Donnerstag, November 27, 2008

Thomas Böcker, so mancher mag ihn vielleicht als den Menschen kennen, der uns viele Jahre wundervolle Eröffnungskonzerte in Leipzig schenkte, hatte vor ein paar Monaten sicher einen der schönsten Tage seines Lebens: 23. August 2008, Köln, WDR-Rundfunkorchester spielte Chris Hülsbecks bekannteste Stücke, so fantastisch von Jonne Valtonen arrangiert, dass es sich längst nicht mehr nur wie Hülsbecks olle Kamellen anhörte, sondern wie ... ach, einfach wie großartige Musik. Und warum nun Thomas Böcker? Naja, der hatte die ganze Geschichte ins Rollen gebracht und saß dort -- sicher grinsend wie ein Honigkuchenpferd -- unter den Zuhörern. Sicher unzählige Male glücklicher als ich es bin, wenn ich beispielsweise die Suite von The Great Giana Sisters höre. Und ich bin verdammt glücklich, wenn ich die höre.


Und zum Vergleich das Original.

Mittwoch, November 26, 2008

Ich: »Und wo warst du heute Vormittag?«
Kollege: »War isch AMD, ey!«

Ob die Tatsache, dass er aus dem Allgäu kommt, als Erklärung zulässig ist?

Montag, November 24, 2008

Langeweile in Guild Wars


Es wird echt Zeit für Guild Wars 2. Und verdammt, diesen Arkon kenne ich doch! Und überhaupt ist das Video einfach herzaller-liebst. Und meine Fresse, wie super ist das Lied* denn bitte?
*Langeweile von Pankow
(Großes Danke an Leser Micha für den Link zum Video.)

