Dienstag, Januar 31, 2006

Extra für die Menschen, die noch immer über die Linkliste des leider mittlerweile sehr toten Schmuddelblogs hier einfallen, nun folgende Nachricht: Gestern hatte ich den Stromablesefutzi zu Gast. Und wie in all den Jahre zuvor wieder kein Stroh in der Ecke.
Für die Menschen, die weder die Linkliste noch das Schmuddelblog kennen, ein kleiner Nachgeschmack, bitter süß.

Montag, Januar 30, 2006

Ich hab' es in dem Moment gewusst, als er es das erste Mal sagte. Ich dachte: »Oh nein. Wie grauenvoll. Das bleibt dir sicher im Hirn. Und kommt gelegentlich mal raus.« Ha! Gelegentlich. Ha! Scheiß Stromberg! Scheiß »wunderbärchen«!

Sonntag, Januar 29, 2006

Die Durchschnittsanzahl der Durchschnittsmänner auf diesem Erdenrund, die rafft, dass Frau nach der Bemerkung (mit theatralischem Handgefuchtel, wenn's beliebt) »Ach, weh mir! Schau, diesen wundervollen Cordrock kaufte ich mir erst vor wenigen Monden und zog ihn heute zum ersten und sicher auch zum letzten Male an. Denn, ach weh mir, bei der nächsten Rockgelegenheit wird er mir sicherlich von der Hüfte rutschen. Und das wäre gar nicht fein, nicht wahr?« auf keinen Fall eine Anwort wie »Ja, echt doof wär' das!« hören möchte, dürfte irgendwo bei zweikommahassenichgesehen oder so liegen.
A lot of my friends were making fun of me for wanting to see this: aside from the gay thing, I think a lot of them saw the film's scary teenybopper potential ("OMG HEATH AND DONNIE DARKO HAVING TEH SEX OMG SO CUTE") as the only reason any girls would be interested in the film. Fools, all of them!

Und wieder der Gedanke, ob es nicht vielleicht doch nur das alte Männer-Klischee bei mir ist, nur eben ohne Lesben, also: schwule Männer, mjam, konvertieren, mjam! Meine Verteidigung? Ich fand schon Maurice zum Umfallen großartig. Und da wusste ich noch nix von all dem Kram. Oder so.
Man mag es nicht glauben: Ich war gestern auf einer Party, in deren Einladungsmail die folgenden Worte standen: »Sing und schwing das Bein...« und so weiter. Das hat mich zunächst furchtbar aufgeregt, weil ich mich fragte, wie alt ich eigentlich noch werden muss und so weiter. Darauf dann zwei Minuten Kichern, weil das echt zu albern und so weiter. Dann Gleichmut, weil ich ja nicht wegen einer eloquent formulierten Einladung auf eine Party gehe, sondern wegen der Menschen (also wegen einiger Menschen) dort und so weiter.
Frage mich aber wirklich, wie alt ich noch werden muss, um eine Party besuchen zu dürfen, auf der Worte wie »Magisterarbeit« nicht fallen. Und das Bier nicht in der Badewanne gekühlt wird.
(Blöderweise habe ich jedoch den schlimmen Verdacht, dass ich nur auf solchen Partys Bespaßung der Kategorie Singstar erwarten darf. Das macht es so schwierig, davon loszukommen. Aber Fraggles? Die müssen echt nicht mehr sein.)

Everyday People Cartoons.
Beim neuen Mo gefunden.

