Samstag, Februar 28, 2004

Wo ich gerade beim Thema bin...

...muss ich mich eigentlich schämen, wenn ich nach I’m A Slave For You mit Toxic bereits den zweiten Song von Britney wirklich gerne mag? Beruhigt hat mich hingegen beim Staubsaugen und Viva-Plus-Hören, dass HIM, Gigi d’Agostino und Juliette Schoppmann immer noch völlig indiskutabel sind. Da können die ihr Gedudel mit noch so vielen tätowierten Animationsfilmchen am Strand unterlegen.

Hoch-Not-Peinlich

Hochnotpeinlich ist es, wenn man am Ende eines durchaus gelungenen Abends voller erstaunlicher, lustiger, nachdenklicher Geschichten die hochnotpeinliche Anekdote vom Ex-Ex zum Besten gibt, der im Restaurant über die Suppe hinweg fragte, ob sein Onkel P. immer mit dem Schiff in die Wahlheimat Andorra übersetze und danach dem Gegenüber erklärt, dass besagter Onkel P. vom Ex-Ex nur wegen der Steuern da wohnt, weil ihm halb Belgien, also besser gesagt halb Den Haag gehört. Ein eine Nanosekunde später gekreischtes Brüssel kann den Kahn dann auch nicht mehr rumreißen. Die Wasserwege in den Pyrenäen sind einfach zu schmal für so ein Manöver.

Mittwoch, Februar 25, 2004

Der Dunkelkammer-Effekt

Wenn man den Tag über mit Menschen zusammengepfercht ist, die über PC-Spiele lesen, über PC-Spiele reden, über PC-Spiele schreiben, über PC-Spiele fluchen und schlimmerdings auch noch PC-Spiele spielen, stellt sich das ein, was mein Kunstlehrer einst den Dunkelkammer-Effekt nannte. Man vergehirnalbert. Er, der Kunstlehrer, nannte das deswegen so, weil wir oder irgendein anderer Leistungskurs oder seine Tante Trude aus Buxtehude samt Anhang (meine Erinnerung ist nur eine Erinnerung an eine Erinnerung) nach einem langen Tag in einer Dunkelkammer (nein, nein, meine lieben Freunde sexueller Blindentastgärten, hier ist kein Darkroom gemeint) vergehirnalberte. Die Masse, der kleine Raum, die Dunkelheit... Wie sich das bei uns, den anderen oder den Tanten und Onkels des Lehrers äußerte, vermag ich nicht zu sagen. Wie sich das unter Berufsspielern äußert, vermag ich indes genau zu sagen. In Worten (Achtung, die Doppeldeutigkeit erschließt sich gleich.)
Kollege X beispielsweise betritt die Flure mit einem fröhlichen Schalömmdömm auf den Lippen. Und verlässt sie mit einem Tschüssikowski. Kollege Y versieht einen Zettel, auf dem man ihn darum bittet, irgendwas zu brennen, mit folgender Verbesserung: Das heißt »Burn0r me«! Kollege Z tendiert dazu, den ohnehin schon bekloppten 1337-Speak-Slang auf seine Art zu verfeinern. Lollinger ist nur einer dieser Auswüchse. Und so sehr man sich auch wehrt, so sehr man strampelt, um sich schlägt und sich die Ohren mit lauter Musik verstopft -- es geht nicht spurlos an einem vorbei. Zumal ich ohnehin ganz schlecht im Wehren bin. Dem Rest der Bande geht es übrigens ebenso. Und es kommt, wie es kommen muss: In besonders schwachen Momenten schallen Lollingers, Lollikowskis, Schalömmdömms, Tschüssingers und gar Tschüss0rs über den Flur. Darauf folgt wie üblich der Atomro(t)fflinger.
Ich liebe meinen Job. Wo sonst kann man auf so angenehme Art dem Wahnsinn anheim fallen? In solch exquisiter Gesellschaft?

