Montag, Mai 29, 2006

Außen weniger werden und innerlich wachsen. Der alte Selbst-wahrnehmungsverschiebetrick. Manchmal deswegen und wegen so vielem mehr so riesig sein, dass man seine Füße nicht mehr sehen kann. Um nur wenig später in sich zusammenzukacheln wie das viel zu oft, aber oft passend bemühte Kartenhaus. Dann sich wieder zusammensetzten. Stabiler als vorher. Und trotzdem der gleiche Mensch bleiben, den man so gut kennt und so gerne hat. Mit all seinen kleinen Stärken und großen Schwächen.
Eine Zeit ist das, also wirklich, eine Zeit ist das zur Zeit...

Sonntag, Mai 28, 2006

Ist richtig, was der Siegismund behauptet. Dass man etwa dank eines umgesetzten Plans (nur ohne Sommer, aber mit immerhin 18°C) nachts in absurden euphorischen Höhen daheim ankommen kann und im Anschluss lediglich die richtigen Songs von 'Snow Patrol' hören muss, um mit geradzu perversem Genuss ins tiefe Tal der Melancholie zu fallen. Ich habe es ausprobiert. Großartig!

Samstag, Mai 27, 2006

Kurze Werbeunterbrechung, bevor es wieder belanglos wird: heute Abend, 'Die Lange Nacht der Musik', Frau Pia-no und ihre Kombo 'The Jokers' spielen. Ab 20:00 Uhr im Rischart Café Rialto.

Donnerstag, Mai 25, 2006


Die erste CD von 'The Politics Of Dancing' ist so unverschämt gut, dass man sich ganz arg schämt, wenn man beim Hören im Schneidersitz am Schreibtisch hockt. Aber mein Energie-Level liegt aktuell auf Meeresspiegel-Niveau. Schön, wenn man dann Guild Wars Factions hat und Frau Assassine samt Collector's-Edition-Background-Hupfdohlen wunderbar passend auf den Paul van Dyk-Mix von U2s 'Elevation' rumzappeln lassen kann.
Woran mag es liegen, dass ich die meisten Männer in meinem Alter nicht als Männer, sondern als Jungs wahrnehme? Liegt es daran, dass ich mich vielleicht immer noch nicht als Frau wahrnehme?

Sonntag, Mai 21, 2006

Was mich aktuell am Leben hält: Kaffee aus dem Lavazza-O-Mat, Zigaretten und Ecstasy, Marrakech, In Love With The DJ, Long Way Home sowie I Don't Wanna Stop im Loop. Apropos 'In Love With The DJ': Isser nich süß, der Herr Tanne-berger? Oh, ich brauche Schlaf! Tanzen wäre jetzt aber auch okay.

Update, Sonntag, 19:34 Uhr: Nahezu am Ende (vielleicht noch zwei Stunden Layout-technisches Finetuning) von vier Seiten E3-Actionklimbim und zwei Sonderseiten zur Coverstory verbuchen die oben genannten Titel jeweils 44 Loops. Hossa!

Freitag, Mai 19, 2006

Zuweilen wünsche ich mir, ich könne im Takt der Musik tippen, die ich beim Schreiben eines Artikels höre.
Weil das dann ein kleines bisschen wie tanzen wäre.
Soeben fest vorgenommen: Unglaublich viel im hoffentlich unglaublich warmen Sommer unglaublich spät durch's noch dezent beleuchtete München fahren und dabei unglaublich laut ATB, Blank & Jones und Paul van Dyk hören.

Donnerstag, Mai 18, 2006

Mal schnell rekapitulieren. Was war denn nun für mich das Beste an der E3 in diesem Jahr?
  • Platz 1: Strandlatschen mit iPod in Santa Monica bei Sonnenschein
  • Platz 2: Auf dem Redondo-Beach-Pier mit iPod auf einer Bank rumstehen und die X+Y-Kratzereien im Geländer anschauen -- bei bedecktem Himmel
  • Platz 3: das glückliche Gesicht des obdachlosen Zigarettenschnorrers in Downtown, dem ich bestimmt fünf Gauloises in die dreckigen Hände drückte
  • Platz 4: diese Halbliter-Frappuccinos von Starbucks aus dem Rite Aid in der 7ten, ohne die ich die Tage (besser Nächte) nicht überlebt hätte
  • Platz 5: das eine oder andere Spiel*

*Diesbezüglich bitte die Seite meines Arbeitgebers konsultieren.

Mittwoch, Mai 17, 2006

Sagt der Mesmer-Bot Lo Sha unvermittelt: »Ich weiß, es ist schwierig, mich nicht zu bewundern.« Im folgenden Kampf stirbt er dann als erster. Ich liebe Guild Wars Factions.

