Freitag, Juni 30, 2006

Wie stellen Frauen das eigentlich an, dieses Augenbrauenzupfen? Also ich meine nun nicht das Entfernen der Ost-West-An-näherungsgewächse, die schon allein deswegen weg müssen, damit man beim gekonnten Brauenhochziehen (üben, üben, üben!) nicht ausschaut, als hätte man eine kaputte Kurvenrechnung im Gesicht. Ich meine diese Filigranarbeit, an deren Ende idealerweise wunderbar Geformtes die Gucker überspannt. Wie geht das? Ohne Ziepen, ohne Tränen, ohne Zucken und somit ohne Gefahr, sich mit der Pinzette einen Sprung in den Glaskörper zu hauen? Vorherige Vereisung? Ich will das jedenfalls auch können. Ich kann es aber nicht. Dabei hätte ich so gerne deutlichere Knicke da oben. Knicke in Augenbrauen finde ich nämlich ähnlich sexy wie ganz teure, schwarze und schnelle Autos. Und hey, wäre es nicht schick, wenn einen gleich morgens beim ersten Blick in den Spiegel zwei ganz teure, schwarze und schnelle Autos anblitzten? So rein metaphorisch?
(Ich könnte es mal mit Alkohol (inwendig) probieren. Der senkt die Hemm- und Schmerzschwelle. Aber beeinträchtigt auch die Motorik. Und am Ende habe ich dann so 'ne fiese Lücke in einer Braue, die in Gangsta-Hip(p)hopper-Kreisen als Code für 'Hab' heute schon drei Schüttelreime gereimt' oder ähnlich angsteinflößendes steht.)

Donnerstag, Juni 29, 2006

Gestern früh nach ca. vier Wochen Funkstille. Ohne weitere Erklärungen. Und auf nüchternen Magen:

'Verdammt, Petra! Ich bin so verliebt. Denke an Heirat und Kind. Wahnsinn!'

Gute, beste, liebste A.,
meine Rache wird grausam sein: Auf der Hochzeit halte ich eine Ansprache im Mainzer-Büttenreden-Stil (eine gefühlsgetragene Ode an die zuweilen wirren Wendungen der Liebe im Allgemeinen und eurer im Besonderen kannste dir neben die Blumengebinde in dein gülden Haar schmieren) und überreiche dir im Anschluss eine Bananenstaude. Danach besaufe ich mich unfassbar und werde ebenso laut wie schief schweinische Shanties (gibt es solche?) intonieren. Vielleicht zusammen mit deinem Vater? Der hätte sicher Freude daran. Und dein verlaustes Kind bedenke ich von Beginn an ausschließlich mit pädagogisch wertlosem Elektronik-Spielzeug aus der 'Blut und Morde'-Kiste.

Deine P.

P.S. Ich seh' dich grinsen. Lass das!
P.P.S. Alles Gute, Trulla! Hab' Dich lieb.

Dienstag, Juni 27, 2006

Schweiz abermals: Wie zielsicher man doch schon Wochen vorher daneben schießen kann...
(Übrigens ist die NZZ Folio nicht nur die unfassbar bessere Version einer deutschen Neon, sondern auch lässig genug, ganze Ausgaben im Nachhinein für umme online zu stellen.)