Dienstag, Februar 24, 2004

Hammerballade

Wollte eigentlich jetzt einen unglaublich ätzenden Kommentar über den unglaublich schlechten Text der neuen Hammerballade von Alexander Superstar ablassen. Dooferweise finde ich den im Netz nirgendwo, um ihn Zeile für Zeile zu zerflücken. Oder schlauerweise. Oder danke? Müsst ihr mir eben einfach so glauben. Der Text ist un-glaub-lich mies. Der ist sogar noch mieser, als (fast hätte ich hier Napalmangriffe auf vietnamesische Bauerndörfer geschrieben) der Text dieser Gladiator-Abklatsch-Hammerballade, die er vorher intoniert hat. Einige Leute sehen das aber scheinbar anders. Wahrscheinlich, weil sie dafür Geld bekommen. Anders kann ich mir das nicht erklären:

Habt ihr auch schon genug vom kalten Winterwetter? Dann aufgepasst, denn wir haben das Gegenmittel: „Behind The Sun“, die neue Hammerballade von Alexander ist wieder mal eine Perle der modernen Pop-Musik und wird garantiert etwas Wärme in eure Herzen bringen! Die Melodie geht sofort ins Ohr, die majestätischen Drums verleihen dem Song wahre Größe und die dezent eingesetzten indianischen Instrumente geben ihm einen Hauch von Ferne. Auf der Single, die seit Montag im Handel erhältlich ist, ist neben zwei genialen Mixen und einer Instrumental-Version auch der komplette Videoclip enthalten. Lasst euch das nicht entgehen!

Update (Dank an Herrn Trashcan, der seinem Namen zum ersten Mal gerecht geworden ist.):

One day I'll fly to you
I wish your love is true
No matter what I do
I'll do it just for you
All I ever wanted is you

I wish I'll be your guy
Beyond the seventh sky
I'm writing on the wall
I will catch you if you fall
I love the way you love me, my girl

Das muss reichen. Befürchte sonst, diverse Därme könnten diverse Gehirne erwürgen.

Fragen, Antworten III

Gott, bin ich einfallslos. Schon wieder ein Frage-Antwort-Spiel. Auf der anderen Seite -- irgendwann habe ich alle durch und kann mich wieder wichtigen Dingen wie....also anderen Dingen widmen.

1. Wie geht’s?
Durchwachsen.

2. Die letzte Mahlzeit bestand aus was?
Zwei Leinsamenbrote. Eins mit Käse. Eins mit vegetarischem Aufstrich. Der sieht aus wie Leberwurst. Und schmeckt auch ein bisschen danach.

3. Was trinkst Du gerade?
Ausnahmsweise mal Wasser. Volvic.

4. Schon mal Vanilla/Cherry Coke getrunken?
Letzteres. Ekelig.

5. Tagesschau? Heute? RTL Aktuell? CNN?
Tagesschau, Internet und Spiegel.

6. Das letzte Mal gelacht? Worüber?
Vorhin im Hausflur. Über einen meiner eigenen schmutzigen Witze.

7. Schlimmste Idiosynkrasie?
Hu?

8. Das Wort aus Frage 7 nachschlagen müssen?
Hätte: ja. Habe: nein.

9. Das letzte Mal jemanden beleidigt?
Gestern. War aber eher kollegiales Gefrotzel. Außerdem hat er angefangen, der Arsch!

10. Das letzte Mal an Sex gedacht?
Vor vier bis fünf Nanosekunden?

11. Wann hast Du das letzte Mal jemanden etwas geschenkt und was war das?
Schon etwas her. Zu persönlich.

12. Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren?
Erd- und Himbeeren.

13. Liebst Du jemanden?
Ja. Kann man so nennen, denke ich.

14. Neben welchen Prominenten würdest Du gerne beerdigt sein?
Neben keinem.

15. Wann warst Du das letzte Mal eifersüchtig und wieso?
Gerade im Hausflur. Auf das geordnete Leben meiner Nachbarin.

16. Der letzte Rechner-Absturz?
Letzten Freitag. Die Hölle. Bis ich den Fehler erkannt hatte, hatte ich schon den halben Artikel auf der Kiste des Kollegen neu geschrieben.

17. Schon mal ne Pornoseite angeschaut?
Ja.

18. Und?
Gemischte Gefühle.

19. Steuern bezahlt?
Ja. Bitte nicht daran erinnern.

20. Wirklich alle?
Ja. Und jetzt Schnauze!

21. Der schönste Schlusssatz eines Buches?
Habe dafür kein Gedächtnis. Und ich weigere mich, die Bücherwand in meinem Rücken zu durchpflügen.

