Dienstag, Februar 27, 2007

'You will never be the same.' Der einzige Satz, der in 'Denmark' von den Chemical Brothers gesungen wird. Witzig und ziemlich bemer-kenswert daran ist (wahrscheinlich nur für zwei Menschen auf dieser Welt), dass Marc und ich das dazugehörige Album recht häufig während unseres Urlaubs in Dänemark hörten. Und dass der Urlaub aus der Rückbetrachtung so ziemlich genau den Punkt markiert, als das wirkliche Ende seinen wirklichen Anfang nahm.

Marc heißt übrigens der Sage nach nur deshalb Marc mit C, weil der Vater nicht wollte, dass man seinen Sohn Pfennig ruft.

Montag, Februar 26, 2007

'Truth is, sometimes I miss you so much I can hardly stand it.'
Und spätestens nach diesem Satz sollte eigentlich auch der größte Depp kapiert haben, dass Brokeback Mountain seine Geschichte zwischen den Bildern erzählt. Jahrelanges Off-Screen Movie.

(Danke an den Fisch im Ohr. Er weiß, warum.)

Donnerstag, Februar 22, 2007

Schmeckt nach Kindheit: Aero Luftschokoloade plus Orangenlimo.
Das Rennradliebhaben begann bei mir in einer Zeit, als ich alles jungstypische ungleich viel toller fand als alles mädchentypische, und Fahrräder mit hohem Oberrohr sind nun mal sehr jungstypisch. Ich war wohl 13. Damals hatte ich ein sehr schickes, weil mit hochmodernem Lenker und Sattel ausgestattetes Mädchenrad. Dunkelblau war es und herrlich bequem. Ideal für Fahrten zur Lingesetalsperre, zur Bruchertalsperre, zur Bevertalsperre, in die Stadt, zur Schule, heim. Auf einem Heimweg von der Schule hab' ich mich dann auch von ihm getrennt. Wir, also die, die irgendwie aus dem Bereich Niederwipper, Egerpohl, Böswipper kamen und somit nach links vom Gelände abbiegen mussten, wir fuhren vom Schulparkplatz immer falsch runter, auf der falschen Spur, gegen die Fahrtrichtung. Alles andere hätte albern ausgesehen und wäre Umweg gewesen. Eines Tages dann -- ich alleine unterwegs, keine Vera, keine Claudia, kein Gregor, niemand dabei -- kommt mir ein Motorrad entgegen. Ausgerech-net ein Motorrad! Im Vergleich zu Autos sind die doch enorm schmal. Jedenfalls stellen wir zwei, der Motorradfahrer und ich, wir zwei stellen uns ungemein dämlich an, weichen beim zügigen Annähern gut drei Mal so aus, dass wir auch gleich hätten frontal aufeinander zurasen können. Das Ergebnis wäre zumindest dasselbe gewesen: er und ich und beide Vehikel auf dem Boden. Dabei ist mein dunkelblaues, herrlich bequemes Mädchenrad gestorben. Vorderrad und Gabel waren verbogen. Ich glaube, nach dem Vorfall gab es für uns Linksabbieger die Anweisung, die Räder zumindest vom Gelände bis zum Radweg hinunter zu schieben. Hat sich aber niemand dran gehalten, glaube ich zudem. Ich hatte ohnehin erst mal nichts mehr, was ich hätte schieben können. Bin etwa eine Woche oder so zu Fuß gegangen, bis meine Eltern mit einem neuen Gefährt antanzten. Auf Wunsch des Herrn Tochter: ein Jungsrennrad, mit hohem Oberrohr. Nun ja, wenn ich Rennrad sagte, meinte ich damals schon Rennrad, nicht zehn Bruttoregistertonnen schweres Metallgebilde, aber es mag sein, ich war undeutlich in der Wunschformulierung. Da stand es also, silbern, hohes Oberrohr und dellte den Asphalt hoch. Rumgemault habe ich nicht, das wäre undankbar gewesen. Und wenn ich eines nicht bin, dann ist es undankbar. Ich bin höchstens gelegentlich unaufmerksam und schludrig im Kopf und erkenne richtige Danksagungsmomente manchmal nicht als solche. Ich bin das Rad jedenfalls etwa ein halbes Jahr gefahren, denn im kommenden Urlaub, den wir aufgrund Vaters Niereninsuffiziens in Dialysenähe, aufgrund Vaters Bergliebhaberei in Bergnähe und aufgrund Vaters Freundschaft zu Hubert in Hubertnähe, nämlich in Berchtesgaden verbrachten, besuchten wir natürlich auch Hubert, mehrfach. Und mehrfach stand ich dann mit Huberts Sohn (Namen leider vergessen) an der Garagenwand und bewunderte sein schwarzes, unglaublich wundervolles, elend teures Francesco-Moser-Rennrad. Ah, was ein Rad! Oh, oh, oh! Und bei einer dieser Gelegenheiten beschloss ich wohl endgültig, unbedingt etwas Vergleichbares haben zu wollen. Wie genau ich es anstellte, kann ich gar nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls kamen mir zu Hilfe: die vielen Rennradfahrer, die im Sommer im Bereich Berchtes-gaden die Straßen verstopfen, meine Hartnäckigkeit und mein Talent in Sachen 'Aufmerksamkeit erregen', geschicktes Tochter-Vater-Palaver (Oh, schaut nur, dieses schauderliche gelbe Rad, das blaue dort ist viel hübscher, das von Bianchi! Meinst du nicht auch, Papa?) sowie ein ziemlich übler Hagel. Nämlich vom Hagelschadenversicherungsgeld für unser Auto bekam ich nur wenige Wochen nach dem Urlaub mein Peugeot-Rennrad. Sicher, es war nicht so toll und so teuer wie das Rad von Huberts Sohn, aber meine Eltern fuhren ja auch nur einen ollen Opel Rekord und keinen BMW oder Mercedes oder so. Mein Tourmalet und ich, wir hatten dennoch eine wundervolle Zeit. Eine lange, wundervolle Zeit, über Jahre. In den Hochphasen verbrachten wir zwei jeden Wochentag mindestens 40 km, an den Wochenendtagen manchmal sogar 130 km miteinander. Nach der ersten vom WDR organisierten Radtour quer durch NRW fragte man mich gar, ob ich nicht Lust auf Radsport vereinsmäßig hätte, weil ich die einzige weibliche Person war, die in der schnellen ersten Gruppe mithal-ten und zudem eher unheimlich als heimlich vom Tritttempo der Herren dort gelangweilt war. Das nahmen mir die meisten Herren sehr übel, übrigens. Aber Rennen, Pipapo? Ich war ja damals schon lieber alleine unterwegs, lehnte also dankend ab. (Deswegen blieb das auch meine letzte WRD-Radtour.) Meine Eltern sagten wie meist auch dazu nur: »Das musst du selber wissen.« Das fand ich schon immer toll an ihnen.
Wie das mit dem Radfahren schließlich endete, ist schnell erzählt: Ich machte meinen Führerschein. Tja.

