Mittwoch, April 23, 2008

Immer dieses Gebimmel an der Tür! Ich -- wie meistens -- weder auf Gäste vorbereitet, noch in Laune, welche zu haben. Jumbo-Plaisir am Arsch! Am Arsch!
Dieses Mal waren es wirklich Gäste, nämlich zwei: das Abenteuer und die Liebe. Ich hoffte, die beiden hätte sich schlicht verfahren. Oder verlaufen. Was weiß denn ich, wie das Abenteuer und die Liebe zu reisen pflegen?! Vielleicht fliegen die auch? Oder kriechen? Ach nein, Kriechen is nich, denn hätten sie sich verkrochen, wären sie nicht vor meiner Bude gelandet, sondern in irgendeinem Loch. Das behauptet jedenfalls die deutsche Sprache.
»Och ne! Ihr!«
»Nette Begrüßung.« Das Abenteuer verbeugte sich mit einem süffisanten Lächeln.
»Blabla! Was wollt ihr?«
»Ja, also …«, begann das Abenteuer. Ich rollte genervt die Augen. Universalmittel. Half nur nichts.
»Also wir wollten nachfragen, ob du vielleicht Bedarf hättest?« beendete die Liebe mit sicherer Stimme den angefangenen Satz.
Drecksvieh! Ist sich immer sicher.
Dann schob sie hinterher: »Unsere Aufzeichnungen ergaben, dass es schon sehr lange her ist, seit du die Dienste von einem von uns in Anspruch genommen hast. An was liegt es?«
»Och bitte! An was mag es schon liegen?«
»Ja, woran denn?«
»Zeitknappheit?«
»Quatsch!«
»Beziehungsunfähigkeit?«
»Unfug!«
»Mangel an Interesse?«
»Guter Punkt! Wen interessiert denn das bitte? Darf ich kurz reinkommen?« Das Abenteuer hatte schon den Fuß auf der Schwelle. Ich wünschte mir sofort eine Flammenfalle im Türrahmen. Oder irgendwas mit rotierenden Messern. Oder mit Giftpfeilen. Oder Kannibalen. Meinetwegen auch mit schießwütigen Nazis. Wenn man sich in die Ecke gedrängt fühlt, sind auch schießwütige Nazis im Türrahmen legitim, finde ich.
»Hey, Abenteuer! So hatten wir nicht gewettet!« Die Liebe drängelte sich nach vorne.
»Doch, genau so hatten wir gewettet! Vor etwa drei Minuten, wenn ich dich daran erinnern darf. Aber meine Liebe, du vergisst ja bekanntermaßen gerne schnell Zeugs, das dir nicht in den Kram passt. Haha!« Beim Haha schubste das Abenteuer die Kontrahentin wieder nach hinten.
»Okay, wenn du Krieg willst, kannst du Krieg haben! Darin bin ich ungeschlagen!«, fuhr die Liebe auf und stürzte sich mit einem Kreischen aufs Abenteuer.
Die beiden landeten auf dem Boden. Während das Abenteuer versuchte, mit gekonnten Ringergriffen, Karate, Jiu-Jitsu, Tae-Kwon-Do und sogar Krabi Krabong (Angeber!) die Oberhand zu bekommen, arbeitete die Liebe mit fiesen Tritten in die Weichteile, piekste und kratzte. Sie probierte sogar den ollen Trick mit dem dreiköpfigen Affen. Schrecklich einfallslos!
Ich sah mir das Spiel etwa drei Minuten an, dann wurde mir langweilig. Ich zog mich zurück und die Tür hinter mir ins Schloss. Und wenn ich hier am Rechner sitze und entsprechend laut Musik anhabe und/oder Breitseiten auf Piraten / Franzosen / Spanier / Holländer / desertierte britische Marineoffiziere feuere, kann ich von den Kampfgeräuschen draußen kaum noch was hören.

Mittwoch, April 09, 2008


Die Planken eines Alexanders also nun unter den Füßen ...


... und ich Konteradmiral. Das Leben zur See wird ein anderes sein. Und ich könnte endlich mal wieder was abseits von Pirates of the Burning Sea denken und schreiben.