Dienstag, April 27, 2004

3.41 Uhr...

...ist auch irgendwie von Jahr zu Jahr früher.

Samstag, April 24, 2004

Auto in der Schrottstraße geparkt. Die Coverfrau der TV Spielfilm nicht ohne Brille erkannt. Weil sie keine trug.

Dienstag, April 20, 2004

Osten

Ich schrieb einmal irgendwo, dass Osten eine gute Himmelsrichtung sei. Man fragte mich, warum gerade Osten. Ich wusste damals keine rechte Antwort. Neulich Abend fiel sie mir ein. Neulich, als ich nach der Arbeit auf dem Heimweg war. Als ich nach Osten fuhr. Als ich die tote Katze auf dem Fußweg sah. Und an meinen Hund dachte, der vor genau vier Jahren ihr Schicksal geteilt hat. Ich dachte daran, wie ich mit ihm stets nach Osten gegangen bin. Weil im Westen die Stadt lag. Menschen. Im Osten gab es nur Bauernhöfe, Wälder, Wiesen und uns. Ab und an begegneten wir ein paar Spaziergängern. An Sonn- und Feiertagen schon deutlich zu vielen. Die einzige Lösung war, noch weiter nach Osten zu gehen. Weiter weg von den kleinen Landstraßen mit den kleinen Parkbuchten. Wenn wir weit genug gingen, kamen wir an einen Zaun. Der umschloss die Kerspe-Talsperre. Trinkwasser-Reservat. Was blieb? Der U-Turn. Dann war es häufig so spät, dass alle Wochenend-Ausflügler bereits verschwunden waren. Im Frühling und Spätsommer genoss ich den Rückweg oft mehr als den Hinweg. Wenn wir die letzte Kuppe erklommen hatten und aus dem Wald traten, stand die Sonne schon niedrig. Das Licht hatte dann häufig diese ganz besondere Farbe. Nicht mehr durchdringend klar, aber auch noch nicht rötlich. Genau dieses Licht -- neulich Abend war es das gleiche. Und ich wollte nicht nach Osten fahren.

Montag, April 19, 2004

Puff und weg

Sollte ich irgendwann mal auf einem Placebo-Konzert zugegen sein, auf dem Ask for Answers gespielt wird -- ich werde sicher nach den ersten Tönen vor allumfassender Verzückung lichterloh aufflackern und dann schlicht zu Staub zerfallen. Wie ein alter Vampir, der die Schnauze von Jahrhunderten der Dunkelheit gestrichen voll hat und eines schönen Morgens nach dem Zähneputzen nicht den Sargdeckel, sondern ein Fenster nach Osten öffnet.

Freitag, April 16, 2004

1. Grab the nearest book.

2. Open the book to page 23.
3. Find the fifth sentence.
4. Post the text of the sentence in your journal along with these instructions.

»Ich les so gern, ich spreche gern, und vögeln könnt' ich Tag und Nacht, wenn ich gut drauf bin, lass es dir bestätigen von Birgit, Astrid und Marie.«

Ist im Büro wahrlich nicht so einfach. Ein Buch zu finden. Gut, dass das olle Standbein Spielbein von Axel Maria Marquardt hier schon seit zwei Jahren rumlümmelt.
Dazwischen gefunden.

Donnerstag, April 15, 2004

Ah, olles Zeuch...

