Sonntag, Oktober 31, 2004

Zwei Lichtgestalten*

Peggy und Paul. Wenn wir das nächste Mal im Bondi sind, widme ich jeden von mir noch so schief intonierten Song euch beiden. Und schmeiße alle eure Getränke.

*Die beiden haben mich in einer selbstlosen Aktion spätabends noch ins Münchner Outback gefahren, nachdem mir der nette Herr vom ADAC mitgeteilt hatte, dass die Einspritzpumpe meines Autos im Arsch sei (diese Formulierung widme ich einem guten Freund). Und dabei wurde mir eines bewusst: Es reicht nicht, morgens duschen zu gehen und sich frische Klamotten anzuziehen, damit man bei einem möglichen fiesen Unfall, der Trage und Krankenhaus rechtfertigt, nicht wie ein toter Otter stinkt, den Tante Käthe drei Wochen unterm Arm spazieren getragen hat. Man sollte auch ab und an in den eigenen vier Wänden aufräumen.

Donnerstag, Oktober 28, 2004

In Trance. Seit geraumer Weile schon. Angenehmer Zustand.

Montag, Oktober 18, 2004

Spätestens 2006 gibt's 'ne neue Oscar-Kategorie: der beste Film, in dem Colin Farrell nicht mitspielt.

Donnerstag, Oktober 14, 2004

Im Loop

Vorgestern ließ ich mich zu folgendem Satz hinreißen: Gott ist als Spiel auf die Erde hinabgestiegen. Übertrieben? Klar, bisschen. Im Zusammenhang mit dem im vorherigen Post bereits gelobhudelten Chronicles of Riddick vielleicht schon Blasphemie. Ich denke da mit zärtlicher Verklärung an die Möglichkeit, Typen von hinten das Genick zu brechen oder ihnen die eigene Waffe unters Kinn zu halten -- inklusive Abzugsbetätigung.
Warum nun schon wieder Riddick? Weil ich neulich was vergessen habe. Die Musik. Super. (Hier ein Dank an Thomas B., der Komponist Gustaf G. meine Begeisterungsanfälle sofort ungefiltert übermittelt hat.) Höre ich seit Tagen im Loop. Kann man nämlich runterladen. Beispielsweise von Fileshack. Ziemlich nah am Score von Pitch Black. Der nach abermaligem Schauen gar nicht mehr so sucky ist, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Als billige Ausrede biete ich jedoch Folgendes an: vom Spiel und einer Mega-Dröhnung Schmerztabletten benebelt. Ach was, guter Film. Punkt!

P.S. Nils, das Spiel dürfte sicher nicht jedermanns Sache sein. Der Brutalitätsgrad ist wirklich herausragend (tolles Wort im Zusammenhang mit Schraubenziehern). Doch hey, Atmosphäre, Spieldesign etc. sind -- meiner Meinung nach -- von einem anderen Stern.

Update: Brillant, wenn man das Spiel nochmals und nochmals und nochmals spielt und die Musik quasi mitsummen kann. Das ergibt nämlich eine total bizarre Wahrnehmungsschleife. Man betritt einen Raum, hört die ersten Klänge einer Melodie, ist darin gefangen, nimmt dann wieder den Raum wahr, bewegt sich ein paar Meter, erledigt einen Gegner, steht im Dunkeln, konzentriert sich abermals unbewusst auf die Musik und so weiter und so fort. Absolute Highlights übrigens: I can escape anything und Pope Joe's Theme. Gerade Letzteres ist ein ganz großartiger Kontrast zum Rest. Und passt fantastisch zur Szene.

Sonntag, Oktober 10, 2004

You're not afraid of the dark, are you?

Da lag sie nun seit Monaten ungenutzt rum, die Xbox. Nichts konnte mich auf Dauer reizen. Kein Knights of the Old Republic, kein Rainbow Six 3 (trotz der pervers coolen Befehlsoption über Headset), kein Soul Calibur 2 (das macht nur Spaß, wenn man jemanden demütigen kann). Nichts. Okay, ab und zu 'ne Runde Quantum Redshift gab es schon. Aber das auch nur aus Verlegenheit. Gegenüber der Box.
Und dann kam er. Er, der von einem Gletscher in den Alpen in 'ner halben Stunde im Zentrum von Prag ist. Er, der Kartoffelnasen-Mann. Er, Vin Diesel. Und er sagte Sätze wie »Talking about me? Never wise.« oder »Hmm... a med-station, takes away the hurt, leaves the pain.« Und die Med-Station sagte: »Nanomed plus. When the world treats you wrong, we treat you right.«
Vor einigen Stunden nun saß ich auf dem Sofa und schaute den Abspann von Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay. Kurz zuvor, während der finalen Sequenzen: Gejohle, Geklatschte und Geweine. Wenn mich wer gesehen hätte... Und ich dachte Augenblick, verweile doch. Wahrscheinlich weitaus überdramatischer als es Gunnar jemals könnte. To cut a long story short: Wer eine Xbox sein Eigen nennt, möge bitte, bitte, bitte dieses Spiel spielen. Es macht glücklich. Wirklich. Ach ja, auf keinen Fall zwischen Fuel Transport und Hangar die Machinegun liegen lassen! Auf gar keinen Fall!

