Mittwoch, Januar 31, 2007

Als Single sollte man ja den beliebten Vergleich 'Das Leben ist wie eine Straße.' schon allein deshalb unbedingt meiden, weil jedes noch so kurze Parken im Halteverbot als jämmerlicher Hilferuf nach dem Abschleppdienst gedeutet werden könnte.

Montag, Januar 29, 2007

Ich hab's frisch ausprobiert. Ich kann's noch immer nicht. Ich kann nach all den Jahren, nach all den vielen, vielen Jahren bei 'Train of Thought' noch immer nicht ruhig sitzen bleiben.

Sonntag, Januar 28, 2007

Hab' noch ein paar Hrywnja hier rumliegen, im alten Design. Die sind vom Taxigeld für die Fahrt zurück zum Flughafen übrig geblieben. Morgens um 4:30 Uhr oder so, weil der Flieger nach München um 6:00 Uhr und ein paar Gequetschte ging und man durch zig Kontrollen musste, bei jeder gab es einen Stempel irgendwo hin. Auf der Fahrt lief die ganze 'Dark Side Of The Moon' im Radio. Mit Geplapper zwischen den Songs. Und es gab diese Szene mit dem Polizisten, der uns angehalten hatte und der Geld vom Fahrer bekam, während der Fahrer nix bekam. Kein Zettelchen, nix. Kann nur mutmaßen, dass Aufhänger der nicht ganz koscheren Transaktion der extrem marode Zustand des Wagens war. Jedoch erschien der mir noch als Luxusschlitten gegen den, der Oleg und mich am Morgen des Vortags etwa 1,5 Kilometer zum ukrainischen Pendant eines amerikanischen Diners brachte. Ein Uralt-Mercedes, bei dem nur der zweite Gang funktionierte. Seit diesen 1,5 Kilometern lach' ich ja über den Verkehr in Paris. Bisschen gelacht hab' ich auch, als ich mir später am Tag im Restaurant sehr absichtlich den Pilzteller bestellte. Was ich abends aß -- ich weiß es nicht mehr. Aber danach waren wir, also Oleg, zwei andere (Namen vergessen) und ich, noch am Mutter-Heimat-Monument, haben auf den Dnjepr runter geschaut und alberne Nerd-Witzchen gerissen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich übrigens schon diese fiese Einteilung im Kopf: Ukrainer sind entweder schmächtige Männchen oder irgendwas zwischen Homo heidelbergensis und Homo neandertalensis. Erstere tragen die Haare etwas länger, Letztere gibt es nur mit zackiger Kurzhaarfrisur und Goldkettchen. Ukrainerinnen sind entweder verhungert-verhuscht mit deutlich zu viel rotem, schlampenartigem Lippenstift oder stabile Flintenweiber, die in jedem West-gegen-Ost-Filmchen die dem kommunistischen Bösewicht devot Ergebenen mimen könnten. Ab zirka 65 Jahren wird dann allgemein auf Männer- wie Frauenseite verhutzelt. Aber das hab' ich den dreien natürlich nicht erzählt. Zurück im Hotel oder was man so Hotel nennt, wenn man schon mit einem Bett und einem Bad zufrieden ist, gab es dann wie in der Nacht zuvor keinen Schlaf, weil im Nebenzimmer wieder oder noch immer Party stattfand. Ukrainische volkstümelige Hossa-Musik klingt übrigens genau so wie deutsche volkstümelige Hossa-Musik. Und weltweit austauschbar: Männergegröhle und Frauengequieke. Aber Nacht war ja kurz, Taxi kam ja schon um 4:30 Uhr oder so.

Im Frühling 2003 war das. Marc und ich befanden uns gerade am mäßig spaßigen Ende unserer Beziehung, inklusive elend teurem Telefonat Kiew-München und späterem Wut-Tritt mit nacktem Fuß gegen die Xbox. Stabiles Ding, übrigens. Gab nur einen ange-knacksten Zeh (nicht meiner) und eine Delle in der Wand.

Wie ich darauf komme? Nun, Stalker wird dann wohl bald fertig.

Samstag, Januar 27, 2007

Ich bin sehr davon überzeugt, dass das Beste, was Mark Knopfler je zustande gebracht hat, dieses beschwingt unaufdringliche Geklampfe in den ersten zehn Minuten von 'Wag The Dog' ist.