Herrlich. Angeregt durch eine gar nicht so anregende Unterhaltung mit einem netten Herrn, der sonst immer für eine angeregte Unterhaltung gut ist, durchstöbere ich just in diesem Augenblick meine MP3-Sammlung. Und bevor jetzt alle Bäh und Pfui rufen und mit dem Finger auf mich zeigen -- habe fast alles davon auch auf irgendwelchen Datenträgern. Kassetten, Platten, CDs. Naja, bis auf ein paar besonders exotische Exemplare. Wie das, was gerade läuft. Beneath The Mask von Makai. In der Stampf-Version. Kennen vielleicht einige in der dezent ätherischeren Variante aus Ghost in The Shell. Davor durfte K.D. Lang ihr Constant Craving ...hm, jetzt bin ich aufgeschmissen. Ich könnte ganz platt »singen« schreiben. Aber das stinkt. Das trifft es nicht. Außerdem schüre ich doch am Anfang eines Satzes nicht die Neugier auf ein fluffiges Verb und komm dann damit nicht rüber. Aber ach, es fällt mir kein Verb ein, dass K.D.s Gesang hinreichend und vor allem wertend genug spezifizieren würde. Okay, lassen wir Frau Lang da, wo wir alle über kurz oder (haha, ich bin so witzig) lang landen -- in der Vergessenheit. Und Makai mag ich jetzt auch nicht mehr hören. Der Song dauert doch mal glatt 12.31 Minuten. An sich eine gute Zeitspanne. Ich mag lange Lieder. Das bringt mich auf Supper's Ready von Genesis. 22.53 Minuten. Keine Sekunde davon langweilig. Momang, Echoes von Pink Floyd könnte das noch toppen...ha, 23.31. Herrlich. Besonders gut an dem Stück ist die Stelle gegen Ende, wenn das Geschrammel wieder einsetzt. Kurz vor dem Gesang. Den hätten Pink Floyd übrigens auch gerne weglassen können.
Weiterstöbern...was ham wa denn noch? Huch, Prokofiev. Tanz der Ritter. Aus Romeo und Julia. Sehr fein. Bis zu dem Punkt, wo es unerträglich lieblich wird. Damit soll es in Sachen Klassik aber auch gewesen sein. Das Ave Verum Corpus von Mozart hab ich nur aus Nostalgiegründen. Mussten wir damals im Schulchor singen. Reise zurück in die Populär-Musik. Reise ist ein prima Stichwort für Bran Van 3000, Drinking in L.A. Mache ich bald wieder. Habe mir den Song damals häufiger angehört, als ich noch Taxi gefahren bin. Ja, kann nichts dafür. In mancherlei Hinsicht bin ich nun mal ein wandelndes Klischee. Fuhr halt während Studienzeiten Taxi. Zurück zum Song. Saß also häufig da im Taxi und hörte Drinking in L.A. und komischerweise Watching the Wildlife von Frankie Goes to Hollywood. Und träumte davon, in einem Cabrio ganz alleine den Highway No. 1 runter- oder raufzubrausen. Autofahren. Wieder ein Stichwort. Was mich seltsamerweise auf Breathe von Midge Ure bringt. Ich erkläre es fix. 1995 war ich mit meinem damaligen Freund für drei Wochen in England und Wales unterwegs. Mit dem Auto. Und ich musste fahren, weil der Töffel ein Jahr zu jung war. Okay, wir haben echt jede beschissene Autobahn und sicherlich auch mindestens, ach, wenn nicht sogar Prozent der normalen Straßen dort befahren. Und kamen auch in die Nähe von Bath. Und jetzt gleich sind wir auch wieder bei Midge. Denn nahe Bath ist dieses riesige weiße Pferd auf den Hügel gepinselt. Oder aus Steinen zusammengelegt. Und dieses riesige weiße Pferd kommt im Video von Breathe vor. War einfach, oder? Hätte ja jeder bestimmt irgendwie rausbekommen. Von Pferd ist der Sprung zu Pony auch gar nicht so weit. International Pony hätte ich in diesem Zusammenhang anzubieten. Mit Leaving Home. Völlig schräg. Vor allem in der langen Version, die man nur selten im Radio hören konnte. Radio. Nein, keine Panik. Jetzt kommt nix mit Radio Orchid. Fury in The Slaughterhouse. Brrr, damit kann man mich echt jagen. Radio ist eine ganz und gar großartige Nummer von Hot Water Music. Naja, ist nicht ganz richtig. Alkaline Trio und Hot Water Music. Der nette Herr von ganz am Anfang war einst so nett, mir die musikalische Perlen von HWM vor die Füße zu werfen. Ich habe sie aufgesammlt und bin dabei, eine hübsche Kette daraus zu flechten. Mir fehlen nur noch drei CDs, glaube ich. Die sind dann beim nächsten CD-Großeinkauf dran. Kaufen macht übrigens frei. Oder so.
Zur finalen Krönung nenne ich jetzt noch den abartigsten Song, der auf meiner Festplatte ruht: Encore une Fois von Sash. Und das auch nur aus Nostalgie-Gründen. 1996 nämlich war ich für zwei Wochen in Stockholm, um da meinen schon weiter oben erwähnten Freund zu besuchen. Der studierte da an der Stockholm School of Economics. In den zwei Wochen waren wir sicherlich auf drei Parties. Und auf jeder lief Encore une Fois rauf und runter. Die schwedischen BWLer. Haben einfach keinen Musikgeschmack. Frau Schwarz, wohnhaft in Uppsala, kann das bestimmt bestätigen.