Dienstag, Oktober 05, 2004

Abt. Festplattenmüll

Der Sturm näherte sich nur langsam. Die Männer im Hafen hatten reichlich Zeit, sich auf seine Ankunft vorzubereiten. Dennoch herrschte emsige Betriebsamkeit am Dock -- wie immer. Fracht wurde aus- und wieder eingeladen. Riesige, ins Monströse mutierte Kräne hievten Container durch schwindelerregende Höhen. Gebrüll allerorten, obwohl jeder Arbeiter mit einer Kommunikationseinheit ausgestattet war, die noch so leises Flüstern einfing und an der richtigen Adresse absetzte.
Ganymed konnte nichts davon sehen, hatte aber alles klar vor Augen. Seit er seinen Job auf Hongkong 2 an den Nagel gehängt hatte, um auf Transportschiffen ins wirkliche All zu reisen und nicht nur auf einem künstlichen Trabanten um die Erde zu kreisen, waren bald zehn Jahre vergangen. Aber im mit Abstand größten Raumhafen hatte sich im Laufe der Zeit nicht viel verändert. Okay, die Geschäfte mochten härter und schmutziger geworden sein. Den gewöhnlichen Arbeiter kratzte es jedoch nur wenig, ob er verbotene Drogen, vom Aussterben bedrohte Spezies oder illegale Einwanderer verlud. Hauptsache am Ende des Monats stimmten die Yuans auf der Geldkarte. Ganymed konnte sich noch an Zeiten erinnern, in denen die Löhne in Dollar ausgezahlt wurden. Doch das schien Äonen zurückzuliegen. Nachdem sich China in den letzten vierzig Jahren fast die gesamte östliche Hemisphäre unter den Nagel gerissen hatte – teils durch geschicktes Verhandeln, teils durch eindeutiges Drohen, teils durch zerstörerischen Krieg – war der Dollar immer schwächer geworden. Jetzt spielte er für die Weltwirtschaft eine ähnlich große Rolle wie ein Pickel am Arsch einer alten Jungfer.
Ganymed starrte aus dem großen Fenster, das die gesamte Vorderfront der Brücke einnahm. Und der Sturm hatte eine verschwenderisch große Brücke, obwohl der Pott nur mit ein paar Knöpfen und dem Bordcomputer sicher zu steuern war. Als er als gewöhnlicher Schiffsjunge auf dem Transporter angeheuert hatte, fand er es höchst albern, »der Sturm« statt »die Sturm« zu sagen. Schiffe waren nun mal weiblich, basta! Nachdem ihm jedoch (trotz mehrfacher eindringlicher Warnungen) einmal in Gegenwart des alten Kapitäns ein »die Sturm« rausgerutscht war und er danach zwei Tage im Frachtraum mit nicht nur abscheulich stinkenden, sondern auch abscheulich jaulenden Orgzars verbringen musste, war ihm dergleichen nie wieder passiert. Das Schiff hieß fortan auch für ihn nur noch »der Sturm«. Dennoch kündigte er, nachdem er den Posten des Kapitäns durch eine kleine und nicht ganz astreine Meuterei übernommen hatte, sämtliche Verträge, die den Transport von Orgzars vorsahen. Die widerlichen, an zerschnetzelte und wieder zusammengeklebte Kröten erinnernden Viecher mochte doch bitte durchs Weltall schippern, wer wollte. Er wollte jedenfalls nicht mehr. Auch wenn die aus ihren Warzen austretende Flüssigkeit gut gegen Harndrang war. Sagte man.
»Noch etwa 35 Minuten, Gan.«
Die leicht quäkige Stimme seiner Steuerfrau Ziyi riss Ganymed zurück ins Hier und Jetzt. Gleich würde sich die Erde zur Seite schieben und den Blick auf einen kleinen, unförmigen grauen Haufen freigeben. Hongkong 2 sah aus der Distanz aus wie ein von der Bordkatze ausgewürgtes Büschel Haare. Kam man jedoch näher, explodierte das Büschel wie in Zeitlupe zu einer gigantischen Metallkonstruktion gegen die selbst der Sturm winzig wirkte...

Freitag, Oktober 01, 2004

Weil mir heute nichts weiter einfällt, außer der Tatsache, dass das Oktoberfest besäufniserregend ist, folgen nun zwei Links, die besondere Aufmerksamkeit verdient haben: