Montag, August 27, 2007

Das Drittbeste an der GC 2007? Dass ich rechtzeitig (gestern um 23:20 Uhr) heim kam, um noch für ein paar Stunden



zu verschwinden -- wo sie mal wieder alles richtig gemacht haben.

ICH: What a brilliant idea to put the sneak peek on the GC weekend. Guess who's most happy about that.
ER: When will you be home?
ICH: Sunday night.
ER: Well, then you still have time to play till 9:00 am on Monday.
ICH: Die!

Sonntag, August 19, 2007

Manche zum Lesen geschriebene Worte müssen jedoch zwingend gehört werden. Wie etwa der Ausschnitt aus Walter Kaufmanns Übersetzung von Nietzsches »Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik«, gesprochen von Geoffrey Palmer zu Beginn von Frankie Goes to Hollywoods »Welcome to the Pleasuredome« im »Fruitness Mix«. Wegen der Melodie in Stimme und in Melodie.

Abgesehen davon sind die Worte aber auch schon in der Selbstleseversion zum Niederknien -- awestruck:
Under the charm of the Dionysian not only is the union between man and man reaffirmed, but nature, which has become alienated, hostile or subjugated, celebrates once more her reconciliation with her lost son: man. Freely earth proffers her gifts, and peacefully the beasts of prey of the rocks and desert approach.

The chariot of Dionysus is covered with flowers and garlands; panthers and tigers walk under its yoke. Transform Beethoven's »Hymn to Joy« into a painting. Let your imagination conceive the multitudes bowing to the dust -- awestruck. Then you will approach the Dionysian.

Now the slave is a free man; now all the rigid, hostile barriers that necessity, caprice, or "impudent convention" have fixed between man and man are broken. Now with the gospel of universal harmony, each one feels himself not only united, reconciled and fused with his neighbor, but as one with him, as if the veil of maya had been torn aside and were now merely fluttering in tatters before the mysterious primordial unity.

In song and in dance man expresses himself as a member of a higher community. He has forgotten how to walk and speak and is on the way toward flying into the air, dancing. His very gestures express enchantment. Just as the animals now talk and the earth yields milk and honey, supernatural sounds emanate from him too. He feels himself a god, he himself now walks about enchanted in ecstasy like the gods he saw walking in his dreams. He is no longer an artist, he has become a work of art.

In the paroxysms of intoxication the artistic power of all nature reveals itself to the highest gratification of the primordial unity. The noblest clay, the most costly marble -- man -- is here kneaded and cut, and to the sound of the chisel strokes of the Dionysian world artist, rings out the cry of the Eleusinian Mysteries: »Do you prostrate yourselves, millions? Do you sense your maker, world?«

