Sonntag, Juli 30, 2006

Dieses Postulat des Wochenend-Nacht-Spaß-Gehabes -- durch sich selbst bewiesen: Schau, alle amüsieren sich doch königlich dabei, erst um zirka 1:30 Uhr in den Club (heute sagt man Club, du Dummerle) zu scharwenzeln, um dort erst mal für eine Stunde am Tanzflächenrand überteuerte Flavour-of-the-Scene-Getränke zu sich zu nehmen, sich umzuschauen, nicht wissend, wonach. Darauf wartend, dass die Gesichter der anderen Am-Rand-Rumsteher im Halbdunkel noch unbedeutender werden, als sie ohnehin schon sind und man endlich durch Gleichgültigkeit und Alkohol bereit dazu ist, zu Musik, die man vielleicht kennt -- oder nicht -- deren Rhythmus aber zumindest vertraut, weil austauschbar ist, akzentlos auf 30 Quadratzentimeter die Hüften zu schwingen.

Kinners, ehrlich, ich glaub' ja nicht, dass ich jemals wieder in einem Tanzschuppen (Dummerle!) über eine längere Zeitspanne am Stück (zirka zwei Stunden) Spaß haben kann -- denke ich so, während ich morgens zu 'Take Me Over' von ATB mit reichlich Akzent durch die geräumige Wohnung tanze. (Und dann aber wissen, dass der Glaube alle paar Wochen neu gefestigt werden will.)

Samstag, Juli 29, 2006

Morgens zu jemandem sagen »99,9 Prozent der Vetreter des Männertyps, den ich jenseits von Freundschaft spannend finde, wollen Teilzeit-Diva. Können sie haben. Ich lerne zwar noch, aber ich lerne schnell.« und abends feststellen, dass einem diese vor-mals stets belächelten, total angesagten Halbgesichtschutz-Sonnenbrillen der Marke 'Perlhuhn' ausgezeichnet stehen.

Donnerstag, Juli 27, 2006

(Alle, die nix mit elektronischer Musik anfangen können, stellen hier das Lesen ein und ziehen weiter nach dort. Wish you fun.)

Weiter unten behauptete ich, dass Musik und Sex nicht zusammen funktionieren würden. Behaupte ich ja immer noch. Aber es gibt ein Stück Musik, da kann ich beim Hören leider an gar nichts anderes denken. Ganz ohne Jux. Besagtes Stück ist das großartige erste auf 'Non Zero Sumness', dem ebenso großartigen ersten Album von Planet Funk. Das Stück heißt passenderweise 'Where Is The Max?'. Nun ja, nicht wichtig eigentlich, weil sicher niemand sonst außer mir auf der Welt beim Hören an Sex denken muss.

(Viel wichtiger ist, dass nun hoffentlich ein paar Leser nach dem letzten Satz neugierig genug geworden sind und ganz dringend ausprobieren möchten, ob sie nicht vielleicht doch an Sex und so. Na? Na? Und dann schauen sie so rum im Netz und finden 'Where Is The Max?' aber vielleicht nicht. Aber sie finden vielleicht andere Stücke von Planet Funk. Mit Video dran sogar vielleicht. Vielleicht auf YouTube? Könnte sein. Empfehle als Einstieg 'Inside All The People', weil das beste Lied, namentlich 'The Switch', da nicht vorrätig ist, obwohl in der Liste aufgeführt. Leider nicht ganz komplette Alternative gäbe es hier. Anhören, anschauen, gut finden.
Übrigens ja: Planet Funk arbeiten mit Austauschsängern und -sängerinnen. Wer in dem zum Weinen gut aussehenden Typen da Dan Black von The Servant erkennt, liegt richtig.)
Viele, die hier lesen, werden es schon kennen, jaja. Einige, die hier lesen, kennen es aber sicher noch nicht.
(Bitte einfach den grässlichen Text über dem Download-Link ignorieren. Nur runterladen, anschauen und staunen. Danke!)