Dienstag, April 13, 2004

Eigentlich wollte ich...

...hier und jetzt einen furchtbar ätzenden Kommentar zur maßlosen Miesheit von Matrix Revolutions verfassen. Aber Weißwein, Placebo und David Bowie haben was dagegen.

Montag, April 12, 2004

Der einzige Tiefpunkt...

...der ersten Staffel von Six Feet Under ist der Moment, in dem Claire Fisher nach einem abermaligen beschissenen Schultag frustriert in ihrem Zimmer sitzt und Quake 3 spielt. Gar nicht mal schlecht, wie dauernd aus den Boxen dröhnende Excellents und Impressives beweisen.
Wo ist denn nun aber der Tiefpunkt, mag sich jetzt so manch einer fragen. Quake 3 ist es nicht. Auch wenn nimmermüde Skandal-Journalisten und -Politiker nimmer müde werden, darauf hinzuweisen, dass Ego-Shooter nach der Kreuznagel-Aktion vor ungefähr 1968 Jahren die Talsohle der Evolution darstellen.
Ja, aber wo isser denn nun? Der Tiefpunkt. Wo?
Okay, ich kläre auf: Die gute Claire spielt nur mit Tastatur. So.

Mittwoch, April 07, 2004

Albern. Aber gut!

Habe gerade den Weg in die Redaktionsküche tanzend bestritten. Grund dafür: I Like the Way You Move von Outkast. Sehr, sehr laut. Okay, das Gerappe ist natürlich Schrott, aber der Refrain geht in die Beine. Den Weg zurück ins Büro bin ich hingegen normal gegangen. Eine dezent zu hoch mit heißem Kaffee gefüllte Tasse hat eine ähnliche ekstatische Hüpferei verhindert.
Ich mag meine 6.1-Anlage. Ich mag es, früh und vor allem allein im Büro zu sein.

Sonntag, April 04, 2004

Merke: Entschlüsse fassen und Entschlüsse in die Tat umsetzen, sind zwei paar Stiefel. Die einen sind bequem und man flutscht verhältnismäßig easy rein. Die anderen sind eng, pieken, und man muss erst lernen, damit gut zu laufen. Um die Sache noch komplizierter zu machen -- man muss darin am inneren Schweinehund vorbei, der je nach Menschenschlag mal an einer kürzeren, mal an einer längeren Leine tobt. Der arme innere Schweinehund übrigens. Der darf immer dann herhalten, wenn es darum geht, Konkretes möglichst unkonkret daherkommen zu lassen.
Entscheidungen sind auch in der neuesten Allegra das Thema. Die kostete mich zu meinem Erstaunen nur einen popanzigen Euro. Da fiel der Schritt von Entscheidung (kaufen oder nicht?) zu Umsetzung (kaufen!) extrem leicht. Feine Sache. Könnte ich mich dran gewöhnen. Und hui, just in diesem Monat startet mal wieder der Kurzgeschichten-Wettbewerb. Diesmal unter dem Motto Postskriptum.

P.S. Vielleicht mach’ ich mit. Bin jedoch noch unentschlossen.