Samstag, Januar 28, 2006

Wenn man in diesem »Eigentlich würde ich gerne weiterpennen, aber die präsenile Bettflucht oder der Kaffeedurst oder Wasweißich treiben mich aus dem Bett und nun dauert es sicher noch fünf Minuten, bis der Kaffee durchgelaufen ist, mach ich eben Musik an und hampel so ein bisschen durch die Bude, möglichst im Takt«-Zustand ist, fallen einem ja die beklopptesten Sachen ein. Etwa eine Liste der Frauen, die man bedenkenlos heiraten würde. Ähnlich bedenkenlos heiraten wie Walter Moers. Genau, Walter Moers würde die sicher auch bedenkenlos heiraten, die Damen. Wäre er ich. Und Mann. Was er ja ist. Und bevor ich jetzt an dieser geistigen Fast-Möbiusschleife krepiere, schnell die Liste:
  • Cate Blanchett, wegen ihrer gnadenlos großartigen Optik, ihres gnadenlos großartigen Habitus' und ihres gnadenlos schrecklichen Gesangs von gnadenlos schrecklichen Bonnie Tyler-Songs in Bandits. Wenn die Frau da relativ zu Beginn des Films kocht, singt und tanzt, möchte ich das Messer sein, mit dem sie das Gemüse kleinhakt. Nein, ich will das Gemüse sein. Als Galadriel war sie sowas von unterverkauft. Eine Katastrophe!
  • Roisin Murphy (Sängerin, Moloko), wegen ihrer gnadenlos großartigen Optik, ihres gnadenlos großartigen Habitus', ihres gnadenlos großartigen Gesangs und überhaupt der ganzen gnadenlosen Großartigkeit.
Huch, kürzer, als ich dachte. Naja, gäbe sicherlich noch zwei bis ganz viele Frauen, bei denen ich eine Heirat zumindest in Betracht ziehen würde. Björk etwa. Oder Sharleen Spiteri, die Sängerin von Texas. Vielleicht auch Kate Bush, obwohl die ja so einen Eurythmie-Fimmel zu haben scheint. Gleiches gilt für Freundin A., die hatte auch mal einen Eurythmie-Fimmel. Freundin A. ist, nebenbei bemerkt, eine echte Fundgrube wilder Gegensätze. Das macht die Frau so wunderprächtigst, aber sicher nicht zum einfachsten Menschen, den ich kenne. Einfach, my ass! Aber ehrliche Haut, die ich bin, gestehe ich, dass die Damen da oben sowieso nur als Intro für eine Frage dienen. Nämlich für die: Darf ich eigentlich Sarah Kuttner total scheiße finden, ohne dass mir gleich Stutenbissigkeit vorgeworfen wird?