Dienstag, Juli 25, 2006

Wie muss ich das finden, wenn ich an einem lauen Sommerabend Lieder höre, in denen Textpassagen der Marke 'Der Kapitalismus, der alte Schlawiner, ist uns lang' genug auf der Tasche gelegen.' höre und quasi zeitgleich in der Leopoldstraße wie ein Putzwels an der Fensterscheibe vom Aston-Martin-Händler klebe?
(Nun ja, immerhin redete Matthias derweil über Fußball. Und ich hatte mir vorher tölpelhaft das Shirt eingesaut. Die Gewichtung lag also ganz klar auf Arbeiter- und Bauernstaat.)

Montag, Juli 24, 2006

smile
(an(gst)schauen)

Samstag, Juli 22, 2006

Ich bin ein Log-Junkie, ich gebe es zu. Kollege Graf weiß das und schenkt mir zuweilen eine nette Google-Abfrage. Neulich war es 'Was tut Petra Schmitz gegen Harndrang'. Das fand ich ausge-zeichnet. Warte auf weitere, noch schrägere Versionen. Aber die Logs studiere ich ja nun wahrlich nicht wegen der bekloppten Google-Sucher. Die sind nur nette Nebenunterhaltung. Mich interessiert, wie lange die Menschen hier bleiben und was sie lesen, wenn sie denn bleiben. Ja, durch Eitelkeit stimulierte Neugier. Nichts anderes. Und manchmal, manchmal werden sie sogar befriedigt, Neugier wie Eitelkeit. Großes Danke dafür:

Freitag, Juli 21, 2006

Mal so Gedanken auf Extreme-Looping-Basis von Peter Lichts 'Lieder vom Ende des Kapitalismus':
Zuweilen noch, aber seltener als früher, ärgere ich mich, dass ich damals in den Leichtathletik-Verein statt zum Klavierunterricht ging. Doch mittlerweile bin ich mir recht sicher, dass ich viel besser Musik hören kann, als sie je selber zu machen. Musik hören -- ich weiß nicht, ob das erlernbar ist. Reicht ja nicht, dass man einfach nur die Lauscher aufsperrt und Klänge reinfallen lässt, die dann ein paar Schleifen zwischen den Synapsen drehen. Muss ja mehr sein. Muss ja auch in den Haarspitzen zischen, im Bauch rumoren, in den Augen blink-blinken, an den Zehen zutzeln und an der Nasenspitze klopfen. Sonst kann man's nicht. Sonst kann man Radio Arabella anmachen und ganz entspannt zwischen Werbe-Jingles und Besser-gut-aussehen-als-gut-klingen-Bands nicht-unterscheiden.
Wenn man es aber kann, das Hören, dann wird der Regen nasser oder trockener, die Luft wärmer oder kälter, der Tag klarer oder blasser -- je nach Bedarf und Lust und Laune. Der Geruch von Zeit wird unterscheidbar, der nächste Schritt wird ganz anders als der davor. Und wer richtig zu hören vermag, kann sich gezielt an vergangene Schritte erinnern. Oder geplante mit dem richtigen Soundtrack unterlegen. Selbst, wenn man dazu ganze Passagen ausblenden muss, um nur einzelne Akkorde und Worte wahrzunehmen, die man völlig kontextlos in andere Kontexte setzt.
Ich würde jetzt gerne mit irgendwas im Spektrum von 'gesteigerte Sinnlichkeit' abschließen, aber bei 'Sinnlichkeit' denken mir zu viele Menschen an akribisch geplante, duftkerzenbeschienene Erdbeeröl-Partnermassagen mit anschließendem Glitschsex oder so. Und überhaupt ist Sex eine der wenigen Tätigkeiten, bei denen Musik rein gar nix verloren hat. Auch die von Herrn Licht nicht. Vögeln auf 'Wettentspannen'...uh.

Mittwoch, Juli 19, 2006

Dienstag, Juli 18, 2006

Und das absolute Glück empfinden, wenn man sommerabends in diesem Noch-nicht-ganz-weg-Licht (Licht!) mit offenen Fenstern durch München autofahrend 'Das absolute Glück' hört. (Danke Pia.)
Schreibste am Arbeitssonntag 'ne Quengel-Rundmail an die Kollegen: Kolumne her oder wenigstens Blumen!
Am Montag dann Blumen auf dem Schreibtisch.

