Dienstag, Februar 28, 2006

Aktuell bei der SZ: Minikrimi-Schreibwettbewerb. Schreiben, tolle oder miese oder durchwachsene Kritiken einstreichen und im besten Fall ein Buch-Abo gewinnen. Und (Hui, das seh' ich Huhn ja jetzt erst!) den Abdruck der Geschichte im SZ-Magazin. Mit Option auf weiteren Abdruck von weiterem Kram. Falls sich also jemand der Fälle dort annehmen möchte -- los! Spannend ist es allemal.
Apropos 'miese Kritiken': Dieses rumnörgelnde Schmitzchen da, das bin durchaus ich. Absolut! Ich bin nicht Schmitzchen, sollte Schmitzchen eine miese Geschichte schreiben und in Folge miese Kritiken einstreichen. Damit das klar ist!
(Die Navigation da is übrigens unter aller Sau. Hier die bisherigen Beiträge zum Fall des Monats übersichtlich auf einer Seite.)

Montag, Februar 27, 2006

I know a farmer who looks after the farm,
With water clear, he cares for all his harvest.
I know a fireman who looks after the fire.
Immer denke ich, ich bin ja irgendwie Nametab Kcirtap. Und wer das auf Anhieb in Gänze versteht, ist ein Supatopcheckerbunny.

Samstag, Februar 25, 2006

Ich könnte ja derzeit einen Kryptik-Scheiß (natürlich brillant formuliert) bloggen, dass einem die Tränen kommen. So fiese Trotz-aber-trotzdem-Tränen. Naja, weniger einem. Wahrscheinlich nur mir, beim Verfassen. Versteht ja sonst kein anderer. Vermeide-Taktik #1: was janz anneres. Deswegen nun hier speziell für alle, die es interessieren könnte, meine ganz persönlichen Erfahrungen aus dem Bereich Homoliebe und -erotik, inspiriert durch meinereiner selbst und den Herrn mit Fisch im Ohr. Weil das aber alles ganz schrecklich unspektakulär ist, nehme ich mir die Freiheit, das eine oder andere Geschilderte mit reichlich Nackt-Action auszufabulieren -- wenn mir danach ist. Wird es wahrscheinlich nicht sein, aber die Ankündigung verleitet vielleicht zum Bis-ganz-zum-Schluss-lesen. Spannung!

Simone: Simone war meine erste allerbeste Freundin. Schon immer zwei Jahre älter als ich. Ist, wenn ich nicht irre, derzeit Schreibkraft im Sport-Ressort einer Lokal-Redaktion des größten deutschen Schmutzblattes irgendwo im Osten des Landes und wohl bald Mutter -- munkelt man. Wir lernten uns kennen, da war ich noch ganz winzig. Winzig, winzig. So um die fünf. Gemocht haben wir uns da aber noch nicht, das kam erst später. Simone war unglaublich burschikos und sportvernarrt. Passte mir wunderbar in den Kram. Wir beide waren zusammen Fans des 1.FC Köln, wir spielten zusammen selber. Auf dem Bolzplatz. Vereinsmäßig ging es wegen des Altersunterschieds schlicht nicht. Da musste jede einzeln ran. Wir bauten zusammen Buden im Wald, mopsten ganze Brote und Würste daheim und spielten Entlaufene. Oder Verlassene. Je nach Stimmung. Große Vorbilder waren jedenfalls Tom Sawyer und Huck Finn. Wir hörten gemeinsam TKKG-Kassetten und kuschelten uns dabei aneinander. Sind nebeneinander eingeschlafen. Dann wurden wir älter, verloren beide den Spaß am heimlichen Rauchen an den Bahnschienen und entwickelten uns auseinander. Später zog sie nach Düsseldorf, machte eine Krankenschwester-Ausbildung, zog dann irgendwann nach Berlin, begann dort ein Studium der Ichweißnichgenau-Wissenschaften und arbeitet jetzt, wie gesagt, für die Bild irgendwo im Osten. (Psst, natürlich haben wir auch einmal 'Zeigen' gespielt. Vor der Samstagabend-Messe. Gotteslästerlich schweinisch, was?)