Abschließenderweise möchte ich noch betonen, dass die Gegend, in der ich nun wohne, ideal zum Radfahren ist: Auf der einen Seite des Forsts ist alles hübsch flach, auf der anderen Seite des Forsts wird es hügelig. Und wie oft bin ich in den letzten bald sieben Jahren hier mit dem Rad gefahren? Lässt sich locker an vier Händen abzählen. Aber ich bin ja auch damals recht häufig mit dem Wagen fast eine Stunde nach Köln-Vogelsang gegurkt, um dort beim Boesner Ölfarben und Keilrahmen und Zeugs zu kaufen. Und nun wohne ich seit bald sieben Jahren in einem Ort, in dem ich innerhalb von 15 Minuten zu Fuß beim Boesner wäre und habe in den bald sieben Jahren wie viele Bilder gemalt? Keins, genau.

Mittwoch, Februar 21, 2007

Eine mir gänzlich neue Erfahrung: etwas ziemlich sehr haben zu wollen, aber ohne Zähneknirschen, sondern geradezu erleichtert festzustellen, dass das Etwas zu 99,9 Prozent zu groß für mich sein dürfte. Minimal 2.699 Euro? Denn ich wäre ja irre genug, mir wenigstens auch noch die Ultegra-Komponenten zu gönnen.

Radfahren war einst Droge.

