwebebahn hat) einkaufen. Auch Gemüse. Also einkaufen. Dass Wuppertal durchaus eine Metropole ist, die nicht nur eine Schwebebahn hat, sondern auch über Gemüse-Reserven verfügt, die einem mittleren Dritte-Welt-Staat erheblich das Leben erleichtern würden, brauchen wir nicht zu hinterfragen. Und so begab es sich, dass der unverschämte Gemüseknilch zu ihr -- also Astrid, nicht zu Wuppertal -- sagte, als sie eine Gurke bezahlen wollte: »Nehm’se zwei, könn’se eine essen.« Puh, geschafft. Endlich.
Und dabei fällt mir gleich noch ein, dass ich neulich mit Frau Rüb im Büro lautstark darüber diskutiert habe, ob die neue leichte Vibrator-Sommerkollektion ausgiebigstes Shopping rechtfertigen würde. Die Unterhaltung fand natürlich nur deswegen und vor allem lautstark statt, um eventuellen Zuhörern (und bei uns hört immer wer zu) das Zuhören zu versüßen.
Okay, mein Blog hat deutlich weniger Sex als Belle de Jour, aber he, man kann nicht behaupten, dass ich mir keine Mühe geben würde.

Danke!

Ganz und gar unsupi ist es auch, wenn sich das eingebaute Abspielgerät und die nächtliche Verarbeitung des am Tage Erlebten die Hand reichen. Sprich, wenn man schlimmste Albträume hat -- unterlegt mit dem aktuellen Lieblingssong. Da dankt man dem Universum (auch wenn es das blöde Arschloch weiß Gott gerade nicht verdient hat) schon beim Aufstehen auf Knien, dass Träume so schnell in Vergessenheit geraten, gute Lieder aber im Gedächtnis bleiben.

Sonntag, Februar 08, 2004

Fühlenswert

Dieses ekelhafte Gefühl des Triumphs, wenn man in der dritten Folge von Band of Brothers die rettenden Shermans über den Hügel rumpeln sieht, nachdem die Easy Company einen aussichtslosen Kampf gegen die überlegenen Deutschen gefochten hat, wird ganz schnell ad absurdum geführt, sobald Private Blithe dem von ihm frisch erschossenen Wehrmachtssoldaten das Edelweiß von der Jacke pflückt. Tolle Serie.

Donnerstag, Februar 05, 2004

Die leider total geschminkte Wahrheit

Okay, es muss endlich raus. Ich kann nicht weiter mit dieser Lüge leben. Ich bin gar nicht wegen des Jobs nach Bayern gezogen. Ich bin geflohen. Davor:
bloßweghier

Montag, Februar 02, 2004

[ringring]
Blick auf Telefondisplay: XXX. Blick auf Uhr: 19.35 (oder so). Okay, ist Familie.
Ich: »Hallo?«
Sie: »Hallo Schwesterchen. Stör ich?«
Ich: »Bisschen, was gibt’s?«
Sie: »Wollt nur mal hören.«
Todesschwadron voraus!
Ich: »Ah, ich dachte, es sei was wichtiges.«
Sie: »Nö, wollte mal fragen, ob ihr auch so viel Schnee habt wie wir.«
Todesschwadron schneller da, als angenommen. Mögliche Waffen wie »Woher soll ich wissen, wie viel beschissenen Schnee ihr habt?« oder »Ja, so viel, das just jetzt die Telefonleitungen darunter zusammenbrechen. Tschüss.« werden nicht abgefeuert. Man ist ja nett. Nah am Wahnsinn, aber nett.
Ich: »Mhm, wie viel Schnee habt ihr denn?«
Sie: »Bestimmt 20 Zentimeter.«
Ich: »Hui!«
Sie: »Und bei euch?«
Ich: »Ähnlich, denke ich.«
Notiz an mich selber: Beim nächsten Schnee ’nen Zollstock mitnehmen. 20 Zentimeter – pah, da kann ich über!
Sie: »Kommste denn gut durch?«
Ich: »Ja, kein Problem. Der Winterdienst ist in Bayern ziemlich fit.«
Sie: »Ich habe gestern ’ne ganze Stunde von hier bis Wipperfürth gebraucht.«
Die Nachricht wurde übermittelt. Jetzt ist gut.
Ich: »Oh, das ist lang. Du, Schwesterchen, ich müsste mal weiterarbeiten. Heftende und so.«
Sie: »Okay. Dann bis demnächst. Kannst ja auch mal anrufen.«
Ich: »Ja, mach ich, wenn ich wieder Luft habe. Bis demnächst und schöne Grüße.«
Sie: »Tschöhö.«
[klick]
Verdammt, nicht ein Frag auf dm17.

Großartig ist es auch, wenn Mutter zwei Mal in fünf Tagen anruft und beide Telefonate mit »Hab auch meinen Wagen wieder« beginnt und die Rauswurf-Frage »Und, was macht die Liebe?« lautet. Habe mir fest vorgenommen, beim nächsten Mal was wie »Alles super, Abdul und ich wollen gemeinsam zu seinen Eltern nach Bingöl ziehen« zu sagen.

Schieflage

Gerade erst wieder bemerkt: Wenn ich Bilder von Menschen sehe, die aus tieferer künstlerischer Absicht oder auch nur aus Schusseligkeit schräg fotografiert sind oder die einfach den Kopf zur Seite neigen, neige ich meinen auch. Bei manchen Bildern muss ich sogar eine Hand zur Stütze nehmen, auf dass meine Hirse nicht vor lauter inbrünstiger Mitneigerei vom Hals fällt.
Nun ja, ich dachte, ich sag’s mal.