Sonntag, November 23, 2008

Die Tragödie der Geburt*

Alter Text, dezent überarbeitet.
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Neulich, als ich mal morgens durch flaches Land gefahren wurde und meine Augen außer den Oberleitungen einer Bahntrasse nichts zum Festhalten hatten, überlegte ich kurz, wie denn meine Begleiter wohl aufgewachsen sein mochten. Gab das aber aufgrund mangelnden Interesses nach gefühlten 2,5 Nanosekunden wieder auf und sann über mein eigenes Großwerden nach. Dabei wurde mir bewusst, dass ich, wenn überhaupt in einem, dann auf jeden Fall im falschen Milieu groß geworden bin. Sehr blöd, dachte ich, wissen wir doch spätestens seit all den mit Preisen überhäuften Büchern, die wir nie lasen, dass die richtigen Milieus immer gehen.
Wenn ich beispielsweise in so einem Arbeiter-ohne-Arbeit-aber-mit-Hinterhof-inklusive-Wäscheleinen-Nachkriegs-Milieu groß geworden wäre, dann könnte ich super in Nahaufnahmen berichten, wie Mutter und Vater und Geschwister sich abends über die dünne Suppe hinweg anschwiegen, weil das Geld hinten und vorne nicht reichte und überhaupt alles ganz elend war. Inklusive des Wetters und der Wandfarbe. Klar auch, dass Mutter dabei stets weinte. Leise, denn sie war eine stille Frau.
Einen Stock unter uns wohnte Frau Clara. Die war Geigenlehrerin. Die trug immer eng anliegende Kleider mit mächtigen Ausschnitten, immer Hüte und rauchte immer französische Zigaretten mit immer spitzen, immer rot angemalten Lippen.
Im Haus links wohnten die Kurselowskis. Die hatten nur ein Kind. Heinke. Wir nannten ihn Humpel-Heini, weil sein rechtes Bein kürzer war als das linke. Humpel-Heini war, wie alle Humpel-Heinis, schmächtig. Und er trug eine Brille mit Gummizug um den Kopf sowie sommers wie winters die gleichen halblangen alten Krachledernen, in den kalten Monaten allerdings noch mit dicken, von seiner Mutter gestrickten Strumpfhosen dazu.
Heinke ist dann nach ein paar ungelenken Auftritten auf den Seiten 23, 24, 25, 44, 56, 57 sowie 58 (da waren wir gemeinsam auf dem Rummelplatz und haben Zuckerwatte geteilt, weil er mir Leid tat) eines sehr seltsamen Todes gestorben. Das war so ein Stephen-King-meets-Günter-Grass-Tod. Humpel-Heini fiel aus dem Fenster (oder wurde von seinem Vater gestoßen, der Alte soff ja immer) genau kopfüber in die volle Regentonne. Darin dürfte er dann wohl ertrunken sein. Sehr mysteriös. Jedenfalls waren wir uns danach nicht sicher, ob wir traurig oder erleichtert sein sollten, denn ganz ehrlich, die wenigen Passagen mit und über Humpel-Heini waren immer sehr unangenehm. Man wollte eigentlich überhaupt nicht wissen, wie dreckig es dem Kleinen ging.
Dann doch lieber die heulende Mutter oder Frau Clara. Aber das nur bis zu dem Moment, da sich herausstellte, dass Letztere total vereinsamt war und dieses ganze Getue nur als Maskerade diente. Dass sie in Wirklichkeit was ganz anderes als Geigenlehrerin war, hatten findige Leser ohnehin schon aus dem Subtext erfahren. Wir fanden sie jedenfalls auf Seite 123 tot in ihrer Wohnung. Und das auch nur, weil es vorher schon mehrere Seiten lang im Hausflur gestunken hatte.
Ich bin dann auf Seite 125 schlagartig halberwachsen geworden und in die Lehre gekommen, weil man ja auch irgendwann von ersten Küssen und so lesen will. Der erste Sex (Seite 145) -- kaum überraschend -- enttäuschend und schmerzhaft. Und zwar mit dem grobschlächtigen Sohn meines Meisters, obwohl mir eigentlich der schüchterne Rudolf vom Gemüsestand besser gefiel. Der erzählte immer schöne Geschichten, während er die Petersilie zu Sträußen band. Mutter roch den Braten, obwohl ich gar keinen in der Röhre hatte. Es gab riesigen Ärger: »Kind, mach nicht den gleichen Fehler wie ich!«
Darauf zig Seiten Überlegungen über die Tragweite des Wörtchens ›Fehler‹, nur unterbrochen durch Grabschereien vom Meistersohn und diversen Über-der-Suppe-Weinereien von Mutter, inklusive anklagendem Blick in meine Richtung. Auf Seite 193 setzte ich mich dann in die Bahn und fuhr nach Marzahn. Es schneite leicht.
Ende.
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*Titel eines Pädagogik-Seminars der Uni Köln. War Pflicht. War grauenvoll. Abschließend sagte mir der Dozent, er habe den Eindruck gehabt, ich hätte die Veranstaltung nicht ernst genommen. Immerhin.
Herr n|tropie treibt sich seit einiger Zeit hier rum. Und Herrn Argh! beneide ich wie doof um seinen neuen URL fickr.org.

Sonntag, November 16, 2008


Call of Duty: World at War (oder Modern Warfare, schnurz) ...

... im Deathmatch (jeder gegen jeden) ...

... auf Hardcore (kein Fadenkreuz, keine Munitionsanzeige, Treffer noch tödlicher als ohnehin schon) ...

... fühlt sich ein bisschen wie Instagib an. Ist auch mindestens ähnlich befriedigend (sollte man denn gewinnen). Und beweist mir, dass ich trotz meiner nunmehr 34 Lenze noch immer über ganz brauchbare Reflexe verfüge. Zumindest in Spielen.*

*Und mit dem kleinen Zusatz »Zumindest in Spielen.« habe ich dann auch endlich mein diesjähriges Kryptik-Bloggen abgeleistet. Noch im Herbst. Yeah!

Freitag, November 14, 2008

Meine Höhepunkte des Films: »Ah, Auto!«, »Ah, Siena!« und »Ah, Goldfinger!«, auch wenn ich das kleine Zitat (in Öl) letztlich arg bemüht fand. Kein Vergleich zum großartigen Casino Royale.

Update: Wenn ich's recht bedenke, war der Höhepunkt des Films die Warhammer-Werbung davor.