Freitag, Januar 27, 2006

Neulich lieh mir Kollege E. Appleseed aus. Mit den Worten »Hey, musst du sehen. Story is zwar nicht so super, aber Musik und Optik, hui! Und die Mechs, die Mechs!« So ungefähr jedenfalls. Sah mir den Film an. Ja, Musik ist super, weil: prima Elektrobeats unter den richtigen Stellen. Etwa unter denen mit den Mechs. Das ist ganz schön schön. Optik ist auch sehr klasse, weil: wilde Mischung aus Computerzeugs und Zeichnung, inklusive Cell Shading. Story in der Tat reichlich blöd, obwohl das Grundgerüst stimmt. Aber das Ende macht alles kaputt. Grundgerüst ist bei Blade Runner gemopst. Und nicht nur das. Auch die beiden Hauptgebäude des Films. Die erinnern nämlich sehr an die der Tyrell Corporation aus Blade Runner. Ein schöner Schlüsselreiz, um mal wieder das Original zu schauen. Blade Runner eben. Und nach all den Jahren, nach all dem Schauen und immer dem gleichen Rumgedenke an immer den selben Stellen (Etwa denke ich immer, wenn Sean Young das erste mal auftaucht, dass die ja nun am allerkünstlichsten von allen Skin Jobs ausschaut. Oder ich denke beim Durchs-Glas-die-Schlangenfrau-Erschießen, dass man der Stuntdame echt mal 'ne rotere Perücke hätte aufsetzen können, meine Güte!) haut mich die Detailverliebtheit des Films noch immer aus den Schuhen. Alleine schon diese erste Kamerafahrt durch's Polizei-Hauptquartier, von oben nach unten über das Dach des Chefs. Dieses wunderbar verdreckte Gerümpel auf dem Dach, also wirklich. Oder das Blut, das sich im Wodka-Glas verteilt, wenn Deckard daraus trinkt, nachdem er von Leon fast zu Brei gehauen wurde. Oder die Wohnung von J.F. Sebastian, voll mit Plunder; und wenn die Kamera richtig steht, sieht man das Licht auf den Staubflocken in der Küche tanzen. Auf den Staubflocken, die genau so alt wirken wie der Plunder da.
Am Ende, wenn Deckard und Rachael dann die Biege machen und diese Fahrt durch die Berge kommt, denke ich übrigens auch immer an meinen Uni-Kurs »History Fiction« und an die Sprechstunde beim zuständigen Professor, in der wir uns eigentlich über das Thema meiner Hausarbeit unterhalten wollten. Aber der Professor hatte ein Blade-Runner-Poster in seinem Büro. Es kam, wie es kommen musste: Statt über mein Hausarbeits-
Thema (»Oh, schöne Idee, machen se das!«) zu reden, sprachen wir über Blade Runner und Kram. Und am Ende beim Rausgehen sagte ich im Columbo-Style (also eigentlich schon weg, aber dann noch mal umdrehend in der Tür und mit einem »Ach, was ich noch...«), dass ja das Ende von Blade Runner in der Eingangs-
Sequenz zu The Shining verwurstelt wird. Oder besser anders herum: Anfang von The Shining wird am Ende von Blade Runner verwurstelt. Da war mein Professor ganz schön von den Socken. Ich bekam am Ende eine 2- für die Hausarbeit. Drunter stand: »Wenn sie ihren journalistischen Stil in den Griff bekommen, wird aus ihnen mal eine prima Literaturwissenschaftlerin!« Da war ich ganz schön von den Socken.
Was ich aber eigentlich nur sagen wollte: Blade Runner ist echt super. Tausend Mal supererer als Appleseed.
(Was mir gerade noch einfiel: Das Haus, in dem J.F. Sebastian wohnt, heißt The Bradbury. Kann nun auch kein Zufall sein.)
Wo ich gerade so über gute Spielemusik nachsinne, fällt mir die Website von Tron 2.0 wieder ein, Byte, das kleine Hilfsprogramm, sein »User, you've been digitized into the computer« und sein »Plimm-Plimm« da auf der Website, wenn man mit ihm als Mauszeiger was ansteuert. Und mir fällt diese Synthi-Hinter-
grundmusik der Website wieder ein, die ich gerne höre, wenn ich was tippen will, weil die einen so schön einlullt nach einer Weile und die Worte dann nur so rausplätschern. Ich steuere Tron20.net an. Und? Genau. Kein Byte, kein »User, you've been digitized into the computer«, kein »Plimm-Plimm« und erst recht keine Einlull-Klänge. BuenaVista wird dafür in der Hölle schmoren!

Donnerstag, Januar 26, 2006


Was man ja auch bedenkenlos eine Weile machen kann: Im neuen, das bald erscheinende Stand Alone Addon ankündigenden Startbildschirm von Guild Wars rumgammeln, um sich die ebenso neue Intro-Musik anzuhören. Asiatisches Synthigeigen-Gejaule schönster Machart. Jeremy Soule (»e« is stumm) eben. Hach!