Sonntag, Mai 14, 2006

Mich auf dem Rückflug an meinem ersten Mankell versucht. 'Mörder ohne Gesicht'. Schnell aufgegeben.
'Als ihn das Klingeln des Telefons nun jäh aus dem Schlaf riss, befand er sich mitten in einem hitzigen erotischen Traum.'
'Ein Autounfall, schoss es ihm durch den Kopf.'
Danke, verzichte.

Apropos 'aufgeben': Ich hätte ein neues Fragment. Abermals SZ-Krimiwettbewerb-Gedöns, das aus Zeitmangel nicht fertig wurde. Lese-Walkthrough: Die SZ-Vorgabe ist das Gefettete.

Halcyon, Guild Wars Factions

Treff ich Daniel am Freitag beim Abschluss-Schlendern durch die South Hall. Wir palavern. Ich zieh ihm ein paar noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Infos zu Guild Wars Chapter 3 aus der Nase. Ist bei ihm recht einfach, er hat 'ne große. Darauf denk' ich mir, hey, revanchier dich. Ich -- im Kompliment-Modus -- erzähl ihm, dass mir die Halcyon am besten in Factions gefalle. Er erzählt mir dann, dass er genau für die schon einen Preis bekommen habe.
Frag' ich mich so nach Verabschiedung, wer von uns beiden am Ende das größere Kompliment eingestrichen hat.

Samstag, Mai 13, 2006


Vor dem letzten Termin kann man schon wieder lächeln.

Mittwoch, Mai 10, 2006

Gestern viel durch herrliche Gegend gefahren, viel am Wasser gestanden, viel Seeluft inhaliert, viel allein gewesen, obschon sich die Kollegen stets in der Nähe rumgetrieben haben, viel Musik gehört, viel nachgedacht, viel gefühlt. Am Ende wird es vermutlich aber doch wieder nicht reichen. Ich kenn' mich.

Dienstag, Mai 09, 2006

Absurd: Da Kollege Maier die Laptops vor Abreise eingerichtet hat, darf ich nun mit der deutschen Firefox-Version in den USA rumsurfen, während ich daheim stets die englische benutze.

Montag, Mai 08, 2006

Seit die über 100 Mitarbeiter von NCsoft im Hotel aufgeschlagen sind und das W-Lan verstopfen, braucht mein Guild-Wars-Client eine Ewigkeit, um sich mit den Servern von NCsoft zu verbinden.

Sonntag, Mai 07, 2006

Ob ich wohl in den kommenden Tagen vom sicher nicht Deutsch sprechenden, weil ausnahmslos mexikanischen Personal hier schief angeschaut werde, wenn ich die aktuelle Titanic, die wirklich sehr unterhaltsam ist, aber auch den Gröfaz in Siegerpose auf dem Cover hat, als Klolektüre im Bad meines Hotelzimmers deponiere? Oder lege ich sie lieber auf den Nachttisch?

Donnerstag, Mai 04, 2006

Ich weiß, wir hatten das schon, aber nun packt sich endlich jeder das auf den Mp3-Player oder iPod, hört es gefälligst im Loop beim Rumlatschen an der frischen Luft und züchtet Frühlingsgefühle. Ich stoß' dann in etwa zweikommafünf oder drei Wochen zu euch.

