Donnerstag, Januar 27, 2005

Neulich Nacht stand ich in der Uni und unterhielt mich mit irgendwem über irgendwelche Prüfungen. Hatte dabei ein komisches Gefühl. Wahrscheinlich, weil ich nicht mal wusste, um welche Prüfungen es sich handelte und ich mir deswegen ziemlich sicher war, nicht dafür gelernt zu haben. Durch die Glastür, die genau so aussah wie das Holztor in der Mitte von de_dust 2 -- nur eben in Glas -- konnte ich drei dicke, große Chinesen sehen, die drei ganz kleine Chinesen auf ihren Schultern umhertrugen.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite brach Tumult los. Reporter rückten an. Ich ging rüber, um zu schauen, was los war. Vorm hässlichen Michelin-Gebäude baute sich der Firmenspecher auf und erklärte irgendwas über Tarifverhandlungen. Helmut Schmidt stand daneben und sah aus, als hätte er keinen Bock auf den Scheiß. Ich hab ihn gefragt, ob wir eine miteinander rauchen wollen. Er stimmte zu. Wir verzogen uns in den zweiten Stock des hässlichen Gebäudes, ließen uns an der Wand runtergleiten, hockten da und rauchten.

Freitag, Januar 14, 2005

Weiß gar nicht, ob das nicht nur eine Filmklamotte ist. Etwas, das sich mal irgendwann ein Pretty-Hollywood-Drehbuchautor ausgedacht hat. Das mit den Huren und dem Küssen. Dass Huren ihre Freier eben nicht auf den Mund küssen, weil ein Kuss das mitunter intimste ist, was man so im Laufe des Daseins mit jemandem teilen kann. Aber hey, es gibt Küssen A und Küssen B. Kollege Siegismund würde zu Kategorie B Knutschen sagen. Passt ganz gut, weil das Wort dem Tun die Bedeutung nimmt. Was nichts daran ändert, dass es verdammten Spaß macht. Aber Counterstrike macht ja auch Spaß und hat keinerlei Bedeutung.
Zurück zu Küssen A. Und zurück zum Film. Sah gestern Abend The Whole Wide World. Ist so eine Low-Budget-Geschichte, die unter Sony Classics veröffentlicht wurde. Muss mir dringend Sony Classics merken. Immerhin haben die mir jetzt schon zwei der tollsten Filmküsse ever geliefert (den anderen gibt es in Laurel Canyon zu sehen). Es existieren tatsächlich Menschen, die können so gut vor der Kamera Küssen A faken, dass man es nicht fasst. Ich sitze dann immer stocksteif so rum und denke...gar nichts mehr. Küssen A funktioniert natürlich in Filmen nur, wenn vorher ein Schlimmschlimmschlimmer-Beziehungsdrama oder ähnliches ablief. Ohne klappt das nicht so recht.
In The Whole Wide World wird die Geschichte von Robert Ervin Howard erzählt. Den Namen mögen manche kennen und richtig zuordnen können. Das ist der Mensch, der uns immer mal wieder auf RTL2 oder ähnlichen Spartenkanälen (muahaha) mit Conan, der Barbar oder Red Sonja beglückt. Will meinen, der hat die »Bücher« geschrieben. Der Film selber basiert auf der Erzählung seiner Freundin, seiner großen Liebe. Die verließ ihn (obwohl die beiden nie richtig zusammen waren) irgendwann 1935. Aus durchaus verständlichen Gründen. Irgendwie. Und irgendwie wieder nicht. Nur drei Wochen später hat sich Robert E. erschossen. Böse tragisch. Hatte zudem was mit Roberts Mutter zu tun. Aber das nur nebenbei. Bemerkenswert ist vielmehr: Sollte die Geschichte von Novalyne Price (Bobs Freundin) auf Tatsachen basieren (wovon ich jetzt in meiner weiblichen Naivität einfach mal ausgehe), dann war der Mann, der den »indomitable warrior-hero battling supernatural evil«* quasi erfunden hat, nicht der Mensch, für den man ihn gemeinhin würde halten können.
Der Kuss jedenfalls. Der eine. Der war so unglaublich. So...waaah! Waaah, waaah! Übrigens ist der Film als ganzer ziemlich waaah. Was ich irgendwie wusste. Immerhin spielt Jaleckmichamarsch die männliche Hauptrolle. Scheiße, ist der Mann gut. Kann man sich mal von überzeugen. Schad'nix.

*Carter, Lin, "The Introduction: Of Warriors and Wizards“, In: Flashing Swords! Bd.4, NY, 1977, 12.
Zu irgendwas müssen Uni-Hausarbeiten und ihre Bibliographien ja gut sein. Und wenn es nur Angeben ist.

zusätzliche Notiz: In Zukunft -- selbst wenn ich aufs Harscheste eine extreme Meinung vertrete -- wie ein angefahrenes Reh schauen. Renée Zellweger (Novalyne Price) schaut immer wie ein angefahrenes Reh. Und verdammt ja, ich weiß sehr genau, wie angefahrene Rehe schauen. Das ist gar nicht witzig. Und die wenigsten bekommen dafür einen Oscar. Vielleicht lasse ich es dann besser.

Donnerstag, Januar 13, 2005

Neulich auf der Autobahn -- zwischen zwei nicht recht sicher geführten Lastkraftwagen eingekesselt -- dachte ich folgenden Gedanken: »An was denke ich eigentlich, wenn es mich mal erwischen sollte?« Also in den wenigen Sekunden, in denen man weiß, dass einen nichts mehr retten kann. Wurde leicht panisch, weil ich gleich darauf dachte: »Ha, du denkst doch sicher nur ähnliches wie den gerade gedachten Gedanken!« Das wäre allerdings bescheiden. Man will doch nicht kurz vorm Sterben denken: »Oh weia, jetzt schnell an was schönes denken, solange es noch geht! Schnell, schnell. Jetzt!« Tot.
Habe mich daraufhin entschieden, nicht mehr so einen Blödsinn zu denken.

Sonntag, Januar 02, 2005

Jaleckmichamarsch!

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