Dienstag, Januar 24, 2006

Es begann alles, da war ich irgendwas zwischen sechs oder sieben. Also genauer wahrscheinlich sechs Jahre und maximal fünf Monate, denn es war Sommer und ich bin Märzgeborene. Wir, also die ganze Familie, verbrachten damals den Urlaub in Österreich. Drei Wochen Ebensee. Grund dafür: meines Vaters gutester Freund Hubert, der in Ebensee am Traunsee wohnte. Ich habe übrigens, wenn ich mich recht erinnere, nie gefragt, wie man sich denn kennen gelernt hat. Aber es war sicherlich während der Zeit, da mein Vater viel auf Montage war. Hubert und mein Vater teilten zwei Leidenschaften: schlechte Witze und die Jagd. Das reicht wohl, um eine Männerfreundschaft über die Jahre und die Distanz am Leben zu erhalten. Hubert sah ich nur vier Mal in meinem Leben. (Was ja eigentlich Quatsch ist, sah ich ihn doch in den drei Urlaubswochen nahezu täglich.) Zweimal waren wir zu Besuch dort und zweimal waren Hubert und seine Frau Annerl zu Besuch bei uns. Und ich habe ihm drei Dinge zu verdanken, also eher der Freundschaft zwischen meinem Vater und ihm: 1. den morgendlichen Kniefall aus Dankbarkeit, kein Junge geworden zu sein. Hubert Schmitz. Meiner Treu, das wäre echt eine Strafe. 2. noch immer nach all den Jahren diese Szene kurz vorm Einschlafen. Ich bin mal, so glaube ich, die Treppe runter-
gepurzelt, die in den Garten dort führte. Und die falle ich heute noch gelegentlich runter. Kurz vorm Einschlafen eben, wenn sich die Muskeln mit einem Ruck entspannen. 3. diese seltsame Vorliebe, die damals ihren Anfang nahm, als ich wahrscheinlich sechs Jahre und maximal fünf Monate alt war.
Wir waren oft mit Hubert und Annerl schwimmen. Nicht im Traunsee, weil sich der gerade bei Ebensee nur bedingt dazu eignet. Außerdem ist man ja als Einheimischer nicht gewillt, sich mit den ganzen Touristen um einen repräsentativen Platz am Nass zu balgen. Man weicht in Insider-Gefilde aus. Damals war der Offensee offenbar noch Insider-Gefilde. Heute findet man ihn im Internet. Der Offensee, wirklich ein herrliches Fleckchen. Mit einer ganz liebreizenden Jausenstation, war doch die Gegend um den See damals auch Insider-Kraxel-Gefilde. Und Insider-Jagd-Gefilde. Für Hubert und meinen Vater. Auf der anderen Seite des Sees, also genau gegenüber der Jausenstation, stand eine Bootshütte. Darin zwei Ruderboote. Die Bootshütte hatte einen Steg, auf dem man sich wundervoll in die Sonne fläzen konnte. Und um die Boots-
hütte hatte es massenhaft riesige Süßwasserkrebse. Meine Schwestern, Silvia voran, hatten wiederum grausige Angst vor den Krebsen. War ein großer Spaß, die beiden beinahe täglich mit so einem durchgeladenen Vieh im Anschlag den Hang hochzutreiben. (Wer jetzt mutmaßt, es ginge hier um meine Vorliebe für Ego-Shooter wegen durchgeladener Süßwasserkrebse, liegt völlig falsch. Naja, das wäre immerhin reichlich seltsam, zugegeben.) Nahe beim Offensee, gar nicht weit weg, also da, wo unser Auto immer stand, gab es auch einen kleinen Kiosk, der unter anderem Eis verkaufte. Da machten wir abends nach dem Schwimmen häufig Rast. Ich mochte am liebsten diese Chemikalien mit Fruchtgeschmacksverstärker zum Löffeln, wo unten in der Schale ein Kaugummi wartete. Der Kiosk hatte eine kleine Sitzgruppe aus Holz, die stand auf Waschbeton-
platten, zwischen denen ein paar Grasbüschel hervor ragten. Ich kann mich heute noch an das Gefühl erinnern, barfuß über den warmen Waschbeton zu laufen. In einem blauen Kleid mit ein bisschen weißer Spitze am Kragen. Und, vielleicht ist es nur Einbildung nach all den Jahren, aber ich meine, es gab da ein olles, leerstehendes, zwei- oder dreistöckiges Bürogebäude, wahrscheinlich in einem Anfall von verplanter Planung dort in die Insider-Gefilde gepflanzt. Auch Waschbeton, sagt meine Einbildung. Die Natur hatte es schon so ein bisschen zurück erobert. Und meine Einbildung sagt mir, ich stand da häufig auf dem warmen Waschbeton des Kiosks in der Abendsonne, löffelte mein Eis und starrte das Bürogebäude an, fasziniert vom Kontrast. Und seitdem habe ich diese seltsame Vorliebe für leerstehende, leicht heruntergekommene, leicht von der Natur zurück eroberte, mehrstöckige, sehr zweckmäßig gestaltete Waschbetongebäude, die von der Abendsonne angeleuchtet werden. Immer, wenn ich an solch einer Szenerie vorbei komme, fühle ich eine verrückt schöne Vertrautheit. Ich könnte mir sogar wunderbar vorstellen, in einem solchen Gebäude zu wohnen. In der untersten Etage, während der Rest weiterhin vor sich hinrottet. Dabei würde ich den ganzen Tag Eis mit Kaugummi löffeln, barfuß laufen und Musik von den Chemical Brothers und/oder Underworld und/oder Junkie XL hören. Das ist doch mal echt seltsam, oder?