22. Dein erstes Konzert?
Hatten wir weiter unten schon.

23. Dein letztes?
Ewig her, was eine mittlere Schande ist. Mal überlegen. Faith No More. Wild, aber unglaublich gut.

24. Du hast 10.000 Euro gewonnen. Du kannst alles behalten, oder alles »Ärzte ohne Grenzen« spenden. Was machst Du? (Nicht lügen!)
Behalten. Habe neulich in einem Fragebogen schon 10.000 Leute in den Tod geschickt. Da werde ich kaum 10.000 Euro spenden. Wenn es 100.000 Euro Gewinn wären, könnte ich mir die Sache noch mal überlegen. Also die mit den 10.000 Euro.

25. Sonnen- oder Gefrierbrand?
Gefrierbrand.

26. Hoher oder niedriger Blutdruck?
Noch im normalen Rahmen. Aber eher im hohen normalen Bereich angesiedelt.

27. An der Wand oder am Rand schlafen?
Geht beides. Kommt auf den anderen an.

28. Das letzte Mal geweint?
Vorgestern.

29. Das letzte Mal auf dem Friedhof?
Zu Weihnachten.

30. Das letzte Mal platzen können vor Glück?
Kurz vor Weihnachten.

31. Allein oder einsam?
Allein.

32. Aktuelle Lieblings CD?
Hatten wir auch schon, Himmel noch mal!

33. Letzte TV Sendung?
Sex and the City. Just gerade.

34. Wofür schämst Du Dich heute noch?
Schäme mich in letzter Zeit dauernd. Das verwischt konkrete Erinnerungen.

35. Hoffnung oder Vertrauen?
Hoffnung. Die stirbt bekanntlich zuletzt.

Gefunden habe ich dieses Schmuckstück bei Froschi.

Montag, Februar 23, 2004

Das fängt ja gut an...

Schnee. Schon wieder. Darf ich mich mal eben auskotzen, bevor die Woche noch schlimmer wird und ich aufgrund Dauerkotzens nicht mehr zum Tippen komme? Noch ’ne Frage: Seit wann frage ich? Okay, also auskotzing galore...
Gehe gestern Abend um 22.30 Uhr mit einem ES REICHT ins Bett. Plopp, um 0.53 Uhr wieder wach. Aber klein beigeben ist nicht. Umdrehen, Augen abermals vor gewissen Realitäten zukneifen, weiterschlafen. Plopp, genau eine Stunde später erneut wach. Und wissend, dass es das jetzt erst mal war. Aufstehen, rumtigern. Wasser trinken. Zigarette rauchen. Rumtigern. Rechner anmachen. Wieder ausmachen. Rumtigern. Nach zirka zwei Stunden Rumgetigere dem Schlaf noch ’ne Chance gegeben. Hat geklappt. Bis genau 5.58 Uhr. Prächtig. Komische Ahnung gehabt. Zum Fenster geschlufft und komische Ahnung bestätigt bekommen. Schnee. Schon wieder. Noch besser: auch auf meinem Auto, das ich gestern in einem besonders schlimmen Anfall von Faulheit nicht in die Garage gefahren habe. Dennoch Hoffnung gehabt, dass es vielleicht nicht so schlimm ist. Manchmal ist es ja zu warm, um Schnee und Scheiben miteinander verschmelzen zu lassen. (Zu warm, um Schnee und Scheiben miteinander verschmelzen zu lassen? Ich muss dringend meinen Wortschatz aufrüsten. Oder was an meiner Wahrnehmung ändern.) Dem war aber nicht so. Kratzen. Und es kam, wie es immer kommt: Das Auto frei, aber ich von oben bis unten voll mit Wasser im beschissensten aller Aggregatzustände -- Matschschnee. Auf der Autobahn dann die ganze Zeit hinter einem ollen BMW-Kombi hergeschlichen. Am Kreuz München Nord hasste ich den Fahrer der Kiste. Dabei ist der bestimmt ein ganz fürsorglicher Familienvater, der sich allmorgendlich genau wie zahllose andere durch den unmenschlichen Berufsverkehr wühlt, um seinen liebreizenden Kindern stabiles Schuhwerk, warme Kleidung, noch wärmere Nahrung, Handy, Rechner, Spielekonsolen und DSL bieten zu können. Halt nein, der kam ja aus meiner Ecke des Bayernstaats. Da hat’s kein DSL. Zum Ausgleich vielleicht...hm, was wollen die Kleinen denn heutzutage so? Eine Karriere als Superstar? Gott, ist mir das alles egal. Ich schreibe jetzt eine ätzende Kolumne über einen Teilbereich meines Jobs. Nene, gelogen. Die Kolumne wird gar nicht ätzend. Geht mir schon wieder viel besser. Danke für die Anteilnahme.

