Sonntag, Dezember 31, 2006

Die besten Minuten des Tages sind ja nicht selten die kurz vor dem Einschlafen. Im Bett liegen, Decke kokonartig und sich wickeln, Augen zu und los. Sicher im warmen Bett bin ich etwa der mutigste Mensch überhaupt. Wen und was ich da schon alles gerettet habe! Und in wirklich jeglicher Hinsicht. Dass ich dabei letztendlich immer mich selbst rette, ist die hinter dem Treiben extrem lausig versteckte Wahrheit.
Der für 2007 angestrebte Trick wäre nun, 'wen', 'was' sowie die Decke wegzulassen und die Augen offen zu halten.
(Immerhin bin ich bereits mutig genug, gänzlich schmerzfrei altkluge Scheiße dramatisch formuliert über die hippe 'Ach, Vorsätze sind doch für'n Arsch'-Philosophie zu stellen. Natürlich nur gebührend durch diesen Zusatz ironisiert.)

Samstag, Dezember 30, 2006

Wie seltsam: Auf den Tag genau vor zwei Wochen, als es passierte, dachte ich noch, es sei das Schlimmste überhaupt. Die größte Katastrophe. Ich war den Tränen nahe. Unfug, ich hab' tatsächlich geweint.
Mittlerweile empfinde ich gegenüber der Tatsache, dass die Festplatte meines Rechners starb und einen nicht geringen Teil meines bisherigen Gedankenlebens unwiederbringlich verschwinden ließ, eine Mischung aus Gelassenheit und Befreiung. Ich kann alles noch mal denken. Ich kann alles noch mal und besser denken -- sollte ich irgendwann Lust dazu haben.

Freitag, Dezember 22, 2006

Ich wünsche mir zu Weihnachten
  • weniger Google-Referrer der Marke 'Guild Wars ruckelt'
  • mehr Google-Referrer der Marken 'Ich bin Oberarzt und suche heiße Frau' und 'Torrent-Syndrom'
  • weniger Blogs der Marke 'Heute früh fiel mir der Waschlappen runter.'
  • mehr Blogs der Marke 'Heute früh fiel mir der Waschlappen runter, jetzt ist der Boden dreckig.'
  • weniger Menschen, die an den Füßen beginnen und an den Haarspitzen enden
  • mehr Echtwelt-HDRR
  • weniger Zynismus
  • mehr Selbstironie
  • weniger Zögern
  • mehr Mut
  • mehr 'Soul Meets Body'
Und dem gelegentlichen Leser aus dem Hause Jean Frey wünsche ich alles erdenklich Gute mit Axel im kommenden Jahr.

Dienstag, Dezember 19, 2006

Am Freitag müsste ich nur etwa zwölf Mal hintereinander mein aktuelles musikalisches Lieblingsstück während der Fahrt hören, und ich wäre wohl bei Muttern. Dass das Stück genau 31:01 Minuten lang ist, sollte ich wohl auch noch erwähnen.
(Erm, also am Samstag. Himmelarschundzwirn!)

Montag, Dezember 18, 2006

Mir geht es ein bisschen wie Gunnar in Sachen Nutzung des Fernsehgeräts. Nur, dass ich erheblich weniger Konsolenspiele (aktuell gar keine) und noch weniger Fußball (nur gegen Bezahlung) konsumiere. Ich schau schlicht sehr selten fern. Was unter anderem daran liegt, dass ich bis auf die regionalen Sender, MTV und Viva (2? Plus? Keine Ahnung.) nur noch den ORF empfange. Als Bayern vor gut 2,5 Jahren digital wurde, blieb ich analog. So werfe ich also nur alle Jubeljahre einen Blick in die Kiste, um etwa einen Tatort zu sehen. Oder Master & Commander auf ORF1 gestern Abend. Fand den Film nach gefühlten fünf Minuten so entsetzlich öde, dass ich umschaltete. Auf ORF2. Hätte ich mal nicht machen sollen, denn ich blieb tatsächlich bei einer Fernsehromanze mit (Achtung!) Linda de Mol hängen. Und warum? Weil plötzlich dieser Mann zu sehen und zu hören war. Gottchen, an dem gefällt mir aber auch wirklich alles. Alles! Mimik, Gestik, Stimme, Aussehen. Oh weh, ich finde einen Mann super, der in einer Fernsehromanze mit Linda de Mol mitspielte und -- WAAAH! -- SK Kölsch. Ich meine, hey, was soll denn das? Wo bitteschön ist denn da mein intellektueller Stolz? Oder mein stolzer Intellekt? Komplett ausgeschaltet durch einen Christian Maria Goebel? Also ich guck ja ab jetzt nie wieder fern.