Sonntag, Januar 22, 2006

Okay, so stelle ich mir also seit kurzem das allumfassende Glück vor: Im Büro klingelt das Telefon, Display verrät, dass es der Empfang ist.
Ich, niemanden erwartend: Ja?
Empfang: Hallo, hier ist der Empfang.
Ich: Ja, das sehe ich doch.
Empfang: Genau. Stimmt. Also hier ist ein Herr für sie.
Ich: Ich erwarte aber niemanden. Wie heißt er denn?
Empfang: Erm, Sekunde...Örs? Nein, wie bitte?
Gerangel um den Telefonhörer.
Empfang, nun mit mir unbekannter Herrenstimme: Hallo, hier ist Walter Moers. Ich möchte sie gerne heiraten.
Ich: Aber sicher. Bin gleich unten.
Tja, also mal ehrlich, diesen Mann, mit seinen tattergreisigen 47 Jahren oder so, den würde ich vom Fleck weg ehelichen. Leider würde das auch Freundin A., die wundervolle. Was sie leider noch wundervoller werden lässt. Ich kann ja Menschen mit gutem Geschmack nur schlecht böse sein. Außerdem war Frau A. es, die mich einst mit Herrn Moers abseitig von Das Kleine Arschloch in Kontakt brachte. Via Geschenk. Ensel und Krete namentlich. Das überreichte sie mir irgendwann vor zwei oder drei Jahren in diesem brüllend heißen Sommer. Ich packte es aus, freute mich, legte es artig neben mein Bett -- und vergaß es da zunächst. Später wanderte es ins Regal, Abteilung »Lesen, wenn Zeit und nichts anderes zu lesen und so«. Ich unwissendster Hosenmatz, ich blindester aller Grottenolme. Ich Dumme, ich! Ensel und Krete ist wunderbar. Erwähnte ich aber schon früher hier.
Moers also. Den kann man (ich halb-zitiere hier meinen Chef, der mal was ähnliches über ein Spiel sagte) nur im Knien lesen. Was ich zwar nicht wirklich mache, aber ich könnte es mir wenigstens ab und zu vorstellen. Dieser Tausendsassa. Bastelt mit Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär (Zeit wurde es. Jaja. Und Rumo und Die Stadt der träumenden Bücher habsch auch schon hier, also kein Geblöke bitte von den Wissenden.) nichts weiter als eine gigantische Aufzählung. Das ganze Buch ist eine einzige, hach, gelogen, das Buch ist die Aufzählung von Aufzählungen. Also quasi eine Aufzählungsaufzählung. Was eine gnadenlos öde Struktur. Böh, ist die langweilig. Da gibt es Kapitel mit Unterkapiteln, die sich Erste Stunde, Zweite Stunde, Dritte Stunde, Vierte Stunde, Fünfte Stunde, Sechste Stunde, Siebte Stunde und Achte Stunden nennen. Und dann ist da dieses Kapitel mit den Unterkapiteln Runde 1 bis Runde 99. Aber da hört das Aufzählen ja bei Weitem nicht auf. Ich meine, der Mann hat da Sätze geschrieben, die würden einem Thomas Mann den blanken Neidschweiß auf die Stirn treiben. Rein Längen-technisch, inhaltlich sind es eben doch am Ende nur Aufzählungen. Und trotzdem, trotzdem ist Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär jenseits von! Ja, jenseits von was denn nun? Schwierig, denn würde ich sagen, von was, wäre das nur eine Schmälerung der Jenseitigkeit.
Vielleicht geht eine Antwort auf die Frage, was die Jenseitigkeit denn ausmacht. Mal sehen, was andere zum Buch sagten. Besser hier, was Goldmann hinten aufs Buch drucken ließ, um es anzupreisen. Also die FAZ etwa: »Gelungenere Unterhaltung wird es in absehbarer Zeit schwerlich geben.« Die Zeit: »Dieser literarische Husarenstreich ist gelungen.« Und Brigitte: »Ein epochales Buch. Auf gut 700 Seiten schafft Moers ein Universum.« So leid es mir tut, das zuzugeben, liebe FAZ, liebe Zeit, die Brigitte hat bis auf den Epochal-Schmodder noch das griffigste Zitat bei Goldmann hinterlassen. Universum trifft es zumindest im Ansatz. Obwohl -- Moers schafft kein Universum. Der reichert unseres nur an. Dazu nimmt er massig Fantasie, das stimmt. Aber die stützt sich zu 99,9 Prozent auf uns Vertrautes. Er passt an, spinnt dazu, baut aus. Gewöhnliche Wellen werden zu Rhetorik-Künstlern, Geister zu Groupies und Häuser zu Hexen. Ein schönes Beispiel dafür ist vielleicht auch der Leitspruch von Professor Nachtigaller »Wissen ist Nacht« und das daraus resultierende Hinvegetieren und Lernen, Lernen, Lernen vom Blaubären im verdichteten Dunkel der Finsterberge. Hach, der Mann ist ein Gott mit Methode. Und schreiben kann Moers übrigens auch. Uneingeschränkte Empfehlung.

