Mittwoch, Mai 30, 2007

»Die Nägel waren noch nicht trocken.«
(Was ich schon immer mal als Entschuldigung fürs Zuspätkommen sagen wollte.)

Sonntag, Mai 27, 2007

Donnerstag, Mai 17, 2007

Wenn ich behaupten würde, dass ich hier so gut wie nie über Zeug schreibe, das mir wirklich wichtig ist, dann wäre das a) ein Paradoxon, weil es mir ja ziemlich wichtig wäre, hier niemals über Zeug zu schreiben, das mir wirklich wichtig ist und b) gelogen. Denn wirklich wichtig ist mir, dass meine älteste Schwester nach acht Jahren des Nichtkönnens endlich wieder pinkeln kann.

Postum ein Danke an den unbekannten Österreicher, dessen Niere erstaunlich schnell in ihrem neuen Körper an die Arbeit ging.

Montag, Mai 14, 2007

Wie schrecklich das ist, wenn die Finger den Gedanken nicht hinterherkommen, kann man sich auch erst so richtig vorstellen, wenn die Finger den Gedanken nicht mehr hinterherkommen.

(Dieser Gedanke wurde ihnen vom Zehn-Finger-System in etwa sechs Minuten präsentiert. Vielleicht auch in acht.)

Freitag, Mai 11, 2007

Na, wie geht's denn so?

Bemerkenswert auch, dass ausgerechnet die Menschen, die am wenigsten von Rhetorik verstehen, die rhetorischste aller Frage am häufigsten benutzen.

Mittwoch, Mai 09, 2007

Solange das Jahr noch den Anstand besitzt, den April im Mai nachzuholen, bin ich nicht gewillt, das Wörtchen 'Anstand' in die Liste der Anachronismen aufzunehmen. So!

Montag, Mai 07, 2007

Angeblich hält es die Blogosphäre (vermutlich die deutsche) für erwähnenswert (vermutlich lobend), dass sich jemand auf das verbale Benennen von Körperflüssigkeiten versteht. Ich möchte ab jetzt Teil einer Blogosphäre sein, in der sich jemand auf das nonverbale Benennen von Körperflüssigkeiten versteht.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Neue Nachbarn. Ehepaar mit etwa zweijährigem Sohn. Vor zwei Wochen unten im Haus eingezogen. Die bisherigen Hardfacts:
  • weiße Schnörkelgardinen inklusive Raffung
  • Bewegungsmelder im Wohnungsflur, damit das Licht nicht unnütz brennt
  • Gartenzwerg
  • Sharan mit verchromten Rückspiegeln und Alarmanlage, die offenbar auf Wind reagiert
  • bereits erste Beschwerde wegen der Katzen beim Vermieter eingereicht
  • beide jünger als ich
Finde, die übertreiben.

Mittwoch, Mai 02, 2007

Zwar bewegt sich keiner irgendwo rauf, aber wenigstens passiert mal wieder was im Protestanten-Basislager am Fuße des Eisbergsalateisbergs. Wer den Faden verloren hat, kann ihn nach einem Klick wieder aufnehmen.