Constanze: Constanze war sicherlich die schrecklichste Frau und vor allem von Dauer in meinem Leben. Die hatte die Mitleidstour so perfektioniert, dass ich stets zur Stelle war, wenn sie mich brauchte, was sie eigentlich nie wirklich tat. Die gefiel sich nur in der Rolle der feingeistigen Jammergestalt. Große Favoriten der Dame: alle Säufer-Literaten und Drogen-Sänger der Weltge-schichte. Ich traf sie an der Uni in irgendeinem Seminar. Sie trug Rosa. Eine rosa Strickjacke mit noch rosarärän Blümchen darauf, war im Gesicht extrablass geschminkt (was den fiesen Lippenstift, der mehr auf ihren Zähnen als auf den Lippen weilte, noch mehr zur Geltung brachte) und hatte ihr hellblondes Fissel-Haar zu einem fisseligen Zopf gebunden. Wir saßen zufällig nebeneinander, ich las, während vorne der Dozent faselte, in Whitmans 'Leaves of Grass' und sie laberte mich darauf an. Auf den Whitman. Blabla, fand sie dann trotz der entsetzlichen Optik sehr nett. Später zusammen gesoffen, geraucht, mit Mitstudenten geflirtet etc.pp. Dann stellte ich sie an einem Rosenmontag Cengiz vor. In Kölle uff'm Zuch. Mein erster und letzter Vor-Ort-Zuch. Wir fanden es alle ganz schrecklich unerträglich, flohen deshalb in die nächste bekannte Lokalität weitab des Trubels, tranken überteuerten Whiskey, zogen dann weiter in eine andere Lokalität, in der Menschen mit kaputten Holzfällerhemden zu Pearl Jams 'Jeremy' und dergleichen schunkelten und dort verliebte sich Cengiz in Constanze. Ob sich Constanze auch in Cengiz verliebte, kann ich gar nicht so richtig sagen. Vielleicht fand sie es nur super, dass der immer was zu rauchen hatte. Nun ja, irgendwann gaben ein paar Freunde und ich eine Party mit eigens dafür gemixtem Hochprozentigem. Constanze und Cengiz waren selbstredend auch eingeladen. Und innerhalb kürzester Zeit waren alle ganz ausgezeichnet besoffen. Ich steh also herrlich angeschickert irgendwo rum, unterhalte mich mit wasweißichdenn und Constanze kommt auf mich zugetanzt, mit Kippe in der einen und Bierglas in der anderen Hand, stellt sich vor mich, tritt die Kippe gekonnt aus, legt die Hand hinter meinen Kopf, presst ihn an ihren und steckt mir ihre Zunge auf ganz reizende Art in den Hals. Huch! Weil Frau Schmitz ja aber auch nichts gegen einen guten Kuss hat und ohnehin nicht mehr ganz bei Trost war -- Knutscherei! Ich glaube, sie hat sogar unter meinem Shirt rumgefummelt. Tat ich selbstredend nicht, weil, ging nicht. Sie trug so ein leichtes Sommerkleidchen. Da hätte ich ja allen alles zeigen müssen. Und so blau war ich dann auch wieder nicht.
Ein paar Monde später trennte ich mich von ihr, ohne dass nach der Episode da auf der Party je mehr passiert wäre. Freundschaft abgehakt, ganz einfach (hatte was mit ausziehen und in fremde Wohnungen einziehen zu tun und mit einer kaputten Autotür und Alkohol und mit Constanzes Vater und jeder Menge Wut).

Mareike: Mareike war ein Luder, durch und durch. Sie kam aus Holland, spielte neben dem Studium in Pornos mit, um sich ihre teuren Kleider leisten zu können und verfügte über keinerlei Skrupel, aber die schönsten Beine, die schönsten Haare und den sinnlichsten Mund überhaupt. Und meine Güte, die Frau hatte Brüste! Ich traf sie abends auf einer Gangbang-Party. Ich stand noch so da rum und konnte mich nicht so recht entscheiden, da erschien sie plötzlich vor mir, wiegte ihre Hüften im Takt des Gestöhnes im Hintergrund und -- natürlich sind Mareike und die Gangbang-Party frei erfunden. Aber ich dachte, dass ich ja schlecht mit der blöden Constanze-Geschichte aufhören kann.

Hach! Mehr wundervolles dieser Art nach Klick aufs Bildchen.

Freitag, Februar 24, 2006

Der Keks eins weiter unten hat natürlich absolut Recht. War jüngst aber echt fast schon zu einfach. Preisverleihung 'Spiel des Jahres': bei der Laudatio einfach ein bisschen anzüglich schauen und mit einer leichten Telefonsex-Stimme einen Satz wie 'Ach, vorheriges Leiden potenziert die Befriedigung am Ende doch nur!' ins Mikro hauchen, fertig.
(Ich möchte dringend darauf hinweisen, dass sich dieser eine Satz da ausschließlich auf den teilweise langwierigen Installationsprozess, das Rumgepatche und diverse ganzheitliche Systemabstürze bei mor-denden PC-Spielen bezieht und nicht etwa auf -- na, sie wissen schon.)

Donnerstag, Februar 23, 2006

'You have an irresistible way of presenting yourself.' Das fiel mir gestern aus meinem Glückskeks entgegen. Ich bin geneigt, dem Keks Glauben zu schenken.
Ich werde übrigens doch keine Lesbe. Ich werde Edelnutte, passend zum Glückskeks. Jedoch nur, wenn ich ausschließlich in der Presidential Suite des Dorint Sofitel in München 'arbeiten' darf. Ich verweilte schon in einer Menge Hotelzimmer, aber das ist wirklich, wirklich mal eine der schönsten Leihzimmerfluchten (inklusive vier mal sechs Meter großem Foto eines Hirsches dort über dem Sofa), in denen ich mich je auf einen Sessel fläzen und auf einem gigantischen Flatscreen Serenity schauen durfte. Nun sah ich noch nie in einem Hotelzimmer Serenity, aber das ist ja ein Minidetail, das man getrost außer Acht lassen kann.