Montag, Juni 26, 2006

Das beschauliche Landleben mag gegenüber dem hippen Städterdasein mit abendlichen Spontan-Clubbesuchen etc.pp. nachteilig erscheinen. Aber es hat auch nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Etwa kann man die lästigen Kinder ohne großen Zeitaufwand im Wald aussetzen und hinterher behaupten, sie wären abgehauen oder entführt worden oder so. Oder man kann immer und überall bei offenem Fenster schlafen, sollte man nicht gerade im Zelt oder auf der Wiese nächtigen. Denn dann entfällt das mit dem Fenster meist. Man kann sich auch wunderbar über die Kombination 'Futterpflanzen-Wiesen plus Kühe, die das ganze Jahr über im Stall stehen' aufregen. Im Sommer wird die Aufregerei noch durch einen hübsch penetranten Ammoniak-Gestank in Stallnähe parfümiert. Das ist dann für Vegetarier wie mich erstklassig, weiß ich doch so stets, warum ich um Fleisch einen Bogen mache. Sowas bekommt man als Städter schlicht nicht mit.
Was Städtern zudem entgeht: das adäquate Zelebrieren von Sommergewittern auf dem nahen Feld. Denn dazu braucht es ein nahes Feld, das man, sollte sich das Sommergewitter am Horizont ankündigen, mit Musik im Ohr ansteuern kann, um pünktlich mit dem fast schmerzhaft ins Gesicht klatschenden Regen am -- genau, am nahen Feld anzukommen. Dann steht man da eine Weile auf dem Feld, lässt die Klamotten bei guter Musik bis auf die Unterwäsche durchregnen und das Hirn durchpusten, geht wieder heim und fühlt sich idealerweise großartig. Gerne aber auch ein bisschen verschroben -- passend zum Landleben.

(Übrigens rate ich Landliebelebe-Pärchen davon ab, bei solchen Anlässen gemeinsam loszuziehen. Bitte getrennte Felder wählen. Andernfalls wird nämlich die ganze Zeit im Stile von 'Boah, der Regen tut richtig weh!' und 'Ui, schau mal, die Blitze da drüben!' geplappert, um sich gegenseitig vom Grad der Beklopptheit des Sommergewitter-Zelebrierens abzulenken.)

Sonntag, Juni 25, 2006

What are hands for, if not to hide the eyes?
(B.S. Johnson, Aren't You Rather Young to be Writing Your Memoirs?)

(Hier muss was stehen, sonst ist unter 'Neulich' 'ne fiese Lücke.)

Freitag, Juni 23, 2006

Sexfalle Buchhandlung

Aus der bis dato vollkommen unbekannten, weil flammneuen und gleich wieder abgesetzten, weil zu schlechten Serie 'Sexfalle Buchhandlung' senden wir heute trotzdem die gottseidank aber recht kurze Pilot-Folge 'Eine Frage der Betonung':

Kunde: "Ich brauche neues Lesefutter. Ich hab' Sick und Hacke und so ganz gern."
Händlerin nach kurzem Grübeln: "Ich hab's: Gernhardt!"
Planänderung: Nach nur wenigen Minuten der Beratung durch meinen Lieblingsberater, der mir riet, Juli Zeh offensiv zu ignorieren, werde ich von nun an Juli Zeh offensiv ignorieren. Und mit diesem Eintrag fange ich damit an.

Donnerstag, Juni 22, 2006

An Tagen, an denen man sich darüber freut, dass auf einem Fläschchen im Bad 'Cuticle Remover' statt 'Nagelhaut-Entferner' steht, kann man auch bedenkenlos Kylie Minogue hören.

Mittwoch, Juni 21, 2006

Wenn ein Titanic-Redakteur Juli Zeh als Schwallmadame und Quatschnuss bezeichnet, bekomme ich schlimme Lust, mich von der Richtigkeit der Aussage zu überzeugen. Am Ende bezeichnet der Titanic-Redakteur Juli Zeh aber wahrscheinlich nur als Schwallmadame und Quatschnuss, weil die viel erfolg-und-reicher ist als ein -- sagen wir mal -- durchschnittlicher Titanic-Redakteur. Sollte dem so sein, möchte ich bitteschön auch mal irgendwann von einem Titanic-Redakteur als Schwallmadame und Quatschnuss bezeichnet werden. Das könnte ich dann locker ab.