Sonntag, August 12, 2007

Es war der Ehrgeiz

Vor einer Weile klingelte es an der Tür, obwohl ich niemanden erwartet hatte. Also dachte ich zunächst, es sei wieder nur einer der Nachbarn mit der Frage, ob mein Internet funktioniere oder ob ich von jemandem wüsste, der sich mit der Reparatur von Notebooks auskennt oder ob ich vielleicht das neueste Fifa-Spiel hätte. War aber kein Nachbar. Es war der Ehrgeiz. Und er war sauer, das merkte ich sofort. Naja, spätestens als er sich schnaubend an mir vorbeidrückte, durch den Flur rauschte und sich mit den Worten »Wir müssen reden!« im Wohnzimmer aufs Sofa schmiss, merkte ich, dass er sauer war.
Der Ehrgeiz, das muss man wissen, nimmt immer die Form von dem an, was man sich am sehnlichsten wünscht. Ich wünsche mir derzeit eine Aussicht am sehnlichsten. Man darf mir glauben, der Anblick einer hammermäßigen aber ziemlich wütenden Aussicht auf einem kleinen Zweisitzer-Sofa ist -- nun, seltsam wäre eine Untertreibung. Deswegen reagierte ich auch nicht gleich auf seine Worte, sondern stand nur da und starrte ihn an.
»Ich sagte, wir müssen reden!«
»Äh, ja. Ja, reden.«
»Also?«
»Äh, über was müssen wir reden?«
»Über uns. Über was sonst?«
»Ja, über was sonst? Magst du was trinken? Vielleicht einen Multivitaminsaft? Du siehst am Horizont etwas blass aus, wenn ich das sagen darf.«
Das mit dem Horizont war natürlich kompletter Quatsch. Der Horizont hatte die vollkommene Farbe. Aber jüngst hielt ich Multivitaminsaft mal für eine tolle Idee und kaufte gleich mehrere Flaschen. Als ich dann daheim den ersten Schluck nahm, fiel mir wieder ein, dass Multivitaminsaft eine der widerlichsten Erfindungen der Menschheit ist und ohne Scheu in einer Reihe mit Napalm und Lotus Notes genannt werden darf. Vor allem Multivitaminsaft mit Karotte. Bäh! Ich spekulierte ein wenig darauf, der Ehrgeiz würde mir einen Teil der Plörre wegtrinken.
»Nein! Ich will nichts trinken, ich will dir was sagen. Du hast mich nicht.«
»Stimmt. Wieso sollte ich dich auch hassen?«
»Hör mir zu!« fuhr er auf. »Ich meine, du hast mich nicht. Du hast keinen Funken Ehrgeiz in dir! Nicht mal ein Fünkchen. Seit ich dich kenne, bleibst du hinter deinen Möglichkeiten. Und ich kenne dich schon dein ganzes Leben. Ich will jetzt verdammt noch mal wissen, warum das so ist und was wir dagegen unternehmen können.«
»Oh. Das meinst du«, antwortete ich lahm.
»Oh ja, das meine ich«, entgegnete er schnippisch. »Also?«
»Hm. Lass mich nachdenken.«
»Dann denk mal nach.«
Sekunden wuchsen zu Minuten. Die Situation wurde ein wenig unangenehm, pardon, sie wurde noch unangenehmer. Außerdem fiel mir nichts ein. Wie auch, wenn eine perfekte Aussicht angenervt auf der Armlehne meines Sofas trommelt?
»Wir haben nicht ewig Zeit, Honey. Du bist schon 33.«
»Aber ich seh' aus wie 28. Höchstens.«
»Noch. Und lass die plumpen Ablenkungsversuche.«
»Dann halt die Berge still. Bei dem Getrommele kann ja niemand denken.«
Der Ehrgeiz sitzt noch immer da, hält die Berge still und wartet. Und ich denke noch immer nach. Manchmal hocke ich mich vor ihn und versuche, die Aussicht zu genießen. Soweit das geht. Sonderlich weit ist das nicht. Das Sofa stört.

Dienstag, August 07, 2007

Mag daran liegen, dass ich Freude beim Verweigern von Dingen empfinde, die eine Menge Menschen total super findet, weil ich Menschen (vor allem in Mengen) so super nicht finde. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich schrecklich ignorant und zudem noch schrecklich arrogant bin. Mag aber wahrscheinlich nur daran liegen, dass ich ziemlich sicher weiß, dass es die Stimme in meinem Kopf immer besser kann. Dass die Stimme in meinem Kopf alles perfekt beherrscht, die tiefen Töne, die hohen und die dazwischen. Dass sie Mann, Frau, Kind, irgendwas sein kann. Dass die Stimme in meinem Kopf genau da jubelt, wo sie jubeln soll und dass sie da traurig klingt, wo sie traurig zu klingen hat. Dass sie gelangweilt vor sich hin plätschert, wenn's nur so vor sich hinplätschert. Dass sie grinst, wenn's was zu grinsen gibt, dass sie lacht, wenn's was zu lachen gibt, dass sie die Brauen hochzieht, wenn's mal echt zu dumm wird, dass sie genervt mit den Augen rollt, wenn's nervig wird. Dass sie innehält, wo sie innehalten muss. Dass die Stimme in meinem Kopf Welten baut und nicht nur Bilder hinkritzelt, über die man schnell wegblättert. Dass sie mir andererseits aber auch kein Erleben aufschwatzen will, wo es schlicht nichts zu erleben gibt. Kurz: An der Stimme im meinem Kopf mag es liegen, dass ich Bücher nicht hören will.

Montag, August 06, 2007

Tipp (wahrscheinlich aber zu spät): Lebenszeit sparen und Harry Potter and the Deathly Hallows erst ab Seite 527, genauer ab Voldemorts Befehl »Kill!« lesen. Reicht total.

Donnerstag, August 02, 2007

Dichte Wolkendecke, eher dunkelblau als dunkelgrau. Davor Baumgrün. Satt, weil nass. Und strahlend, weil nass und weil von irgendwo Sonnenlicht. Unschlagbare Farbkombination.