Mittwoch, Februar 22, 2006

Praktikantin P. ist wirklich ziemlich super. Das sage ich nicht nur, weil sie hier wohl schon geraume Zeit ziemlich liest, sondern weil es ziemlich schlicht die Wahrheit ist. Ziemlich heimlich nenne ich sie seit gestern Abend 'Opfer'. Der Begriff 'Opfer' ist in meinem Sprachgebrauch ein nicht ganz so eng gefasster wie vielleicht bei anderen Menschen. Opfer sind bei mir nicht nur die, die nachts durch die Straßen irgendeiner Krisenherd-Stadt flanieren und sich dann mit Steckschuss in der Hüfte im Krankenhaus wiederfinden -- sollte die Stadt ein Krankenhaus haben, der Steckschuss wirklich in der Hüfte sein und irgendeine gute Seele für den Abtransport des Besteckschussten sorgen. Opfer sind auch nicht ausschließlich nur Menschen, die an irgendeiner lauschigen Küste ihr Häuschen errichtet haben, dort Ziegen, Hühner und Knüpfteppiche für ihr karges täglich Brot züchten und dann von übellaunigem Wasser erstens ganz schön nass, zweitens ganz schön noch viel ärmer als vorher oder drittens im schlimmsten Fall ganz schön weg gespült werden. Opfer geht auch ziemlich positiv. Praktikantin P. kann sich ziemlich freuen, denke ich, denn sie ist positives Opfer. Das mag daran liegen, dass ich keine (echten) Steckschüsse auszuteilen vermag und mich in Sachen Wasser eher aufs tägliche Reinigen, Trinken und das gelegentliche Nachfüllen der Scheibenwasch-anlage meines Autos beschränke. Das mag aber auch daran liegen, dass die Frau einen ausgezeichneten Humor hat, begeisterungs-fähig ist, diverse XYZ noch nicht kennt und somit meinen missionarischen Antrieb bezüglich Bekanntmachung von XYZ geweckt hat. (Außerdem kann sie das Wort 'Titten' ohne Scheu in einen Satz einbauen. Und ohne Kleinmädchen-Kichern dabei. Das musste ich beispielsweise erst jahrelang trainieren.) XYZ ist gleichbedeutend mit 'alles, was ich cool finde'. Ich finde aber nun reichlich viel ziemlich cool. Das dürfte dann den Begriff 'Opfer' hier in letzter Instanz erklären.
(Manchmal frage ich mich, ob es nicht vielleicht doch ganz okay gewesen wäre, Lehrerin zu werden: »Kevin Manuel, deine Interpretation des Schimmelreiters ist unter aller Sau. Du hast den doch sicherlich gar nicht gelesen. Naja, ich kann es dir nicht verdenken, tat ich nämlich auch nie. Aber wenigstens habe ich damals besser gemogelt als du. Doch weil du gestern Abend so eine ausgezeichnete Kill/Death-Ratio hattest und diverse Male die Bombe entschärftest, bekommst du von mir eine gnädige 3+. Nächstens unterlasse es aber bitte, in Arbeiten 'lol' zu schreiben.)

Dienstag, Februar 21, 2006

Bevor es wieder Winter wird, schnell, schnell 'the best of spring-, sex- and love-related' Sätze der letzten Tage:
  • Als ich noch keinen Zugang zu Pornos hatte, habe ich mir immer auf Madonna-Videos einen runtergeholt.
  • Und denk ersma: Ja geiler Arsch oder was!!!
  • Er hat seinen Wagen aus der Tiefgarage gesetzt, um für meinen Platz zu machen. Da musste ich ja mit ihm ins Bett.
  • Verlang' niemals von mir, dich nicht mehr zu lieben.
Freund T. Rainbuk aus den vermeintlichen Südprovinzen liest, lacht, seufzt und weint sich 'Nach Z'. Hin- und zuhören.

Montag, Februar 20, 2006

Spätzünden hat bei mir Methode. Ich schaue beispielsweise einfach nicht Lost in Translation, wenn ihn alle schauen und sabbel keinen Kram darüber, wenn ihn alle sabbeln. Und dann kann ich beim Kauf einer neuen Zahnbürste an der sonntag-morgendlichen Tankstelle einfach so tun, als wäre der zusätzliche Kauf von Lost in Translation in der Süddeutschen-Cinemathek-Ausgabe ein schierer Zufall und Ausdruck meiner liebenswert verplanten Verflaustheit. Dann sehe ich mir zig Monde nach allen anderen den Film an und finde ihn selbstredend großartig, obwohl ich ihn ja eigentlich rein aus Individualitätsgründen scheiße finden wollte. (Aber Scheißefinden mit Methode ist deutlich schwieriger als Spätzünden. Das konnte ich zwar früher bestens, doch heute macht mir die nach Vollendung des 30sten Lebensjahrs manchmal widerlich aufdringliche Reife einen Strich durch die Rechnung.)
Der große Vorteil beim Spätzünden allgemein und im Falle von Lost in Translation im Speziellen ist, dass, wie bereits oben angedeutet, alles darüber schon gesagt wurde. Und ich könnte ja ohnehin nie so geistreich wie andere auf Meta-Ebene über das ganze Rumsitzen, Rumrennen, Rumsinnlossein und Rumnichtwissenwastun und so palavern. Also lass ich es einfach bleiben und erwähne hier lediglich aus Trotz, dass der Film ohne die Musik nur die Hälfte wert wäre. Da kann Bill Murray noch so oft schauen wie eine angefahrene Kuh.

P.S. Für 2010 plane ich übrigens mein spätzünderisches Coming Out als Lesbe.