Montag, Juli 17, 2006

Männer über 30, denen man schnell auf den Schlips treten kann, lassen sich ja auch nur ganz schlecht damit beruhigen, dass sich das mit dem Größerwerden wahrscheinlich legen dürfte. Deshalb schiebe ich immer noch gerne den Tipp hinterher, die Krawatte zukünftig einfach versuchsweise kürzer zu binden.

Sonntag, Juli 16, 2006

Erm, kennt jemand einen -- sagen wir -- ca. 45 Jahre alten, ziemlich ganzheitlich gebildeten, cleveren und witzigen, aus diversen Gründen nicht mehr regelmäßig praktizierenden Kinderpsychologen, der in einem hübschen Haus in Beverly Glen, Los Angeles wohnt, in seinem Gartenteich Koi hält, einen '79er Cadillac Seville fährt, gerne joggt, Bier aus der Flasche trinkt, einen schwulen Detective seinen besten Freund nennt, Gitarre spielt und eine Schwäche für kleine, gut gekleidete Frauen mit langen, dichten Haaren hat? Den würde ich spätestens irgendwann im Herbst gerne kennenlernen. Spätestens dann sollte ich nämlich in dieses zeitlos-modische, schmal geschnittene und wahrschein-lich sauteure Tweed-Kostüm (plus hohe Lederstiefel) passen, das ich schon immer haben wollte. Und mich dabei wohl fühlen.

Kennt niemand? Er dürfte auch ein anderes Instrument spielen. Da bin ich nicht so pingelig. Immer noch nicht? Schade.

Samstag, Juli 15, 2006

Bemühte Storywendungen? Ja, kommen vor. Leerlauf? Auch. Beides aber nicht weiter tragisch, weil selten. Zudem verblassend hinter dem ganzen anderen wunderbaren Kram. Lakonisch isser, wo er lakonisch sein muss. Detailverliebt dann wieder. Wie er die Randcharaktere beschreibt, erinnert manchmal an die Masche aus 'American Psycho', jedoch ohne Billigkopie-Geschmack. Hach. Sprache stets klar. Formulierungen, Dialoge, für die ich Körperteile opfern würde. Hach.
Und große Lese-Erfahrung: Im Zeitraffer zu erleben, wie Jonathan Kellerman über die Jahre immer besser wird, wie seine Figuren gleichsam mit seiner Schreibe an Tiefe gewinnen. Hach.

(Weiß jetzt auch gar nicht genau, wen ich toller finden soll: Protagonist Alexander Delaware oder Kellerman selber.)

Freitag, Juli 14, 2006

»Darf ich ihnen die Weinkarte bringen?«
»Nein, danke. Ich will nur schnell eine Kleinigkeit essen, damit mir der Arsch nicht zuwächst.«

(Ja, ich weiß, ist alt. Aber zu gut, um es in der Versenkung verschwinden zu lassen. Und nein, dieser Dialog ist nicht passiert. Trug sich nur in meinem Kopf zu. Bisher.)
Ein nicht unwichtiges Teilziel erreicht: Shampoo-Spülung-Kombi-nation gefunden, mit der ich wirklich alt werden möchte.

Donnerstag, Juli 13, 2006

Ob ich vielleicht dem Menschen, der mich immer über sein Vodafone-Mobil-Wasauchimmer besucht, mal stecken sollte, dass Vodafone offenbar da ein kleines Problemchen mit dem Wasauchimmer hat und ich deshalb unter anderem weiß, dass der Mensch neulich nach 'Twarres' googelte und sich für einen Smart und/oder einen Suzuki interessiert und heute irgendwelche 'ab 16'-Seiten von T-Online (ui, mit mit nackten Brüsten, wie schlüpfrig) besuchte? Nur wie soll ich das machen? Ich hab' ja die Nummer von dem Vodafone-Wasauchimmer des Menschen nicht.
Sonst kannste mich mit den Black Eyed Peas mindestens bis hintern Bajan-Ölgii-Aimag jagen, aber -- uh -- die Neuauflage von Sergio Mendes' 'Mas Que Nada' verführt selbst im Büro zu Hüftbewegungen jenseits von 'sich mal anders hinsetzen'.