Donnerstag, Januar 25, 2007

Weil mein Körper seit zirka einem Jahr der Meinung ist, sechs Stunden Schlaf am Stück seien ja wohl echt mal genug und ich etwa um 23:00 Uhr gestern die Augen schloss, bin ich nun schon geraume Zeit unabwendbar wieder wach. Sitze hier, trinke Kaffee, höre einen Schneepflug knirschen und mal wieder die kleine Frau aus Island, die laut Wikipedia ausgewiesene Exzentrikerin ist und herkunftstechnisch schon ein Recht hat auf Zeilen wie 'I thought I could organize freedom -- How Scandinavian of me'. Würde bei mir ja nur mit 'imprisonment' klappen. Oder gleich 'genocide'. How German of me.
Apropos 'Körper': Neulich verguckte ich mich für ein paar Minuten in einen Heizkörper. Hatte rein gar nichts mit Kälte oder der Abwesenheit von zu tun, sondern nur mit Position, Farbe und Lichtgedöns drumherum. Bin in dem Zusammenhang (den nur ich und ein paar Versprengte als solchen erkennen dürften) der Meinung, Wolken sollten nicht immer nur über den Himmel ziehen oder sich vor die Sonne schieben müssen. Wünsche mir mehr Texte, in denen Wolken schnecken dürfen. Oder wieseln. Nicht wuseln.
Apropos 'Schnee': Yeah, endlich Schnee! Frühling ist gerettet. Un-Yeah, Schnee! Die neuen Stiefel sind absolut nicht schneetauglich. Und kürzlich, als ich noch dachte 'Demnächst also Sturm- statt Winterreifen.', bin ich sehr wahrscheinlich exakt so schnell gefahren, wie der Wind von hinten blies, denn als ich, wie ich das gerne mache, das Fenster runter ließ und die Hand raus streckte, fühlte sich das für zwei Sekunden so an, als sei da gar kein Wind. Kein Fahrt- und kein Blasewind. Das war wie 'Hand im Zimmer ausstrecken, in dem sich niemand bewegt, niemand atmet'. Ich sollte Lotto spielen.
Und mehr Alkohol trinken. Denn dann lässt mich mein Körper auch mal länger als sechs Stunden am Stück schlafen.

Montag, Januar 22, 2007

  • Unangepasst? Zuweilen, ließe sich aber ohne großen Aufwand durchgehend betreiben, denke ich.
  • Kreativ? Och, da ist ja massig Interpretationsspielraum.
  • Stark durch Neugier motiviert? Haha, erm. Ja.
  • Idealistisch, mit dem Anspruch, die Welt zu verbessern und die Menschen in ihr glücklicher zu machen? Oft. Und reicht ja, wenn es nach außen so wirkt.
  • Betreibt beglückt ein oder mehrere Steckenpferde? Ließen sich alle lässig wiederbeleben.
  • Ist sich von klein auf des Andersseins bewusst? Könnte ich ja schlicht behaupten.
  • Intelligent? Schon.
  • Eigensinnig und freimütig; überzeugt, selbst richtig zu liegen und dass der Rest der Welt aus dem Tritt geraten ist? Immer!
  • Ohne Konkurrenzstreben, ohne Verlangen nach Anerkennung oder Bestätigung durch die Gesellschaft? Befinde mich aktuell in der Trainingsphase. Knüppelhart. (Schaff' ich eh nicht, aber sag's niemandem.)
  • Ungewöhnliche Essgewohnheiten und Lebensführung? Oh ja.
  • Nicht sonderlich interessiert an den Ansichten oder der Gesellschaft anderer, ausgenommen zu dem Zweck, diese vom eigenen - richtigen - Standpunkt zu überzeugen? Oft, (zu) oft.
  • Ausgestattet mit einem schelmischen Sinn für Humor? Ach, ich beherrsch' ja auch noch ganz anderen Humor.
  • Alleinstehend? Ja.
  • Gewöhnlich das älteste oder einzige Kind? Ach Dreck!
(Als ich mal Exzentrikerin werden wollte, aber schon bei der Geburt scheiterte.)

Sonntag, Januar 21, 2007

Als ich jüngst mal wieder ansetzte, mich aufzuregen -- über Dummheit, Ignoranz, Eindimensionalität und den ganzen anderen Krimskrams, den ich Menschen gerne ans Revers hefte -- da dachte ich ganz schnell an diesen wundervollen Text, den es nicht gäbe, wäre alles anders. Und schon ging es mir wieder besser.

Dienstag, Januar 16, 2007


Das fühlte sich gar nicht gut an. Gar nicht gut.
Und dann so dankbar sein, dass das unvermeidlich schlimme Ende jeder Hybris bisher immer nur der Ekel vor mir selber war.

Sonntag, Januar 14, 2007

Soeben meinen Hallo-wach-Kaffee auf dem Balkon getrunken. Die Sonne piekte mir in die Augen, der aktuelle Dauerbetriebswind zuppelte ein bisschen an meinen Haaren -- und da war es. Dieses Zwitschern. Nicht dieses Zwitschern, das eigentlich immer da ist, außer es besteht die Gefahr, dass beim Schnabelaufreißen alle Organe gefrieren. Nein, es war dieses Frühlingszwitschern. Und normalerweise, also normalerweise, wenn ich dieses spezielle Zwitschern das erste Mal im neuen Jahr höre, werde ich ganz euphorisch. So -- PENG! -- Euphorie. Plus zig andere Fide-rallalla-Gefühle. Kennt man ja, wenn man schon mal ab einem gewissen Alter Frühlingwerden erlebt hat. Heute aber? Nichts! Nichts! Und abermals nichts! Und das ist für mich das Aller-allerschlimmste an der ganzen Sache mit dem fehlenden Winter. Dass ich um die Frühlingsgefühle betrogen werde.