Samstag, Februar 18, 2006


Der Rasterbator ist übrigens wirklich ganz ausgezeichnet. Den kannte ich schon, bevor Melville ihn verlinkte, haben wir doch ihn (nur ihn, ohne Adam) im Büro in mehrfacher Quadratmeter-Anzahl gerastert an der Wand. Und weil ich gerade noch mehr in selbstdarstellerischer Laune bin als sonst schon, gibt es zum gerasterten Konterfei die ungerasterte Stimme gleich dazu. Dieses Mal kein Fremdtext, sondern eigener Kram. Mitlesen hilft am Ende beim kleinen Dialog. Gelegentliches Ploppen möge man mir verzeihen. Und auch das Tempo an einigen Stellen. (Hätte deutlich lieber 'Nach Z' gelesen, aber das kann wirklich nur ein Mann.)

Freitag, Februar 17, 2006

Seit ich mein Blog drüben beim Schwanzvergleich angemeldet habe und unter anderem sehe, wie lange die Verweildauer der einzelnen Besucher hier ist, bin ich etwas mürrisch. In Nullnullkommanulleins Minuten vermag niemand ein Textlein zu lesen und sei es noch so kurz. Kann natürlich ein Fehler im Counter-Code sein. Ist zudem ganz sicher ein Mädchenmorgen-blütentraum, zu hoffen, hier würde jedes Fitzelchen wahrge-nommen. (Als würde ich den ganzen Schmodder andernorts verschlingen...) Überlege dennoch aktuell, ob ich längeres demnächst in einzelnen Wörtern poste. Oder vielleicht gar nur in einzelnen Buchstaben, wie es die Titanic mit dem Wickert-Fort-setzungsroman tut. Da geht zwar dann der Sinn flöten, aber da pfeif ich doch drauf. Sinn ist ohnehin überbewertet. Oder wie mir mal jemand, den ich sehr schätze, unterbreitete: »Probably you've only really grown up, when you can bear not being understood.« War zwar nur vorher irgendwo abgelesen, aber deswegen ist es als Maxime ja nicht gleich minder brauchbar.

Donnerstag, Februar 16, 2006

Weil sich die Nase gelegentlich noch immer seltsam anfühlt (wie jetzt etwa) und ich dann immer so ein bisschen verkniffen schaue (wie jetzt etwa) und bestimmt irgendwer mal fragen wird und ich dann auf keinen Fall was von einer Glastür erzählen möchte, muss ich mir dringend eine wilde Räuberpistole ausdenken. In der sollte idealerweise mein Erker, Riech Erker, den Teilweltfrieden sichern oder wiederherstellen -- mit reichlich Verfolgungsjagden in technisch aufgemotzten englischen Nobelschlitten, Gegenspielern mit Stahlgebiss und Alkohol. Am Ende gerne was mit Haien, Piranhas, einem Laser oder allem. Vorschläge?

Mittwoch, Februar 15, 2006

Gestern war Valentinstag, ja. Gestern war aber vor allem Liedertag. Besondereliedertag. Begann mittags in der Redaktion. Walter, der zum 20sten Mal seinen 30sten (O-Ton er) feierte, bekam von Kollege Graf, Kollege Schwaiger (beide mit Gitarren) und Kollege Schwerdtel (ohne Gitarre) eine Alternativ-Version zu Mike Krügers 'Mein Gott, Walter' dargebracht. Später im Shamrock (Karaoke-Abend) gab es für Markus und Bettina, die bald nach New York ziehen, von Michi und Paul eine Alternativ-Version von (na? na?) 'New York, New York'. Beide Songs sehr super, Texte wunderbar persönlich, wunderbar witzig, dezent melancholisch. Da will man doch auch gleich 50 werden. Oder nach New York ziehen. Also eigentlich eher nur Letzteres.
(F. S. ist übrigens der einzige Mensch über 20, den ich kenne, bei dem Luftgitarrenspiel nicht völlig grenzdebil aussieht. Aber vielleicht habe ich mich auch einfach nur an den Anblick gewöhnt.)