Samstag, Januar 21, 2006

Ich hasse es! Zig Text-Baustellen im Kopf. Da fällt man in der einen über die Sinn-Schubkarre, landet in der nächsten mitten im frisch angerührten Satz-Putz und so weiter und so fort. Totales Chaos. Fertig wird dann am Ende nix. Nix, nix, nix!
Und da ich schon beim Meckern bin: Wo ist die Rohrzange? Die hatte ich doch neulich noch. Aber im Werkzeugkasten ist sie nicht. Wie soll ich diese beschissene Orangensaft-Flasche ohne Rohrzange nun aufbekommen? Ach Dreck...

Donnerstag, Januar 19, 2006

Sehr seltsam: Der 19. Januar fühlt sich schon den ganzen lieben langen Tag wie -- hm, sagen wir -- wie der 19. Mai an.
Gewonnen hat diesmal DaimlerChrysler. Nur knapp sieben Stunden nachdem ich das letzte Mal »Autobahn« schrieb, hatte ich den entsprechenden Crawler hier. Gratuliere. BMW und Porsche, meine anderen beiden Dauergäste (ja, dieses Blog besitzt mehr Stil, als es nach außen wirken mag), haben gar nicht mitgemacht, weil sicherlich übersehen. Das »Autobahn«. Insofern vielleicht weniger ein »Gratuliere« an DaimlerChrysler. Eher ein »Tja, war ja einfach so«?
Übrigens noch auf der To-Do-Liste: Bei irgendeiner großen Mercedes-Vertretung möglichst mondän gekleidet reinlatschen, sich ein wenig umschauen, sich ein wenig mit dem sicher sehr bemühten Verkäufer nur über die teuersten Ausstellungsstücke unterhalten und dann nach einer wohldosierten Pause mit unschuldigem Blick fragen:
»Gibt es den Mercedes da hinten auch als BMW?«

(Hossa, schon wieder gewonnen.)
Bitte dringend lesen.
Inklusive Kommentare. Großer Unterhaltungswert.
Nichts außergewöhnliches. Melodien reichlichst ähnlich schon mal gehört, teilweise sind sie gar ein wenig peinlich. Texte von »Katastrophenalarm« über »Okay, kann man durchgehen lassen« bis »Hey, fein«. Aber verflucht -- ich sagte es schon mal -- die Gitarren klingen leider meist richtig. Und wenn mal einer eine wundervolle Singstimme hat, dann der Sänger da. Von Poets of the Fall. Apropos Stimme, Unterkategorie Selbstbeweih-
räucherung: Bei vielen Liedern von Signs of Life würde ich eine ganz ausgezeichnete Zweitstimme abgeben. Frage mich zuweilen, was aus mir geworden wäre, hätte ich den Ratschlag meines nicht ganz durchblicklosen Chorleiters damals beherzigt und eine Gesangsausbildung gemacht. Vielleicht war es Trotz? Immerhin hat er mir in der 7ten 'ne Fünf in Musik verpasst hat. Naja, er hatte auch keine Wahl. Ich war a) so gut wie nie da und b) wenn da, nicht hilfreich für das Weiterkommen im Unterrichtsstoff. Fortkommen vom -- das hingegen hatte ich perfektioniert.