Donnerstag, Januar 11, 2007

Björks Joga, das gelegentliche Knacken meiner Kaffeemaschine. Wohlfühlgeräusche.

Mittwoch, Januar 10, 2007

Man sollte ja Eltern, die diese 30 bis 40jährigen Tobis, Tommis, Michis und Andis zu verantworten haben, permanent verhauen.

Sonntag, Januar 07, 2007

Heute schon vor Freude geweint? Nicht? Dann ändern!
Erst da gucken, dann da gucken. Dann irgendwas anderes machen.

Samstag, Januar 06, 2007

So langsam scheint es mir ein wenig dringlich zu werden, das mit dem Finden des richtigen Gegenübers. Und zwar wegen der Glet-scher. Die sind ja, wenn es so weiter geht, bald einfach nicht mehr da. Nun bilde ich mir aber ein, dass der richtige Gegenüber mich zum glücklichsten Menschen der Welt machen kann, wenn er diese eine Sache mit dem Gletscher hinbekommt. Die geht so: Man entführe mich nach Alaska oder an einen anderen Ort. Jedenfalls dorthin, wo Gletscher noch Gletscher sein dürfen und nicht zur Unterlage für Breiten- und Schlankensport verkommen sind. Dort packe man mich an einem klaren Tag in einen Hubschrauber und fliege mich in die Akkumulationszone eines riesigen Gletschers, also an seinen Ursprung. Dort lasse man mich aussteigen, drücke mir mit einem Kuss und einem 'In zwei Stunden hole ich dich wieder ab.' ein portables Musikabspielgerät in die Hand, auf dem ziemlich viel meiner Lieblingsmusik ist. Ganz sicher aber 'Les Nuits' von Nightmares on Wax. Und dann verschwinde man mit Pilot und Helikopter wieder für jene zwei erwähnten Stunden.

Das alles setzt natürlich diverse Dinge voraus: den richtigen Gegenüber mit einem gewissen finanziellen Spielraum und ausreichend Wissen um meine musikalischen Vorlieben plus den Wunsch, mich zum glücklichsten Menschen der Welt zu machen -- und eben einen vernünftigen Gletscher.
Verflucht, es sind wahnsinnige 8°C da draußen!

Donnerstag, Januar 04, 2007

Jason Sho Green jetzt neu unter altbekannter Domain.
(Oh! Noch! Immer! So! Großartig!)

Mittwoch, Januar 03, 2007

Ich bin ziemlich froh, dass ich die Patentante meines Patenkinds bin und nicht etwa die Patentante der Schwester meines Patenkinds. Die Schwester meines Patenkinds nämlich ist Prinzessin. Jetzt. Später. Vermutlich immer. Und mit Prinzessinen kenn' ich mich nur bedingt aus. Ich kenn' mich aber exzellent mit Lümmeln aus. Auch mit diesen neumodischen zehnjährigen Lümmeln von heute, die sich eigentlich nicht sonderlich von den Lümmeln von vor 22 Jahren unterscheiden. Neumodische Lümmel reißen dauernd die Klappe auf, genau wie die von vor 22 Jahren. Neumodische Lümmel finden Skateboards, Fernlenk-Autos und Fußbälle super, genau wie die von vor 22 Jahren. Neumodische Lümmel mögen Technik-Schnickschnack, genau wie die von vor 22 Jahren. Und neumodische Lümmel sind vielleicht stinkefaul, wollen sich nicht so recht konzentrieren. Und lernen? Lernen ist ja mal echt total öde! Mein neumodischer Lümmel mag etwa überhaupt nicht lesen und schreiben, so jammern seine Eltern. Mein neumodischer Lümmel hat es eher mit Zahlen -- was mich zu der Frage bringen könnte, ob wir überhaupt irgendwie verwandt sind. Aber sind wir wohl. Denn meinen neumodischen Lümmel muss man nur austricksen. Man schenkt ihm etwa zu Weihnachten neumodischen Technik-Schnickschnack, kombiniert in diesem Jahr dabei geschickt Nintendos DS Lite mit Mario Kart und Dr. Kawashimas Gehirnjogging und -- siehe da! -- der Kurze saust nicht nur mit Luigi über die Strecken, sondern kritzelt auch mit Hingabe Worte aufs Display. Und dann lässt man ihm noch eine Mail-Adresse einrichten und -- siehe da! -- der Kurze berichtet via E-Post, was er die Tage über treibt. Und weil das alles insgesamt so schweinecool ist und ich somit die schweinecoolste Patentante überhaupt bin, können ja selbst dickste Bücher, die von der Patentante zum Geburtstag eintrudeln, auch nur schweinecool sein. Und -- siehe da! -- soeben erzählte er mir mit herrlicher Begeisterung in der Stimme, wie toll das doch mit der Weißen und der Roten Rose sei, dass er Onkel Einar auch nicht leiden kann und dass er schon das vierte Kapitel des ersten Buchs vom Kalle-Blomquist-Sammelband fertig gelesen hat. Tja.