Samstag, Dezember 16, 2006

Impressionen 2006








Donnerstag, Dezember 14, 2006

Über einem Text brüten, sich nicht konzentrieren können, Versuch der Konzentration aufgeben, Weblogs ansurfen, sich wundern, wer den ganzen Scheiß überhaupt lesen soll, feststellen, dass man selber auch nicht wirklich liest, weil die Texte zu schlecht, zu banal, zu lang, zu banal, zu selbstverliebt, zu banal, zu kryptisch, zu banal, zu borderline, zu banal, zu 'Hach, schaut, ich bin ein Mädchen und habe eine Meinung', zu banal, zu 'Hach, schaut, ich bin ein Kerl, ein echter!', zu banal sind. Dann das eigene Blog anschauen und genau das selbe nochmal denken.
(Schrieb ich am 12. Februar 2006 und fand es soeben in den Entwürfen. Süß, oder?)

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Programmtipp: Mein persönlicher Fast-Amokläufer ist heute Abend zu Gast beim SWR. Dieses Mal allerdings nicht als A. Diehlmann, sondern in der Rolle seines Lebens -- als Pascal Eggert.

Dienstag, Dezember 12, 2006

Weil 'bloggen' und 'beichten' nicht nur den Anfangsbuchstaben gemein haben: Hätte ich mich heute kennengelernt, ich hätte mich -- gelinde gesagt -- zum Kotzen gefunden. (Gleich viel besser.)

Samstag, Dezember 09, 2006

Dann immer mal wieder zwischendurch glauben, dass man den besten Wein schon trank, das beste Essen schon aß, die beste Luft schon atmete, die beste Musik schon hörte, die besten Spiele schon spielte, den besten Sex schon hatte, die besten Gedanken schon dachte, die besten Dialoge schon führte. Glauben, dass da nichts mehr kommt. Das jammerlappigst selbstmitleidig auf die Menschen schieben, die zwar an den Zehen beginnen und an den Haarspitzen enden, aber trotzdem so unendlich viel Platz für sich beanspruchen. Und stets wissen, dass ein 'Ich bin immer nur so gut wie mein Gegenüber.' lediglich das flauschige Sicherheitsnetz der faulen Ausrede ist, in das man sich dabei fallen lässt.

Freitag, Dezember 08, 2006

Dienstag, Dezember 05, 2006

Jeckerweise

Die viel gerühmte, oft geforderte Beziehungsgrundlage 'gleiche Augenhöhe' funktioniert übrigens jeckerweise absolut gar nicht ohne gegenseitiges Aufschauen, meine Damen und Herren.

Sonntag, Dezember 03, 2006

Spätherbst, Frühwinter, jedes Jahr aufs Neue das Gedanken-spielchen mit dem Spielchen. Jedes Jahr um diese Zeit überkommt mich die Lust, mal wieder Dark Age Of Camelot zu installieren, um eine kleine Tour durch die alten Spaßgebiete zu machen. Ich will gar nicht kämpfen, will gar nicht die Äxte schwingen. Ich will nur mal so durch die Tore der Vindsaul Faste laufen, hinein in den Schnee. Will nur mal so in Muspelheim in der Lava baden und will nur mal so von Haggerfel nach Skona Ravine reiten. Und dann will ich mich - respektive meinen Troll - eine Weile in den Myrkwood Forest stellen und mich an Bäumen und an Erinnerungen freuen. Ja, das will ich immer. Jedes Jahr um diese Zeit.
Neulich im Büro, ich war schon fast raus, fast schon hatte ich abgeschlossen, fiel mich das Wollen wieder an. Ich gab nach, öffnete den Schrank und fand neben Dark Age Of Camelot auch eine CD, die ich lange, lange vergessen hatte: The Flower Kings, Unfold The Future. Packte die CD zusammen mit dem Spiel ein, hörte sie daheim ein wenig und fand es abermals erstaunlich, wie schamlos absichtlich die Musik über weite Strecken nach den ollen Genesis klingt. Die aber irgendwie dennoch besser klingen, so dachte ich und überprüfte das die letzten Tage intensivst. Wanderte vor wenigen Stunden mit Supper's Ready und Carpet Crawlers durch den Sonnenuntergang. War ein wenig wie früher, nur der Hund und das Oberbergische fehlten. Laut mitgesungen habe ich dennoch, ich kann nicht anders.
Wieder zuhause und reichlich durchgefroren dann dachte ich an alte Tage, an denen ich morgens Zeitung austragend durch den Schnee stapfte -- mit Peter Gabriel in den Ohren, im Kopf, im Bauch, auch in den Füßen. Und wenn ich an Peter Gabriel und an Füße denke, denke ich automatisch an sie. Weil ja auch kein Weg an ihr vorbei führt. Weil sie einfach nur zu wundervoll war / ist / sein wird. Und nun sitze ich hier und schaue mir zum zirka zehnten Mal hintereinander an, wie sie James Joyce singt und tanzt:


Während Dark Age Of Camelot noch immer uninstalliert neben dem Schreibtisch auf dem Boden liegt.