Dienstag, Mai 02, 2006

Durch diesen Wettbewerb der SZ (ich erwähnte ihn bereits) bin ich wieder ans Krimilesen geraten, was ich ja schon ewig mache. Und immer in Schüben. Wurschtel mich aktuell durch mein Regal, lese mit großem Vergnügen alte Lieblinge und erschrecke mich mit großem Vergnügen über jetzt ehemalige Lieblinge. Und finde erstaunlicherweise noch immer ein paar Bücher, die ich mal irgendwann durch Zufall oder als Jubeltagsgeschenke in die Hände, aber nie richtig vor Augen bekam. Darunter auch eine ganz nette Sammlung von Kurzkrimis. Und klar, da muss auch wieder so eine Geschichte drin sein. Ohne geht es gar nicht. Ohne die Geschichte vom perfekten Mord. Oder vom Versuch des perfekten Mordes. Letztere Variante kommt ja doch durchaus öfter vor, so 'Mörder von sich wahnsinnig überzeugt, macht in seiner Überheblichkeit einen winzigen Fehler, der ihm dann am Ende alles versaubeutelt'. Genau so eine ist das in der Sammlung auch. Der 'winzige' Fehler des überheblichen Mörders ist, dass er sich seiner verhassten Frau entledigen will. Tztz, denkt da der geübte Krimileser, weiß er doch, dass der perfekte Mord nur dann funktioniert (was nahezu nie passiert), wenn ein Motiv fehlt und der Täter keinerlei Beziehung zum Opfer hatte. Wenn also der Mord nur wegen des Mordes geschieht.
Ich war 17 oder 18, als ich mir das erste Mal Gedanken darüber machte, wen ich denn könne. So abmurksen. Ohne dass man auch nur im Traum auf die Idee käme, ich hätte und so. Ich fand dann auch tatsächlich recht schnell jemanden, den örtlichen Trinker nämlich. Kein Jux, den gab es bei uns im Dorf. Den gibt es nämlich in jedem Dorf ab einer gewissen Größe. Unserer wankte mir morgens häufig beim Zeitungaustragen entgegen -- auf seinem Weg heim aus der Stadt. Der erschien mir perfekt: ledig, keinerlei Verwandte in der nahen Umgebung, soweit ich informiert war, in dem Maße verlottert, dass auch die Nachbarn ihn mieden, wahrscheinlich auf eine eher unbewusste Art sehr, sehr einsam. Kurz: Niemand scherte sich um ihn. Und ich hielt mich auch für die perfekte Täterin. Wer, bitteschön, verdächtigt denn ein trotz seiner vorlauten Art überall recht beliebtes junges Mädchen eines Mordes? Ha! Genau!
Wie anstellen? Die entscheidende Frage. Auch da hatte ich ja schon eine Idee, geboren aus einem recht unappetitlichen Unfall, der sich mal bei uns ereignete, als ich noch sehr jung und diese gemeingefährliche Kurve noch nicht begradigt war. Nun muss ich fix ausholen. Ist aber durchaus wichtig, um zu verstehen. Also: Die Bundestraße, die sich da am Rande des Dorfes parallel zur Wupper schlängelt, die hatte eine fiese Kurve, in der jede zweite Woche was passierte. Wir Kinder hatten schon so eine Art Unfallfanclub gegründet und hockten verbotenerweise gerne abends im Sommer dort auf der Leitplanke und warteten auf Motorrad- und Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren. Natürlich passierte nie was, wenn wir da saßen. Natürlich.
Jetzt aber das Widerliche: Parallel zur Bundesstraße fließt nicht nur die Wupper in einem ordentlichen Abstand, sondern auch ganz nah -- nämlich genau hinter der Leitplanke -- der so genannte Güllebach. Der hieß bei uns so, weil früher, als die Umwelt nur Umwelt war, da die Haushalte ihre Abwässer reinleiteten. Und dadurch hat sich im Laufe der Jahre eine ganz schön abartige und ordentlich dicke Schlammschicht unter dem Wasserrinnsal gebildet. Und genau in die ist mal ein Motorradfahrer kopfüber reingesegelt. Erst mit dem Motorrad auf die Leitplanke gedotzt, dann in den Matsch geplumpst. Wohl recht tief, denn befreien konnte er sich nicht mehr und ist dann wahlweise ertrunken oder erstickt. Genau haben wir das nie rausgefunden. Ein paar Jährchen später bin ich auch mal durch einen dummen Zufall selber in den Bach geklatscht und ratzfatz bis über die Hüften versunken. Diese beiden Erfahrungen, also meine und die des unglücklichen Motorradfahrers, der morgendliche Weg des Dorftrinkers an der Straße und am Güllebach entlang und ein ordentlicher Schubser an einer schlecht einzusehenden Stelle in der Dunkelheit vermengten sich in meinem Kopf zu einem hübschen Plan. Den ich natürlich nie in die Tat umsetzte. Aber ich musste für eine gewisse Weile nach Erstellen immer grinsen, wenn ich den Mann sah.
Neulich übrigens erzählte ich die Geschichte mal wieder. Auf einer längeren Autofahrt dem Fahrer. »Petra, du machst mir gerade ein wenig Angst«, er nach Ende. Das oder ähnliches sagen immer alle, wenn ich sie erzähle. Das reicht mir dann auch. Und ich weiß auch gerade gar nicht, ob der Dorftrinker noch lebt.

Montag, Mai 01, 2006

Man kann das mal ausprobieren. Und sollte es klappen, ist man höchstwahrscheinlich schlicht tot. Oder hat sich so sehr im Griff, dass 'tot sein' ein passendes Synonym wäre.
Was bitte ausprobieren? Oh, pardon. Einfach bei 'She Wants To Move' von N.E.R.D. nicht mindestens rhythmisch mitzuzucken.