Montag, Februar 19, 2007

Man begann also den Aufstieg.
Nach etwa zwei Stunden und etwa 200 zurückgelegten Nur-, nicht Höhenmetern erreichten die fünf das Protestanten-Basislager, das sich bisher geschickt hinter ein paar Würstchenbuden und bunten Wimpeln auf einem ehemaligen Parkplatz versteckt hatte. Man wäre dort natürlich viel früher angekommen, wäre man die leicht kurvige Straße entlang gegangen, aber man hatte die direkte Route den Schotterhang hinauf gewählt, und Babette trug offene High Heels, mit denen sie ständig im Geröll hängen geblieben war und in denen sich ständig Steinchen unter ihren Zehen gesammelt hatten. Was ja ganz super für die Geschichte ist, bekommt sie doch wenigstens hier eine, wenn auch abgedroschene Moral, nämlich die vom kürzesten Weg, der nicht immer der schnellste sein muss.
»Was ist denn das hier, bitteschön?« Kai-Uwe tat entrüstet.
»Das steht doch auf dem Schild, das zwischen dem Handymast und der Bushaltestelle gespannt ist. Das ist das Protestanten-Basis-lager«, klärte Annegret angewidert auf. Was sie angewidert hatte -- das Basislager, die Würstchenbuden oder Kai-Uwes saudoofe Frage -- sollte auf ewig ihr Geheimnis bleiben...

Freitag, Februar 16, 2007

Zeitanomalie 'Abgabewoche': Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag (Ende offen).

Mittwoch, Februar 14, 2007

Die Vegetarier Annegret, Kai-Uwe, Jens, Babette (die eigentlich Marta hieß) und Willi (der eigentlich Helmut hieß und auch kein Vegetarier war, sondern lediglich mit Annegret ficken wollte) standen am Fuß des Eisbergsalateisbergs (der eigentlich kein Eisberg war, sondern nur aus marketingtechnischen Gründen so hieß) und schauten angestrengt zum Gipfel hinauf. Auf dem Gipfel stand das Hauptquartier der internationalen Eisbergsalatpro-duktionsfirma »Prisonerfresh« (die in Weilheim-Schongau gegründet worden war und eigentlich »Knackifrisch« hieß, aber sich aus marketingtechnischen Gründen einen englischen Namen zugelegt hatte, doch blöderweise sprach niemand in der Marke-tingabteilung Englisch). Annegret, Kai-Uwe, Jens, Babette und Willi wollten dort gegen die laschen, wasserlosen, in Cellophan verpackten Eisbergsalate protestieren, die es immer im Winter zu kaufen gibt. »Für mehr Wasser im Eis!« -- so lautet das Motto der Aktion.
»Boah, schon das Hochschauen strengt an!« maulte Jens. »Wie anstrengend muss dann erst das Hochsteigen sein?«
»Ich brauche morgen bestimmt eine Nackenmassage«, jammerte Kai-Uwe wenig originell.
»Mir tun schon die Augen weh«, stimmte Babette mit ein.
Willi sagte gar nichts, der war kurz hinter einem Findling verschwunden, um zu onanieren.
»Also«, schnaubte Annegret, die Anführerin, »also Leute! Wir mögen zwar verblendete Idealisten sein, aber wir haben unsere Ideale. Und für die lohnt es sich zu kämpfen. Für mehr Wasser im Eis!« Den letzten Satz schrie sie.
»Für mehr Wasser im Eis!« kam es hinter dem Findling hervor, gefolgt von einem Stöhnen.
»Na gut«, gaben Kai-Uwe, Jens und Babette klein bei.
Man wartete noch auf Willi, schulterte dann die Brustbeutel und begann den Aufstieg...
(Wird vielleicht fortgesetzt. Ich muss jetzt ins Büro.)

Montag, Februar 12, 2007

Sollte man mich mal nach der Landesvorwahl von Kiribati fragen, hätte ich die ja jetzt parat. Ist die +686. Kiribati war mir bis vor wenigen Stunden überhaupt kein Begriff. Kiribati, also wirklich! Warum nicht gleich Taka-Tuka-Land? Aber gestern, also gestern hörte ich das großartige 'Spellbound' von Rae & Christian, die es ja leider so nicht mehr gibt, jedenfalls nicht mehr in Kombination. Während des Hörens lief im Hintergrund mein Last.fm-Client und scrobbelte vor sich hin. Ich, irgendwie in 'Mehr Trip-Hop, aber zackig!'-Laune, klickte mich dann ein bisschen durch die Last.fm-Kanäle -- und urplötzlich war da diese Minimaltonfolge. Ganz winzig auch, nämlich nur lausige 59 Sekunden kurz. War aber alles richtig in den wenigen Tönen und den wenigen Sekunden. Alles. Hielt sich gar nicht weiter in meinen Ohren auf, sondern flutschte gleich durch in den Rest von mir. Und dank der Minimaltonfolge namens 'Kaini Industries' weiß ich nun, dass die Vorwahl des Inselstaats Kiribati +686 lautet -- und dass ich Boards of Canada viele, viele Jahre blöderweise nicht gekannt habe.