Dienstag, Februar 14, 2006

Irgendwo da unten in den Kommentaren zu den XX-Spielen taucht das Wörtchen 'Worms' auf und meint die englischsprachige Mehrzahl von kleinen, blassrosa Wirbellosen, die unter anderem mit Bazookas aufeinander ballern. Die Stadt meint es nicht. Ich war nie in Worms, aber in meinem Leben gibt es einen Zusammenhang zwischen Worms (die Stadt) und China, wo ich auch noch nie war. Das kommt so: Buch, Musik, Tränen. Und nun wird es wirklich grausam in Sachen Geständnis, denn das Buch stammt von Wolle Hohlbein. Allein das zu schreiben, kostet mich den Überwindungsvorrat einer ganzen Woche. Na gut, es ist Hagen von Tronje. Den Schinken kann man noch unter 'okay' durchgehen lassen, wenn man nicht ganz genau hinschaut und nicht ganz genau liest. Egal, ich war 13 oder 14 damals, schmökerte zwischenzeitlich auch Lem und Asimov (ob ich sie verstanden habe, steht auf einem ganz anderen Blatt) und bin durch jugendliches Unwissen entschuldigt. Jedenfalls habe ich Hagen von Tronje sehr geliebt damals. Weiß gar nicht, wie oft ich das Buch las. Irgendwas in den Bereichen zwischen zehn und 20 Mal sicherlich. Wie wir Menschen mit gesundem Halbwissen wissen, ist uns Hagen der Aufpasser bei den Burgunderkönigen am Hofe in Worms. Das ist er auch in Wolles (Ich muss den Mann 'Wolle' nennen. Ist so eine Art Selbstschutzmechanismus. Abfällig kleinreden. Anders verkrafte ich das hier nicht.) Variante der Geschichte. Zudem ist Hagen ganz irre in Kriemhild verknallt, was ihm aber erst später klar wird. In so einer ganz schlimm melodramatischen Szene irgendwo in den höchsten Höhen der Burgunderburg. Die Szene ist es. Und die Szene, in der Siegfried alleine die Angeln und Sachsen verhaut und Hagen sein Auge verliert. Und vor allem aber die Szene, in der (man bedenke immer, dass Wolle die ursprüngliche Geschichte ein bisschen geändert hat) Gunther, der Vollpfosten, Siegfried von hinten niedersticht, Siegfried am Boden 'Kriemhild' röchelnd stirbt und uns Hagen dann zu beröchelter Dame latscht -- um sich als Mörder zu präsentieren. Weil ich damals aber nicht nur eine Schwäche für Mythen-Mätzchen hatte, sondern gleichzeitig auch eine für (argh, noch ein Geständnis) Jean Michel Jarre, begab es sich, dass sich besagte Szenen mit einem bestimmten Stück auf dem Album The Concerts in China vermengten. Genau mit Souvenir of China. Gottchen, das ist so absurd. Naja, jedenfalls, ich hab' keine Ahnung, wie es dazu ganz genau kam, musste ich bei den besagten Szenen da oben stets dieses eine Stück im Loop hören. Und Rotz und Wasser heulen. Das war jedes Mal so groß -- unfassbar! Wo ich gerade dabei bin: Midgard (auch Wolle) lesen ging nur, wenn an der Stelle mit Nidhögger auf Wurzel von Yggdrasil, Mjöllnir und so weiter im Hintergrund L'Hôtel von Yello lief. Das als kleine Assoziation zum Wörtchen 'Worms'.
(Einige Jahre später war ich sehr beruhigt, als ich in meiner 'Peter Weir ist Gott'-Phase bemerkte, dass sein Ex-Hofmusikant Maurice Jarre ja der Vater von Jean Michel ist und der so scheiße demzufolge gar nicht sein kann. Bei den Erbanlagen.)

Montag, Februar 13, 2006

Gestern Abend, irgendwann zwischen 22:30 und 23:30 -- ich war noch im Büro, obwohl der letzte Artikel ca. zwei Stunden vorher fertig geworden war und schaute mir aus Lust an der Bandbreite und Unlust auf die Heimfahrt diverse Videos von Aphex Twin, Lexy & K-Paul und anderen angenehm Bekloppten auf You Tube an -- schrieb mir Person XYZ, dass er nun was ganz absurdes tun würde. Ich fragte: »Du wirst normal?« Er: »Never! Ich mach jetzt Sport.« Wenn man Person XYZ ein bisschen kennt (ich behaupte das von mir), wundert man sich über den Sport, ja. Nicht über die Uhrzeit. Und man denkt an das eigene Verhältnis zum Sport und wo es die vergangenen Jahre hin verschwunden ist. Ertrunken in Arbeitsspeck. Und man schaut in den spärlich beleuchteten Innenhof des Verlagsgebäudes, weiß, dass unten auf dem Boden Schnee liegt und formuliert zum 100sten Mal in den vergangenen Tagen den Satz »Winter is kacke!« im Kopf. Gerade für Sport, um den ich nicht mehr rumkomme. Abnehmen klappt ja bis zu einem gewissen Grad einfach durch Nahrungsumstellung. Ist der gewisse Grad erreicht, ist jeder Gang auf die Waage kein Juhu-Tralala-Erlebnis mehr, sondern eher so ein Die-will-mich-doch-verar-schen-Erlebnis. Damit das nicht so bleibt: Sport. Blöd daran ist aber der verkackte Winter. Sport ist ja für mich nicht nur Bewegung, sondern vor allem Bewegung. Räumliche Distanzen überwinden und so. Ich laufe gerne. Ich fahre gerne Rad. Ich komm' gerne von der Stelle. Deswegen hab ich mein Auto so lieb. Ich starte irgendwo und komme irgendwo an (Formel leider nicht anwendbar auf alle Lebensbereiche). Bei dem Wetter da draußen ist aber weder Laufen noch Radfahren drin (rutsch, rutsch, pardautz <- hm, das hab ich mal ähnlich bei Goldt gelesen). Ich könnte schwimmen. Aber das ist auch nur so halb toll, wenn ständig irgendwelche Blümchenbadehauben-Omas die Bahn kreuzen. (In meinem alten Leben sind mein Vater und ich zweimal die Woche morgens um sechs zur Schwimmhalle gefahren, um Blümchenbadehauben-Omas zu vermeiden. Das heißt, er ist gefahren, ich, sofern schon hell genug draußen, gelaufen. Zur Halle, dort 60 Minuten Bahnen gezogen, dann wieder zurück. Er gefahren, ich gelaufen. Herrje!) Ich könnte die Langlaufski aus dem Keller puhlen, aber Langlauf ist nicht meins. Wusste ich nach ca. 50 Metern auf den Dingern. Aber doch schön, eine Langlaufaus-rüstung zu haben. Im Keller. Also Crosstrainer. Zuhause. Auf der Stelle treten, schwitzen. Nach den 40 bis 60 Minuten immer diese eher schale Befriedigung. Bewegung ohne Bewegung. Wie beim Autofahren. Nur anders herum. Und ohne Freude.