Mittwoch, Januar 18, 2006


Gebe irgendein höheres Wesen mit einem Faible für Entwickler mit Ideen abseits von WW2, Terroristen, Aliens und dem ganzen anderen austauschbaren Schmodder der Einfallslosigkeit, dass die einen Geldgeber finden, der ihnen nicht ins Konzept quatscht. Sollte alles wundervoll laufen und das Spiel, wenn je fertig, doch unspielbar sein, werde ich es trotzdem lieben. So.

Dienstag, Januar 17, 2006

Menschen, genannt Bayern, kontinentaldriften das Autobahn. Und dann ist plötzlich Hollywood-Film, weil man einen Parkplatz direkt vor der Buchhandlung bekommt. Kurz vorher telefoniert man mit der Schwester, die quengelt, da man nicht, wie versprochen, am Wochenende Bescheid gab, ob der anvisierte Besuchstermin denn nun klappe, weil ja rechtzeitig Flüge buchen und so wegen der Preise und so, während man gleichzeitig via ICQ mit jemandem spricht, der am Frankfurter Flughafen sitzend gerade seinen First Class Personal Assistant zum Postwegbringen schickt.
Concerned: The Half-Life and Death of Gordon Frohman
Ich liebe es. (Okay, und ich gebe zu, dass man es nur in Gänze versteht, wenn man HL² gespielt hat.)

Montag, Januar 16, 2006

Ich finde, bei Temperaturen zwischen -11°C und -18°C kann man es durchghen lassen, zu denken: »Wie gut, dass ich den IPod dabei habe, dann muss ich die Kälte nicht hören.«

Sonntag, Januar 15, 2006

So, nun ist aber Feierabend mit Guild Wars. Hm, Guild Wars, gutes Stichwort eigentlich. Neulich habe ich mir erstmalig ein paar Gildenkriege angeschaut. Da gibt es ja seit einiger Zeit diesen »Beobachter-Modus«, der vergangene Topspiele streamt. Die Files sind superwinzig und selbst mit ISDN in nullkommanix auf dem Rechner. Und dann setzt man sich hin und wundert sich, dass Gilde #228 mit zwei Henchmen im Team Gilde #68 trotzdem platt macht. Und zwar erstaunlich souverän. Tja, alles eine Frage der Taktik, der Überraschung und des...erm, Glücks. Die Spiele der gerade laufenden Weltmeisterschaft ziehen sich hingegen wie Kaugummi. Die Mannschaften sind einfach zu gleichwertig und haben nicht selten eine ähnliche Teamaufstellung. Überraschung: Neuerdings scheint man sich mit nur zwei Mönchen zufrieden zu geben. Nun ja, drei sind es. Aber der dritte ist nur Zweitmönch. Seltsam. Aber scheint zu funktionieren. Da sach ich doch mal »Auf, Team NoOb. Ihr braucht mich gar nicht, um zu herrschen! Los, los, los. Trainieren, siegen!«
Ach Himmel, wir waren mal (ganz zu Beginn, da war ich noch nicht dabei) Platz 4 der Weltrangliste und haben uns dann ziemlich lange unter den ersten 100 gehalten. Und nun? Nix. Ich geh weinen. Ach ne, ich geh pennen. Und morgen, also heute, dann mal wieder was zu Guild Wars. Vielleicht.

GW-Siedlungen (für Pascal)








Die Jakbiegung. Erste Schritte in den Zittergipfeln.









Löwenstein, größtes Spieler-Handelszentrum.