Sonntag, Februar 11, 2007

Neulich wollte ich Menschen mal mit Erdnüssen aus Erdnusstüten vergleichen und vorgestern fiel mir dann auf, dass das gar nicht geht, weil ja Erdnusstüten nicht gleich Erdnusstüten sind. Die großen, spottbilligen Tüten, die man an Weihnachten kaufen kann, sind voller Überraschungen. Da gibt's die zumeist kleinen Erdnüsse drin, die herrlich würzig-süß schmecken, die großen, die ganz lasch schmecken, die angeditschten, die, von denen man die braun-rote Samenschale nicht abbekommt, die faulen etc.pp. Wegen der faulen Nüsse übrigens sollte man sich den Weihnachts-erdnusstüten unbedingt niemals nicht im Dunkeln vor dem Fernseher widmen. Aber im Gegensatz zu den Weihnachtserdnuss-tüten findet man in den Nichtweihnachtserdnusstüten ausschließ-lich genormt gewachsene A-Erdnüsse, alle gleich. Das war mir dann echt zu unfair und zu wischiwaschi. Und außerdem sind Vergleiche, die man stundenlang erklären muss (»Also ich meine jetzt die Weihnachtserdnusstüten, nicht die normalen Erdnuss-tüten. Verstehste? Nicht? Also pass auf...«), komplett für'n Arsch.

Nicht aufgehende Vergleiche sind übrigens wie die Straße, die ich mal in Wales in die Black Mountains hinauf fuhr. So voller Vor-freude auf tolle Aussicht ewig die engen, serpentinenartigen Wege die Hügel rauf und oben dann merken, dass Sackgasse inklusive heruntergekommenem Bauernhof inklusive blöd schauendem Bauer inklusive Mistgabel. Also nicht aufgehende Vergleiche sind eher wie Weg plus Bauernhof plus Bauer plus Blick, nicht wie die Straße. Irgendwie so jedenfalls sind nicht aufgehende Vergleiche.

Donnerstag, Februar 08, 2007

Falls man sich wundert, warum und so: Der Sitefeed scheint nach Umstellung auf's neue Blogger-Gedöns nicht recht funktionieren zu wollen. Und ich hab' keine Ahnung, weshalb und so.

Dienstag, Februar 06, 2007

Gestern während eines aushäusigen Meetings[TM] ein wenig über eine neue, schicke Titel-Unterzeile nachgedacht. Mir gefiel »Sommerhit ist ein Synonym für Knödelkack.«, mir gefiel »99 Prozent aller Hotelteppiche verursachen Augenkotzen.«, mir gefielen »Club für abgeschmackte Markt-Methoden, die aber trotzdem funktionieren.« sowie »Du gehst mir sowas von auf die Nerven, wenn Du nicht da bist!« auch recht gut. Und dann sagte plötzlich jemand im Tagungsraum 'Cézanne' des Hilton Munich Park die perfekte Unterzeile. Siehe oben.

Samstag, Februar 03, 2007


Juhu! Und wie wunderbar passend die Band übrigens viele Titel ihrer gänzlich gesangsfreien Stücke gewählt hat ('Install A Beak In The Heart That Clucks Time In Arabic').

Donnerstag, Februar 01, 2007

Da wäre seit Wochen dieser Gedanke unfertig in meinem Kopf. Über das Phänomen der Lieblingsleser, die ja oft auch Lieblings-blogger sind. Über die Qualität von Kommentaren, über Verste-hen, über das Gefühl, verstanden zu werden, über Weiterdenken, gerade oder kurvig oder schlicht irre, über so Zeugs. Einzig und allein zum Zwecke der Selbstbeweihräucherung. Letzteres wahrscheinlich absichtlich nur halbgut versteckt.
Ich lass' das in der ungefähr angedachten Form. Und erwähne nur, dass ich gestern das mir bis dahin unbekannte, großartige 'Await Rescue' von 65daysofstatic im Postfach fand. Passend zum Halte-verbot eins weiter unten. Ob absichtlich, ist dabei egal. Merci.

(Zur Sicherheit: Das ist kein Aufruf, mich mit Musik vollzuspammen.)