Sonntag, Februar 12, 2006

Meine Güte, kann sich mal jemand erbarmen und den armen Journalisten sagen, die wievielten Spiele das nun genau sind?

Sowas passiert, wenn man beim Schreiben der eigenen Artikel stets 'XX' als Platzhalter einbaut: Dieses Spiel hat XX Missionen, Handbuch hat XX Seiten, XX Aliens wollen mit XX generischen Waffen getötet werden und zwischenzeitlich müssen Sie XX Bomben legen, XX Geiseln befreien und den XXten Zweiten Weltkrieg gewinnen. Und wenn Sie am Ende noch Lust, Zeit und sonst nix(x) besseres zu tun haben, können Sie noch auf XX Karten ähnliches im Internet veranstalten. Sie können es aber auch lassen und gleich Spiel XX kaufen. Das macht alles ganz genau so. Nur das Handbuch hat dann XX Seiten mehr. Oder weniger. Und der Held heißt nicht Jake/Jack/John XX, sondern Jake/Jack/John XX.
(Bin ich ungerecht? Ich bin ungerecht! Vermutlich.)

Samstag, Februar 11, 2006

Während Kollege Siegismund sein Peinlichkeitspotenzial nur durch Fremdeinwirkung (genauer: durch billigste Everything-but-reality-Serien) zu entfalten vermag, schaffe ich das ganz allein. Alleine nämlich durch die wenige Sekunden zurückliegende Feststellung und das prompte Geständnis darüber, dass ich offenbar nicht nur eine latente Schwäche für Proll-Techno, sondern gleich für Proll-Christian-Techno habe.
Verantwortlich für diesen Eintrag: Andy Hunter, The Wonders Of You (»Makes seas divide...«). Zu finden auf dem Album Exodus.

Freitag, Februar 10, 2006

Das Tolle daran, unzählige unbeschriftete weil mit der nötigen Portion Faulheit selbstgebrannte CDs im Auto zu haben, ist der Überraschungseffekt (»Ah, das ist da drauf. Super!). Das Blöde daran, unzählige unbeschriftete weil mit der nötigen Portion Faulheit selbstgebrannte CDs im Auto zu haben, ist der Ärgereffekt (»Verdammte Scheiße, welche ist nur...«).
Kaufen (wo auch immer), lesen, beginnen zu warten...

Mittwoch, Februar 08, 2006

Vier Jobs in meinem Leben: Tageszeitungsausträgerin (ich bin für zwei Leben genug früh aufgestanden), Nachhilfe-Lehrerin für Englisch (der Lauser war unmotivierter, als ich es je hätte sein können), Aushilfe in Buchladen (wollte jemand mies eingepackte Bücher zu Weihnachten, war er bei mir richtig), Taxifahrerin (ich hatte geplatzte Fruchtblasen im Wagen, türkische Väter und Söhne, die morgens von der Entjungferung des logischerweise Letztgenannten aus dem örtlichen Puff kamen sowie französische Geschäftsleute in wahnsinnig gut sitzenden Anzügen, die auf der Rückbank während der Fahrt zum Flughafen einpennten und sich und die Rückbank vollsabberten)
Vier Filme, die ich immer wieder sehen kann: Laurel Canyon (wegen dieser einen Szene im Auto), The Whole Wide World (wegen dieses einen Kusses), Dead Poets Society (wegen der Heulgarantie), Blade Runner (wegen allem)
Vier Orte, an denen ich gelebt habe: Wipperfürth, Köln, Münchner Schlafstadt... to be continued
Vier TV-Serien, die ich gerne gesehen habe: Wicki und die starken Männer, Captain Future, Robin of Sherwood, Twin Peaks
Vier PC-Spiele, die ich gerne spiele: Indiana Jones and the Fate of Atlantis, Thief, Prince of Persia: The Sands of Time, Guild Wars
Vier Orte, an denen ich Urlaub gemacht habe: Ebensee, England (fast in Gänze), Stockholm, Dänemark (im Nichts irgendwo ganz im Norden)
Vier meiner Lieblingsgerichte: Reh von Mutter zubereitet, Forelle von Mutter zubereitet, Marcs Allerlei aus allerlei Zeug, frisches Brot mit Käse
Vier Webseiten, die ich täglich besuche: die hier, SpOn, BILDblog, GameStar
Vier Orte, wo ich jetzt lieber wäre: da mal wieder, irgendwo dort, da sowieso und eigentlich überall, wo ich jetzt nicht bin, es aber gerne wäre
Vier Blogger, die das mitmachen sollen: Trainbuk, n|tropie, Fisch im Ohr, Das kleine Muc
(Und ähnlich wie Brain farts, der mich auserkoren hat, mutmaße ich, dass mindestens n|tropie das Kotzen bekommt. Brain Farts möchte ich aber sagen: Hasse dich nicht, sondern bin dankbar. Für den für mich zumindest recht kurzweiligen Eintrag.)

Dienstag, Februar 07, 2006

Für eine Sekunde panisch geworden: Nach zig Monaten Lost Garden angesteuert und zunächst nur ein lausiges Blog gefunden. Daniel Cooks Blog ist ein typisches »Ich bin Kreativer in der Spiele-Industrie«-Blog. Besonders wird es durch die Bilder. Sind ein paar neue dabei, zwei sind jedoch noch immer unge-schlagen.