Samstag, Juni 17, 2006

Ich versteh' das Eltern-Kinder-Ding heutzutage nicht. Oder genauer gesagt: Ich versteh' das Eltern-Kinder-Ding heutzutage hier im Münchner Outback nicht. Ganz genau gesagt: Ich versteh' das Eltern-Kinder-Ding heutzutage hier im Münchner Outback mit Landschaft, Landschaft, Landschaft (inklusive Deutschlands größtem Forst) drumherum nicht. Also wir haben hier nun wirklich alles, was das Stoffel-Herz (Jungs bis -- sagen wir -- 15,25 sind immer Stoffel) begehren könnte. Stoffel-Horden könnten in den Ferien bereits morgens, während der Schulzeit dann eben nachmittags losziehen und im Forst Buden bauen, Bäche stauen, sich Zecken einfangen oder einfach auf Ästen sitzen, geklaute Maiskolben abnagen und Wanderer mit Kram bewerfen. Nö! Statt dessen bleiben sie in Hausnähe, spielen in der schlecht einsehbaren Kurve hier Fußball und kreischen wie Mädchen, denen man Puppe weg genommen hat. Übrigens spielen die Mädchen hier auch in der Kurve und kreischen wie Mädchen, denen man die Puppe weg genommen hat. Was ja okay ist. Sind ja Mädchen. Aber auch die könnten doch mit den Jungs im Forst auf den Ästen sitzen. Ich glaube jedenfalls fest, dass Jungs und Mädchen da gleichermaßen großen Spaß dran hätten, dass aber Mama und Papa was dagegen haben. 'Ihr geht nicht so weit weg!' und 'Mach dich nicht schmutzig!'. Was ein Elend.
Als ich im Kreischmädchen-Alter war, war das alles noch anders. Ich erinnere mich nicht, ob ich gut und viel gekreischt habe, aber ich erinnere mich, wie ich im Wald Buden baute, Bäche staute, mir nicht unbedingt Zecken, aber reichlich Blutegel einfing, dass ich beim Nachbarn Forellen angelte oder beim anderen Nachbarn die Pflaumen klaute -- und abends eigentlich immer saudreckig heim kam. Die Eltern waren zufrieden.
Sicher, auch wir durften manches nicht machen. Wir durften beispielsweise nicht mit den Rädern die lange, schlecht einsehbare, weil sehr kurvenreiche Straße am Dievesherweg runterbrettern. Haben wir aber dennoch immer gemacht -- und dabei gekreischt wie die Irren. Ich lag dann auch mal deswegen drei Wochen im Krankenhaus. Aber das war es verdammt noch mal wert. Schon allein, weil unsere Kurven verboten waren.
Dank eines Kommentars von Herrn Melville kommen nun laufend Menschen hierher mit der Frage 'Welche Farbe hat dein Höschen?'.

Donnerstag, Juni 15, 2006

Zuweilen muss man echt aufpassen, dass man es mit der Kontra-punktsetzerei zur ganzen hippen Abgeklärtheit nicht übertreibt.
(Was dieser Satz hier will, weiß ich auch nicht so recht. Der tauchte einfach auf und quengelte rum, ich möge ihn bitte niederschreiben.)

Mittwoch, Juni 14, 2006

Hach, diese seltsame gefühlsmäßige Vermischung von Dingen immer, die nix miteinander zu tun haben, aber gemeinsam nahezu so etwas wie Euphorie hinterlassen. Die aktuelle Sommermusik etwa, nämlich die schon mehrfach erwähnten 'Snow Patrol'. Das Album 'Eyes Open' kann erstaunlicherweise im gleichen Maße Melancholie wie gute Laune schaffen. Liegt meist nur jeweils zwei Songs auseinander. Dazu das Wiederentdecken eines alten Lieblingsromanhelden, den ich heute aus ganz anderen Gründen super finde als damals, da ich ihn erstmalig super fand. Und hey, ich habe lediglich vier Büchleins, in denen der Herr von Beginn bis Ende zum Niederknien großartig ist. Der fleißige Autor hat aber seit 1985 sage und schreibe über 20 Bücher um den Mann produziert. In einem lässt er gar eine Petra auftreten. Entzückend! Lesetechnisch ist der Sommer jedenfalls in trockenen Tüchern. Und dass ausgerechnet Mr. Ted 'Ich seh' leider immer aus, als würde ich ein schlecht sitzendes Toupet tragen' Danson meinen Lieblingsromanhelden mal verkörperte, kann mir den Spaß an Dr. Alex Delaware auch nicht verderben. Meine Fantasie ist stärker als eine Info, über die ich bei imdb.com stolperte.

