Mittwoch, Juni 30, 2004

Schleichender Wahnsinn

Ich bin auserwählt. Ganz klar, logisch und eindeutig. Denn ich kenne das Geheimnis. Das große Geheimnis. Was rede ich? Ich kenne den heiligen Gral aller Geheimnisse. Eigentlich ist es noch wilder. Denn zusätzlich zu dem einen Geheimnis ist da noch das zweite. Das drumherum. Klartext: Es ist schon ein Geheimnis, dass das eigentliche Geheimnis eins ist. Woohoooo!
Na gut, ist gar kein Grund zum Jubeln. Eher zum Heulen. Oder zum Durchladen. Abgesägte, doppelläufige Schrotflinte vielleicht? Die macht schöne Löcher, 'zeihung, Krater macht die. Haha, ganz furchtbar große Krater. In Bäuche. Hihi. Und Köpfe? Die sind dann schlicht nicht mehr da, wo sie mal waren. Blutorgien. Und ein Katana hätte ich noch gerne. Um die weinenden und wimmernden Hinterbliebenen in kleine, Krähenmund-gerechte Happen zu teilen. Blutfontänen. Und ich darunter. Ein wahnsinniges Lachen lachend. Gnade? Nö. Nicht mit mir.
Positiver Nebeneffekt: Die Arbeitslosenzahl in Deutschland wäre schlagartig (schussartig, meine ich) bei Null. Erstens wären schlicht ganz viele Arbeitslose plötzlich tot und zweitens massig Jobs wieder vakant.
Und das nur, weil ich alle, die das Geheimnis um das Nutzungsprinzip dreispuriger Autobahnen nicht kennen, ihrer gerechten Strafe zugeführt habe.
Erschreckend, was zwölf Stunden deutsche Autobahnen in zwei Tagen plus Rage Against The Machine mit einem anstellen können.
Übrigens liebe schwedische Regierung, falls ihr Staat an den gleichen Krankheiten wie unserer krankt, schicken sie doch ruhig mehr von ihrem fahrenden Volk hier runter. Nur so 'ne Idee.

Dienstag, Juni 29, 2004

»krass, auf mtv läuft wieder beavis and butthead.«
»örks.«
»fand ich immer schon kewl... haben wir damals immer mit ner kiste bier angeschaut.«
»komisch. wenn ich die mal gesehen habe, dann mit nem fernseher.«
»cool, konnte man den auch trinken?«
Und ich sach noch zu Frodo, Frodo, sach ich, vergiss den Mount Doom. Tu dir den Stress nich an. All die Latscherei und Kram. Der Mount WäschediedaraufwartetindenSchrankeingeräumtzuwerden in meinem Schlafzimmer erfüllt den gleichen Zweck. Da sind schon ganz andere Dinge spurlos drin verschwunden als popelige Ringe. Aber klar, diese Halbwüchsigen wollen ja heutzutage partout nicht hören.

Freitag, Juni 25, 2004

»Das dauert immer viel zu lange bei uns mit dem Tschüss-Sagen.«

Donnerstag, Juni 24, 2004

Das wirklich Doofe am Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft ist, dass man sich keine Duplos mehr kaufen kann, ohne peinlich berührt zu sein. Naja, und das Ausscheiden an sich ist auch ziemlich doof. Ich war gerade in EM-Stimmung gekommen -- und hatte Lust auf Duplo.
»Kind, iss mehr Erdbeeren. Da ist viel Brom drin, das veringert die Libido.«

Dienstag, Juni 22, 2004

Trick 17

Sommer glänzt durch Abwesenheit? Stimmung im Keller? Alles scheiße?
Man nehme einen Gute-Laune-Song der eigenen Wahl, schmeiße sich ins Auto und den Song in das vorhandene Abspielgerät, suche die nächste lange Gerade mit Schnellfahr-Erlaubnis, lasse alle Fenster runter, drehe den Song bis zum Anschlag auf, nehme die Hände vom Lenker und strecke die Arme, so weit es geht, in beliebige Richtungen. Mitgröhlen verstärkt die heilende Wirkung übrigens enorm.

Mittwoch, Juni 16, 2004

A9, irgendwann heute Morgen

Stau. Aber das bin ich gewohnt. Der kam nicht erst mit der Baustelle. Mit der Baustelle kam die gerade entstehende Autobahnausfahrt, die mit dem gerade entstehenden Stadion durch eine gerade entstehende Brücke verbunden wird. Das Resultat: engere Fahrbahnen, permanente Angst um die Seitenspiegel.
Heute Morgen dann der erste Unfall, den ich bemerke. Auf der Gegenspur. Blechschaden, denke ich. Himmel, da gibt es nichts zu gaffen, ihr dummen Säcke, denke ich. Fahrt halt, denke ich. Man fährt -- langsam. An den Autos vorbei, die auf der Gegenspur am Rand stehen. Ohne sichtbare Dellen. Zuvorderst ein bunter VW-Van mit riesigem Blumenaufkleber auf der Motorhaube. Dahinter ein schwarzer Mittelklassewagen. Kann das Fabrikat nicht erkennen. Wiederum dahinter, aber weiter auf der Fahrbahn ein dunkelblauer Kleinwagen. Nissan Micra, glaube ich. Auf der Beifahrerseite sitzt eine junge Frau mit dunkelblonden Haaren. Sie schüttelt den Kopf. Schaut nach links. Noch kann ich nicht sehen, was sie sieht. Der schwarze Wagen ist im Weg. Dann, ein paar Meter weiter, zwei Männer. Einer vornübergebeugt. Kotzend. Der zweite legt ihm eine Jacke über die Schultern. Ich bin mittlerweile nah genug, um zu erkennen, dass wirklich nichts nennenswertes an den drei Wagen sein kann. Die berühren sich nicht einmal. Also Blick wieder nach vorne. Fühle mich ohnehin schon schmutzig, weil ich überhaupt geschaut habe. Fahre unter die Brücke. Sehe Rauch. Sehe die eine Hälfte eines weiteren Fahrzeugs. Die Hälfte schmiegt sich an den Brückenpfeiler. Die andere wohl auch -- nur auf der anderen Seite. Denn der Brückenpfeiler steckt bis zur Fahrgastzelle und darüber hinaus darin. Im Fahrzeug. Ich wende den Blick ab, kann aber aus den Augenwinkel noch etwas helles erkennen. Airbag. Bitte. Hoffentlich nur der Airbag. Dann bin ich vorbei. Und bin froh, dass ich die andere Richtung unterwegs bin. Unüberwindbar durch eine kleine Behelfsleitplanke von dem getrennt, was ich nur schemenhaft wahrnehmen konnte. Und eine weitere Sekunde später bin ich froh, dass es Menschen wie ihn gibt.

Donnerstag, Juni 10, 2004

Seltsam, dass ich immer mal wieder für ein paar Jahre vergesse, wie großartig tanzen sein kann.

Freitag, Juni 04, 2004

Gordon
»Das Problem ist, dass es ja eigentlich nicht so schwierig ist.«