Montag, Februar 06, 2006

Wieso ich bei Donnie Darko an einer bestimmten Stelle stets innerlich rumjubele und so ein bisschen auf körpereigene Drogen komme, hat seinen Grund eins weiter unten. Tears For Fears, exakter Head Over Heels. Hach, welch Lied. Der Text, der Tähääääxt! Meine erste offizielle Lieblingsband. Damals, Formel 1 schauend, vor dem Fernseher fast versteinert bei Shout. Da war ich genau zehn und ähnlich wie heute durch Klippen, Wind und dergleichen leicht zu beeindrucken. Irgendwann dann der so genannte a-ha-Effekt und TFF waren erst mal abgemeldet, was selbst aus zeitlicher Distanz betrachtet nur als schlechter Witz durchgeht. Ich entschuldige mich bei allen, die es für nötig erachten, dass ich mich bei ihnen dafür entschuldige. Wahrscheinlich bin ich aber die einzige, die es für nötig erachtet. Und meine Scham mir gegenüber ist Entschuldigung genug. Pardon, ich war jung und durch tolle Tollen, hochgekrempelte Ärmel, Schweiß und das Zahnlückenlächeln von Morten Harket etwas abgelenkt. Hat sich aber einige Jahre später wieder gelegt.
1989 erschien dann The Seeds Of Love und ich dachte für lange Zeit, dass ich nie wieder besseres hören würde. Ich meine, klar, Standing On The Corner Of The Third World war schon damals indiskutabel, aber der Rest? Der Rähääääst? Für die Stimme von Oleta Adams würde ich übrigens ohne Skrupel kleine Kinder foltern. Naja, zumindest so tun, als würde ich foltern. Auf The Seeds Of Love trug ich Zeitungen aus, fuhr Rad (Auf Badman's Song kann man wunderbar strampeln, vor allem zu Beginn bei der Piano-Klimperei, danach verfällt man in einen gemütlichen Takt.), führte den Hund durch den wildesten Sturm Gassi und malte das beste Bild, das ich je malte. Kunstkurs, mit einer 1++ (albern, ja) bedacht. Tears For Fears sind daran sicherlich nicht ganz unschuldig, weil sie meine Pinsel das machen ließen, was sie tun sollten. Temperafarben auf Leinwand, impressionistisches Supergeklekse eines in Dänemark am Strand gekenterten Schiffes, viel Wind, bisschen Klippen. So schließt sich der Kreis. Nach Elemental von 1993 die zwei wieder aus den Ohren verloren. Vor einiger Zeit sah ich dann das Video zu Closest Thing To Heaven. Optisch gleicher Stil wie damals bei den Sachen von The Seeds Of Love. Hat mich musikalisch aber nicht sonderlich beeindruckt. Im Gegensatz zu The Seeds of Love, die gerade aus meinem Winamp plätschert.
Nebenbei erwähnt: Das beste Stück, das Tears For Fears jemals herausbrachten, war die B-Seite von Shout. The Big Chair namentlich und somit wohl Namensgeber des eigentlichen Albums, auf dem es aber nicht zu hören war. Völlig schräg. Völlig schräg auch das Stück: kaum Melodie, die dann so ein bisschen im Robin-The-Hooded-Man-Clannad-Stil, ansonsten Schwerterge-klirre, Pferdegetrappel. Und die Frau, die sagt: »She wants to sit beside you. In your big chair.« (Huch, ginge es nicht um Tears For Fears hier, könnte man nach der Beschreibung was aus der Sparte Manowar erwarten.)
Warum ich das alles erzähle? Damit die Lauser zwei weiter unten in den Kommentaren mal was von Musik lesen, die sich abseitig von Schrammelschrammel-hau-mich-blau-ich-bin-ein-Schlagzeug-und-will-misshandelt-werden bewegt. Und weil ich so gerne erzähle. Und weil TFF es verdient haben.
(B-Seiten von ollen TFF-Singles gibt es übrigens seit 1996 auf einer CD, die da heißt Saturnine, Marshall & Lunatic. Wieso hat diese tolle Band eigentlich einen so beschissenen Namen?)

Sonntag, Februar 05, 2006

Mehr Kino 2006:
Thank You For Smoking, Brick, Fateless, Lady In The Water, Caché, Hard Candy, The Devil and Daniel Johnston und aus Vergleichsgründen Silent Hill.
Click ist sicher Grütze, aber hey, Tears For Fears zumindest im Trailer und David Hasselhoff in Nadelstreifen...
Sich fragen, warum man eigentlich diese US-Unterundmittel-schichtprotestsongbands hört, dann Pure Shores von den All Saints starten und sich gleich unglaublich viel besser fühlen.