Samstag, Februar 21, 2004

Recently in a Cryogenic-Lab in Paris

»Find us some french brains.«
»I won’t promise anything.«

Freitag, Februar 20, 2004

Fragen, Antworten II

First record you ever bought?
1985. Tina Turner. We don’t need another hero. Single. Geschenk für eine meiner Schwestern. Silvia? Karla? Weiß nicht.

First gig (who and where)?
1990. Hothouse Flowers. Live Music Hall. Köln.

Best gig (who and where)?
1994. Pink Floyd. Müngersdorfer Stadion. Köln.

Gig you wish you'd been at?
1999. Underworld. Chemical Brothers. San Francisco.

What's in your CD player at the moment?
Boysetsfire. After the Eulogy. Schon viel zu lange.

A record that makes you laugh?
Knorkator. The Schlechts of. Einmal gehört. Sehr gelacht.

A record that makes you cry?
Viele. Eine davon: Genesis. The Lamb Lies Down on Broadway.

A record that reminds you of school or college discos?
Viele. Eine davon: Pearl Jam. Ten.

A record which sounds better in the dark?
Alle? Keine? Wann ich welche Musik höre, entscheidet nicht das Licht oder seine Abwesenheit, sondern ausschließlich meine Stimmung.

A song you wish you'd written?
Last Christmas. Die Tantiemen. Hach. Dürfte nur keiner wissen, dass ich es war.

A record you'd like played at your funeral?
Sollen die aussuchen, die es noch hören können.

Soundtrack for a long car journey?
Kommt darauf an, wohin die Reise geht und aus welchem Grund sie stattfindet. Und wie lang die lange Reise ist. Und wie das Wetter ist. Und ob wer dabei ist. Und wer genau. Und. Und. Und. Unpräzise Frage, unpräzise Antwort. So kann’s gehen.

Gesehen? Überall. Fragen kopiert? Bei Irgendwas ist ja immer.

Mittwoch, Februar 18, 2004

Fragen, Antworten

Welcher populären Disney-Figur sahen Sie als Kind ähnlich?
Disney? Keiner. Gezeichnete Figur? Wicki.

Sie sollen wiedergeboren werden. Wer oder was möchten Sie sein?
Eine Kuh im Stall von Hubert Dörmbach in Wingenbach.

Was möchten Sie gerne erfinden?
Einen An-Aus-Schalter für Emotionen.

Warum sollte man Latein lernen?
Um damit angeben zu können.

Welcher Droge sind Sie verfallen?
Nikotin. PC- und Videospiele.

Stellen Sie sich »Hölle« vor.
Done.

Was genießen Sie beim Essen/Trinken?
Gesellschaft.

Welches Tier gefällt Ihnen?
Ausnahmslos alle.

Wem wären Sie lieber nie begegnet?
Der Person, der ich mit Abstand am liebsten begegne.

In welchem Film hätten Sie ein Star sein wollen?
Auf keinen Fall im noch nicht gedrehten »No Sex and the Village«.

Darf man seinen Partner betrügen?
Scheiß Frage, scheiß Zeitpunkt.

Welches Kleidungsstück ziehen Sie am liebsten aus?
BH.

Sie unternehmen eine Zeitreise. Wohin und warum?
An einen Abend zirka zwei Wochen vor Weihnachten 2003. Des Gefühls wegen.

How to Make Anybody Fall in Love with You?
No fucking idea!

Aus der SZ, via n|tropie.

Sonntag, Februar 15, 2004

Wenn einem Sätze wie »Meine Nase ist arschkalt« durch den Kopf gehen, will man sich doch sofort den Mund mit Seife auswaschen, oder? Ach was. Nicht den Mund. Das Hirn. Das mit den verschiedenen Körperteilen fand ich schon immer sehr verwirrend. Vielleicht sollte ich mich jetzt einfach schlafen legen und es wie Dornröschen machen: Durch Pennen an Ruhm, Kerl mit Königreich und die entspannendste Hauptrolle in einem Märchen kommen. Aber ich kenn' mein Glück. Wahrscheinlich taucht nur Prinz Rolle auf, der mein Bett mit seinen Kekskrümeln bekrümeln will. Welch ein absurder Gedanke. Ach du Shrek.