Wenn ich mich begeistere, dann aber mal bitte richtig: Soeben für knapp 70 Euro Kellerman'sche Taschenbücher bestellt.
Was mich gerade bei Amazon ein bisschen beruhigt hat, war die Feststellung, dass nicht nur Frauen die Delaware-Thriller lesen. Die meisten, die sich dort zu den Büchern äußern, sind tatsächlich Männer. Ich dachte schon, dass sei wieder so eine 'In Romanheld verknallt'-Geschichte. Was es natürlich in erster Linie auch ist.

Samstag, Juni 10, 2006

Irgendeine durchgeknallte höhere Macht mit direktem Draht in mein Gehirn bittet mich seit Monaten, ich möge doch einen Kurzreim dichten, in dem 'Bananensplit', '(Kurt) Vonnegut (jr.)' und 'Strohhut' auftauchen. Bisher wehre ich mich standhaft, aber die Zeit wird kommen, da meine Kräfte schwinden. Und dann wird alles ganz schauderlich. Vielleicht auch nur der Reim.
Weil Anmut und Demut (aka Buddhabot) neulich in den Kommentaren die am 14. Juni startende Zeit-Serie »Was ist männlich?« erwähnte, stolpern hier nun ständig offenbar ratlose Herren mit just dieser Frage via Google rein. Gestern früh war es gar ein Mitarbeiter der Lloyds Fonds AG. Armer Tropf, der hatte vermutlich vorher die Ankündigung der Serie gelesen, war durch die fiese Begrifflichkeit da vollkommen aus der Fassung und suchte nach Linderung der Seelenpein. Aber bitteschön, was ist das denn auch für eine Art? Frau Redakteurin darf eine 'Schadensbilanz' unter dem Titel »Männer sind Verlierer« ziehen. Eine Bilanz ziehen, ein rein rechnerischer Vorgang, den der Lloyds-Mitar-beiter nur zu genau kennen dürfte. Am Ergebnis gibt's dann nix zu rütteln. Einem Redakteur wird in der selben Ausgabe immerhin noch Platz für eine 'Ehrenrettung' unter dem Motto »Männer sind Gewinner« eingeräumt. Also unterm Strich: ehrenvolle Verlierer. Ach du liebe Zeit, liebe Zeit! Wer schreibt solchen Suggestiv-Müll? Ich habe ein Schreckensszenario vor Augen: Die Dame lutscht alte Kamellen der schalgeschmacklichen Sorten 'unflexibel', 'rollenver-haftet', deshalb 'orientierungslos', 'planlos' und 'unsicher'. Der Herr quengelt dann in Folge, dass das ja kein Wunder sei, wenn Frau durch die Jahrzehnte vom Heimchen erst zur Emanze mutiere, dann aber plötzlich 'die neue Weiblichkeit' entdecke. Zwar Macherin, aber bitteschön sexy und nun wieder mitohne Aufbegehren, wenn Mann im Restaurant die Rechnung bezahlt, ihr die Tür aufhält und ihre Schönheit statt ihres Geistes lobpreist. Und er wird behaupten, dass Mann sich noch in der Umstellungs-phase befinde und Frau nicht so schrecklich ungeduldig sein solle. War doch alles schon deutlich schlimmer. Oder er wird darauf pochen, dass sich ja mal kaum was verändert habe, dass die Rollenverteilung im Kern noch die selbe sei und die Männer ihre Position in all den Jahren zu Recht einfach behauptet hätten -- und dass Frau das nur nicht sehen mag.
Mag sein. Kann aber auch alles ganz anders sein. Und ich liege komplett falsch mit meinem Schreckensszenario. Aber ich hätte noch eine irre Idee: Wäre es nicht deutlich spannender, wenn Herr und Frau Redakteur/in die Betrachterseiten wechseln würden? Zuviel verlangt? Na gut, aber am Ankündigungstextlein könnte man/frau wirklich noch nachbessern.