Samstag, Februar 04, 2006

Beim Trainbuk drüben in den Südprovinzen (Ha, der wohnt gar nicht im Süden. Ich wohne im Süden. Zumindest des Landes. Und von den ganzen Italienern und Neusüdwalisern will ich erst gar nicht anfangen.) ging es neulich ums Atmen. Korrekter: Es ging um den erfahrbaren Atem. Gibt es, kein Jux. Ich erfuhr beispielsweise damals mit zirka sieben oder so nach Berutschen einer Rutsche im bitterkalten Winter und unglücklicher Steiß-Landung auf dem bretthart gefrorenen Sand, dass gerade nach etwa zwei Minuten ungewollter Atemlosigkeit atmen eine ganz ausgezeichnete Erfahrung sein kann.
Dann atmete ich einige Jahre eher nur so vor mich hin. Bis zum Tag, da ich das Wochenend-Seminar »Sprechtraining« besuchte. War irgendwie Pflicht für Pädagogik. (Hier bitte bei Bedarf entsprechende Kalauer einfach dazu denken.) Rutschen gab es da keine. Aber haufenweise Atmen. Atmen beim Gehen (konnte ich schon), Atmen im Liegen (auch das beherrschte ich meisterlich), Atmen im Sitzen (pillepalle). Aber noch mal kein Jux: Der Dozent war klasse. Erstens fand er mich super und zweitens brachte er mir bei, dass es reicht, den Atem -- zumindest einbildungstechnisch -- irgendwie im Rücken zwischen Becken und Nieren zu parken. Und man hat genug Luft, um echte Monstersätze ohne Schnaufen und blau Anlaufen runterzubeten. Ist sicher 'ne olle Kamelle für Menschen vom Fach, aber ich vergesse das oft, weil ich selten Monstersätze runterbete. Aber immer, wenn ich es mal muss, erinnere ich mich wieder daran -- und es ist jedesmal aufs Neue eine echte Erfahrung.
Eine ganz andere Erfahrung ist die: Den Text eins weiter unten habe ich spaßeshalber mal zu intonieren versucht. Das ganze Lob geht ja nicht spurlos an einem vorbei, man will ja immer mehr. Deswegen dachte ich an einen kleinen Podcast. Und ich hab' ja auch so eine schöne Stimme und so weiter und so fort. Aber ich scheitere. Denn gegen Ende muss ich tatsächlich immer heulen.

Mittwoch, Februar 01, 2006

Problem ist nur ...

Man nehme einen Tag wie heute, der recht früh beginnt, weil irgendwelche Ost-Entwickler zu alberner Zeit irgendein Spiel präsentieren wollen. Man ärgere sich nach dem Aufstehen ein wenig über den trüben Himmel draußen, war doch gestern noch alles strahlend blau. Juchze dann auf der Fahrt ins Büro darüber, dass es nur lausiger Bodennebel ist, der verschwinden wird. Im Büro bespaße man ein bisschen die Ost-Entwickler, schaue sich das Programm mit gebührlichem Interesse an, notiere im Kopf den Satz »Okay, ich sah schon deutlich Schlimmeres...« und entlasse die drei nach gut einer Stunde. Dann arbeite man weiter, rede ein wenig parallel mit einem Vertreter der Konkurrenz, der die Meinung vertritt, man dürfe zur Konkurrenz keine öffentliche Meinung haben, was aber der eigenen Meinung widerspricht. Zwischenzeitlich freue man sich über die beiden neuen Praktikanten, die recht sympathisch wirken, auch wenn sie noch an Witzen der Kategorie »Mit solch schwuchteligen Präpositionen wie 'hinter' gebe ich mich erst gar nicht ab!« scheitern. Dann telefoniere man ein wenig mit einem schweinekomischen PR-Manager, den man leider viele Jahre für ausgesprochen unerträglich und dumm hielt. Zirka eine Stunde nach dem Telefonat nehme man die Preview-Version des beim PR-Managers georderten Programms entgegen, weil der PR-Manager in München sitzt und Stadtkuriere ordern kann. Dann fluche man. Weil die Preview in allen DVD-Laufwerken arbeitet, nur im eigenen nicht. Man gehe also in die Hardware-Abteilung und entleihe sich dort einen recht alten, aber funktionstüchtigen Brenner der Marke MSI, spare sich die Mühe, den im Gehäuse befindlichen Brenner auszubauen, sondern schließe das MSI-Etwas nur an die entsprechenden, vorher gelösten Kabel. Und bemerke im Anschluss, dass die DVD gelesen wird. Dann schaue man auf die Uhr, stelle fest, dass es bereits 17:40 Uhr ist und man die Arbeitsstätte ohne schlechtes Gewissen verlassen kann. Man sammle sein Zeug ein, schnappe sich die Jacke und parke den iPod in der Jackentasche, weil man auf keinen Fall die zirka 800 Meter zum Auto ohne Musik auskommen möchte. Man wünsche den Kollegen einen schönen Abend, begebe sich ins Erdgeschoss, verlasse das Gebäude, umrunde es, während der iPod Underworld, genauer Banstyle/Sappys Curry dudelt. Und dann geht man fast in die Knie. Und beginnt fast ein wenig zu heulen, so wunderbar ist es, was man sieht. Das Abendlicht, das ganz weich aufs Hochhaus am Münchner Tor fällt, an dessen Ecken diese blauen Lichter einen so herrlichen Kontrast zum Rot der Sonne und dem diffusen Grau des Himmels bilden. Und man ist für ein paar Sekunden im Frühling, trotz der -4°C. Man riecht die Erde, die Bäume, den Asphalt. Man möchte sofort ein Bier aus der Flasche trinken und statt der Jacke nur ein T-Shirt und Jeans oder vielleicht sogar albernerweise ein Kleid tragen. Man weiß gar nicht wohin mit all den Empfindungen, läuft ein bisschen haltlos kopflos über die Wiese, starrt ununterbrochen auf das Hochhaus, im Ohr noch immer Banstyle/Sappys Curry. Und ist voll von Dankbarkeit für diesen einen Moment. Für dieses Gefühl. Für dieses Glück. Problem ist nur: Man muss dafür ich sein.