Grab der altehrwürdigen Könige, Turnier-Eingang.
Neulich, nach Heimkehr vom weihnachtlichen Familienzusammensein, wollte ich ja eigentlich was zum Thema »Warum ich Kim Basinger nach all den Jahren endlich verstehe« schreiben. Die Dame, so las ich irgendwann in den frühen 90ern, spült sich ihr gülden Haar ja angeblich nur mit Evian. Warum ich das nach dem weihnachtlichen Familienzusammensein a) verstand und b) mein Verständnis gegenüber dieser Flause zum Ausdruck bringen wollte, liegt am Nord-Süd-Gefälle in Sachen Wasserqualität. Während mein nicht ganz so gülden Haar nach nur ein paar Tagen mit Oberbergischem Nass bebraust eine ganz wunderbar fluffige Geschmeidigkeit bekommt, verkommt es in der Münchner Schlafstadt, wo ich allabendlich mein müdes Haupt zwischen den Bettwanzen parke, zu irgendwas zwischen zwei unaussprechlichen aber ganz sicher ganz strubbeligen Dingen. Neulich aber, im Land der begrenzten Gehirnkapazität von Zollbeamten, stand ich ohne Duschkram da. Hotelduschkram macht mir keinen Spaß, die Schaumstoff-Behältnisse sind zu klein, der Schaumstoff-Output ist zu gering. Und da fand ich in der nahen Mall im Body Shop dieses Shampoo und diese Spülung. Weia! Was ich eigentlich sagen wollte: Liebe Kim, ich verstehe dich doch nicht. Entschuldige.

Samstag, Januar 14, 2006



Schnee.



In Guild Wars.



Ist super.

Herrje, überhaupt ist Schnee in Spielen super. Ehrlich: Ein Programm braucht nur ein Fitzelchen von dem Zeug irgendwo -- meine Art von Schneeblindheit. Hoffe, das findet nie jemand raus. Schon gar nicht auf Publisher-Seite.

Stil hat man. Oder nicht.

Mittwoch, Januar 11, 2006

»Sie wollen sich wohl einen extra guten Platz im Himmel verdienen?«, fragte sie mit einem wundervollen Lächeln, nachdem ich mich ihrer und ihrem leicht verwirrten Mann und des für beider Alter viel zu schweren Gepäcks mehrfach angenommen hatte. »Durchaus«, antwortete ich und lächelte zurück. Korrekte Antwort wäre allerdings gewesen: »Nein, ich will nur die ganzen ignoranten Penner hier an Bord beschämen.«

Montag, Januar 09, 2006

Dinge, die mich erstaunlicherweise erstaunlich kalt lassen:
  • wenn der Anschlussflug weg ist
  • Reisetasche auch
  • wenn im Nothotel-Nebenzimmer ein kreischendes Baby -- eben nicht schläft
  • wenn man am nächsten Tag am Bestimmungsort ankommt, Reisetasche aber nicht
  • wenn man aus der nahen Mall mit neuen Kram nahezu gleichzeitig mit Reisetasche im Hotel eintrudelt
  • wenn man feststellt, dass Reisetasche zwischenzeitlich in Las Vegas war, aber nichts mitgebracht hat
Motto 2006: mehr Gelassenheit. Funktioniert.

Freitag, Januar 06, 2006

Apropos Design (s.u.): Lässigstes Design ist ja, abends im Operation Flashpoint-Shirt Counterstrike spielend nach Eau D'Issey* zu riechen.

*Einzlich steht da auf dem Flacon ja L'Eau D'Issey. Würde das »L'« aber streichen, liebe Designer. Kommt ohne besser.
"Neues Design macht Online-Banking noch attraktiver! Das Online-Banking ist noch moderner und übersichtlicher. Die bewährte Navigations-
struktur wurde mit neuen Design-Elementen so verknüpft, dass Sie Ihr Online-Banking weiterhin wie gewohnt nutzen können."


Liebe Sparkasse, Design macht Dinge attraktiv, die man sich in die Wohnung stellt, die man sich in die Garage stellt, die man sich an den Körper fummelt. Mitnichten wird Internet-Banking dadurch in irgendeiner Weise attraktiver. Schon gar nicht, wenn sich das neue Design darauf beschränkt, dass die Navigationsleiste nun grau hinterlegt ist und mich aus dem ebenso neuen und sehr überflüssigen Header eine Dame anlächelt. Obwohl die, das gebe ich immerhin unumwunden zu, wirklich recht attraktiv ist.

Sonntag, Januar 01, 2006


Wenn 2006 so weiter geht, bin ich zufrieden.