»Na gut, ich bin eine Sau. Aber nun Sie.«
»Ich bin gar kein Würstchenverkäufer, ich gebe mich nur temporär als einer aus. Zigarette?«
»Dachte ich mir. Und nein, ich rauche nicht.«
Aber um das Ganze kürzer zu gestalten, man will ja vielleicht auch mal irgendwann ins Bett oder zum Bäcker, hier eine Zusammenfassung: Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass Annegret in einer Rückführung unter Hypnose erfahren hatte, dass sie zuerst als Schwein auf die Welt gekommen war und zwar auf einem Bauernhof in der Uckermark. Da war es ihr angeblich saumäßig super gegangen: den ganzen Tag draußen, Dreck reichlich und Schweinkram sowieso. Im nächsten Leben wurde sie deswegen wieder Schwein, es gab ja keinen Anlass, was anderes auszuprobieren. Blöderweise wurde sie das aber nicht auf einem Bauernhof in der Uckermark, sondern in Grub nahe Poing nahe München. Als Nutzvieh in Grub nahe Poing nahe München auf die Welt zu kommen oder überhaupt östlich von München als Nutzvieh auf die Welt zu kommen, ist in zehn von zehn Fällen kein Salzsteinschlecken. Im Osten von München, wo Platz ohne Ende ist und Schwein, Kuh und der ganze Rest Wochen damit verbringen könnten, zum Horizont zu laufen ohne anzukommen, wenn sie nur wollen würden, was sie ja nicht wollen, weil Schwein und Kuh und der ganze Rest nicht dafür bekannt sind, dem Horizont irgendwas abzugewinnen, weswegen auch keine Gefahr bestünde, dass Schweine-, Kuh- und Restfleisch von der ganzen Rennerei zu sehnig werden würden und sich nicht mehr verkaufen ließen, also da im Osten kam Annegret in einem winzig kleinen Stall auf die Welt und blieb dort auch bis zum Ende ihres Lebens, während sich draußen auf dem ganzen Platz bis zum Horizont die Futterpflanzen die Stängel in den Boden standen. Selbst der Hund des Bauern führt ein besseres Leben als ich, dachte Annegret oft. Wenig verwunderlich also, dass sie im nächsten Leben Hund wurde. Sie wurde der putzige Kleinsthund einer alten, allein stehenden Dame, die Annegret bei Regen in ein Hunderegencape steckte, ihr bei Sonnenschein ein neckisches Hütchen aufsetzte und von Tellern am Tisch fressen ließ. Und Annegret dachte: Mensch Meier! Die Folge: Annegret wurde Annegret der Mensch; nach der Rückführung ziemlich froh darüber, nicht so was wie „Ach, du grüne Neune!“ gedacht zu haben.
Die Geschichte des Würstchenverkäufers ist weniger spektakulär, der war nur die Vertretung für seinen Bruder und im sonstigen Leben Psychologe.
»Deswegen also diese Das-Schweigen-der-Lämmer-Nummer.«
»Ja, ich dachte, das könnte passen, auch wenn bei Ihnen die Lämmer fehlen. Sagen Sie, wer hat denn die Rückführung gemacht?«
»Das war meine Mutter. Die hatte damals einen VHS-Kurs für Kaffeekränzchen-Hokuspokus begonnen und wollte für eine Prüfung üben.«
»Ah ja. Wissen Sie, bei Anfängern geht da gerne mal was schief. Würde mich nicht wundern, wenn Ihre Mutter Sie in die Vorleben der Nachbarin, des Postboten oder Ihrer Katze zurückgeführt hat.«
»Wir hatten nur einen Wellensittich. Und jetzt?«
»Und jetzt?«
»Ich erwarte jetzt ein Psychogramm.«
»Geht nicht, Sie haben auf einem Stein gesessen und ich hab’ an einer Holzwand gelehnt. Will meinen: kein Sofa, kein Sessel, kein Psychogramm. Wollen Sie statt dessen ein Würstchen?«
»Kostet?«
»3,49 Euro.«
»Teuer. Ökowürstchen?«
»Ja.«
»Dann nehme ich zwei.«

Dienstag, Mai 01, 2007

Die besten halterlosen Strümpfe gibt es übrigens bei Tchibo.
Aktuelles Modewörtchen in deutschen Blogs: 'nachgerade'. Albern! Wirkt auf mich ähnlich ungelenk und möchtegern wie Relativpro-nomina 'welcher', 'welche' etc.pp, wenn es genau so gut 'die', 'der', etc.pp. tun.
Und warum ich lieber Blogs von Menschen lese, die ich nicht persönlich kenne? Weil ich bei Blogs von Menschen, die mir unbekannt sind, nicht ständig beim Lesen durchs Abgleichen zwischen Geschriebenem und der Wirklichkeit abgelenkt werde. Deswegen habe ich meins auch schon lange nicht mehr als Startseite in Firefox gespeichert.
(Letzteres ist natürlich Unfug, das ist lediglich so, weil Blogscout bei mir keine Cookies mehr anlegen will und ich mich so ungern zählen lasse.)