Freitag, Juni 09, 2006

So, ich werde jetzt einen 'Frequent Reader' ärgern, der mir seit geraumer Zeit auf den Zeiger geht, weil er immer über den/das/wasauchimmer Bookmark eines Uralt-Eintrags hier landet. Dieser Eintrag ist in meinen Logs bereits rosa markiert und hat deutlich zu viele Hits, obwohl er natürlich brillant formuliert und wahnsinnig witzig zugleich ist. Aber das Rosa zerstört die schlichte Ästhetik der Logs, die ich nur gelegentlich von Google-Suchabfragen der Marke 'CD gegen Harndrang' oder 'Blutbad der Bestien Cover' oder 'Hund auf Gummipuppe erziehen' oder 'weibliche Amokläufer' aufgelockert haben möchte. Deshalb ist er, der Eintrag, in wenigen Sekunden zwar noch da, hat aber eine andere URL. Ob der 'Frequent Reader' einer bleibt?

Donnerstag, Juni 08, 2006

Aktuell überlege ich, wie ich es anstelle, möglichst vielen TV-Sendern heimlich einen Zugang zu GameStar-Premium zu verschaffen, damit man sich dort GameStar-TV anschaut, damit ich endlich entdeckt werde. Zeit wird es, verflucht noch mal!

Sonntag, Juni 04, 2006

For once I want to be the car crash
Not always just the traffic jam
Hit me hard to wake me
(Snow Patrol, 'Headlights')
plus Claude Sautets 'Die Dinge des Lebens'.
Erstklassige Sonntagnachmittag-(verregnet)-Kombi.

Samstag, Juni 03, 2006

»Verdammt, ich komm' immer durcheinander -- welcher Deiner Männer welchen Decknamen hat.«

Freitag, Juni 02, 2006

»Höchstens 28«, schätzt der verzottelte Junge mit den riesigen Zähnen mein Alter. Fünf Minuten vorher tritt er mir auf den Fuß, entschuldigt sich dann nuschelig höflich, um mich anschließend darauf aufmerksam zu machen, dass er ja nix dafür könne. Das 'H'. Ich müsse verstehen. Ob ich denn clean sei? Und ich so, weil spontan der Meinung, meine Süchte und Zwänge seien zu komplex und gleichzeitig gegenüber seinen eher im Bereich 'Popanz' und wiederum gleichzeitig etwas, was ihn rein gar nichts angehe, nicke nur. Kommt ohnehin besser bei dem Lärm. Dann mache ich mir eine Zigarette an und warte auf seine Reaktion. Er zückt seine Schachtel und sagt, dass das die schlimmste Sucht von allen sei. Ich nicke. Kommt ohnehin besser bei dem Lärm. »Was hörst du denn für Musik?« will er dann wissen. Und ich sage: »Sowas, wie das hier. Ich bin da aber nicht festgelegt.« Im Anschluss gebe ich ihm ein paar Bands, die er selber hören dürfte, ein paar, deren Namen er zumindest kennen könnte und ein paar, die sicherlich blinde Punkte auf seiner musikalischen Landkarte sind. »Vielfältig«, bemerkt er. Ich nicke. Kommt ohnehin besser bei dem Lärm. »Ich frage, weil du nicht so aussiehst, als wärest du oft hier«, kommt er endlich auf den Punkt. Ich muss mich nicht umschauen, um zu wissen, was er meint. Schuhe normal, Jeans normal, Shirt normal, Haare normal. Weder auf der nach unten noch nach oben offenen Klamotten-Skala irgendwie auffällig. »Ich bin auch nicht oft hier.« Dann addiere ich, obwohl er sicher nicht weiß, was ich zitiere (was meine Aussage untermauert): »Ich bin eigentlich zu alt für diesen Scheiß.« Er fragt. Ich fordere ihn auf, zu schätzen. Und im Auto auf der Heimfahrt überlege ich, ob und wo genau zwischen Mit-32-im-Backstage-bei-Schrammelmusik-rum-stehen und Mit-32-hinterm-Steuer-Rummelplatz-Elektro-Mu-sik-hören ein Unterschied besteht.

Donnerstag, Juni 01, 2006

Ist das bekloppt oder ist das bekloppt? Zig Menschen (inklusive Hierarchie) im Kopf zu haben, denen man eins der vielen bisher ungeschriebenen Bücher widmen möchte.
Ganz unter uns: Ich hätte ja deutlich lieber zumindest eines dieser vielen ungeschriebenen Bücher im Kopf.