Dienstag, Juli 11, 2006

Kinners, ihr könnt ja sagen, was ihr wollt, aber nur weil der Pavarotti 1990 bei der WM damit die Welt beschallte und es schon in hassenichgesehen vielen Filmen missbraucht wurde und dadurch eigentlich zu Pop-Schrott verkommen ist, den man offiziell nicht mehr gut finden kann, ist und bleibt 'Nessun Dorma' aus Turandot so unfassbar großartig, dass ich beim letzten 'Vincerò!' noch immer eine Gänsehaut bekomme. Dumeinegüte!
(Und eigentlich ist es schon seit Mario Lanza Pop-Schrott.)
Ich bin für mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Deswegen würde ich gerne vor Konzerten oder Theateraufführungen oder vor dem Besuch von beklofrauten Klos oder vor Flügen wählen dürfen, ob ich klatschen oder zahlen will. Entweder oder. Nicht beides wie im Falle von Konzerten oder Theateraufführungen. Natürlich müsste man sich bei Konzerten und Theaterbesuchen bei Klatschwahl schon irgendwie knebelvertraglich dazu verpflichten lassen, bis zum Schluss zu bleiben, um dann ganz euphorisch rumzujubeln und den/die Namen des/der Künstler zu skandieren. Und sollte es noch so scheiße gewesen sein. Bei Flügen oder Klobesuchen wäre so ein Vertrag jedoch recht überflüssig -- also bezüglich des 'Biszumschlussbleibens'. Gerecht ist das dann ja auch wieder nicht.
Entschuldigt mich, ich überdenke das noch mal.

Montag, Juli 10, 2006

Man kann ja gerne und mit Hingabe über ein paar Songs des vorletzten Albums von Snow Patrol meckern, weil das so dreiste Placebo-hear-alikes sind, dass einem fies gallig im Hals wird. Doch wenn dann plötzlich ein Stück 'Chocolate' heißt, im ganzen Lied aber kein Stück Schokolade auftaucht, sondern man statt dessen so hinreißende Passagen wie

This is the straw, final straw in the
Roof of my mouth as I lie to you
Just because I'm sorry doesn't mean
I didn't enjoy it at the time
und
You're the only thing that I love
It scares me more every day
On my knees I think clearer

serviert bekommt, dann empfindet man fast schon eine zuckrige Befriedigung beim Gedanken daran, dass man zwar vor zig Wochen bereits die Meds kaufte, allerdings noch kein einziges Mal hörte.
Ankündigung: Demnächst hier was über agentürliche Menschen, mit reichlich Kalauern à la 'Agenturm', 'Agenturwald' etc.pp. Viel-leicht geht es aber auch nur um adrette Frisuren, Powerpoint-Präsentationen mit Wooosh-Effekten und Afterwork-Parties.

Samstag, Juli 08, 2006

Grässlich, das Wissen um das ewig währende Unvermögen, den Geruch von Sommerregen in adäquate Worte zu fassen.

Freitag, Juli 07, 2006

Ich denke ja jedes Mal, wenn ich da bin (auch ganz ohne riesige, Glitzerhalsbänder tragende Windhunde, die ihre bestöckelten und besonnenbrillten Frauchen angemessen vorführen, indem sie -- reichlich bepublikumt -- genau bei Bulgari vor die Tür scheißen), dass Hamburg absolut eine Stadt ist, in der ich durchaus das eine oder andere Jahr meines Lebens durchbringen könnte.

Donnerstag, Juli 06, 2006

'Breathe' von Télépopmusik. Im Loop. Zu kombinieren mit nicht zu geringen Mengen eines bevorzugten alkoholischen Getränks und einer kühlen Brise. Macht wunderbar egal in allen Körperpartien.

Dienstag, Juli 04, 2006

Sollte die deutsche Mannschaft heute gewinnen, wird es am 9.7. fies knifflig: Fußball schauen oder auf der A94 inlineskaten?