Unumstößliche Gewissheit

Ich bin mir sicher: Manche Songs können nur im Auto bei mindestens 100km/h geschrieben worden sein. Anders lässt sich die Harmonie zwischen Gitarren, Schlagzeug, Gesang und meinem Gasfuß nicht erklären.

Samstag, Februar 14, 2004

Warum...

...ich James Bond nie so recht mochte? Wegen der albern kleinen Frauenpistole.

Gestern Abend

»Seltsam, du klingst genau wie XYZ.«
»Oh mein Gott. Nicht wirklich!?«
»Jetzt schon wieder.«

Muss dringend den Kontakt zu Person XYZ auf ein Mindestmaß reduzieren. Wird ein schwieriges Unterfangen.

Montag, Februar 09, 2004

Nehm'se zwei

Habe mir gerade einen Gurkensalat zusammengeschnetzelt. Und während ich so die arme Gurke in Zerschnetzelabsicht aus dem Kühlschrank hole, denke ich abermals – abermals deswegen, weil ich quasi seitdem schmitzchen.org existiert, denke »He, du musst unbedingt diese Geschichte erzählen«, wenn ich eine Gurke aus dem Kühlschrank hole – dass ich unbedingt diese Geschichte erzählen muss. Die über die Freundin und die Gurke. Und weil der Gurkensalat ohnehin noch ziehen muss, ich die Spülmaschine schon aus- und wieder eingeräumt, den Müll schon runtergetragen und bereits mit Mutter und Schwester telefoniert habe, bringe ich es jetzt endlich hinter mich. Damit das mal vom Tisch ist.
Aaaalso:
Freundin Astrid (neulich schon weiter unten erwähnt) geht in Wuppertal (Stadt, die wo die Schwebebahn hat) einkaufen. Auch Gemüse. Also einkaufen. Dass Wuppertal durchaus eine Metropole ist, die nicht nur eine Schwebebahn hat, sondern auch über Gemüse-Reserven verfügt, die einem mittleren Dritte-Welt-Staat erheblich das Leben erleichtern würden, brauchen wir nicht zu hinterfragen. Und so begab es sich, dass der unverschämte Gemüseknilch zu ihr -- also Astrid, nicht zu Wuppertal -- sagte, als sie eine Gurke bezahlen wollte: »Nehm’se zwei, könn’se eine essen.« Puh, geschafft. Endlich.
Und dabei fällt mir gleich noch ein, dass ich neulich mit Frau Rüb im Büro lautstark darüber diskutiert habe, ob die neue leichte Vibrator-Sommerkollektion ausgiebigstes Shopping rechtfertigen würde. Die Unterhaltung fand natürlich nur deswegen und vor allem lautstark statt, um eventuellen Zuhörern (und bei uns hört immer wer zu) das Zuhören zu versüßen.
Okay, mein Blog hat deutlich weniger Sex als Belle de Jour, aber he, man kann nicht behaupten, dass ich mir keine Mühe geben würde.

Danke!

Ganz und gar unsupi ist es auch, wenn sich das eingebaute Abspielgerät und die nächtliche Verarbeitung des am Tage Erlebten die Hand reichen. Sprich, wenn man schlimmste Albträume hat -- unterlegt mit dem aktuellen Lieblingssong. Da dankt man dem Universum (auch wenn es das blöde Arschloch weiß Gott gerade nicht verdient hat) schon beim Aufstehen auf Knien, dass Träume so schnell in Vergessenheit geraten, gute Lieder aber im Gedächtnis bleiben.

Sonntag, Februar 08, 2004

Mann denke sich hier eine möglichst schlagfertige Überschrift

Freundin Astrid, die sich berufsbedingt durch Mädchen- und Frauenzeitschriften voller Flirt-, Sex-, Beziehungs- und Trennungsratgeber pflügen muss, stieß mich neulich mit der Nase auf einen Artikel in der aktuellen JOY, einer mir bis dahin gänzlich unbekannten Vertreterin der Gattung Hippe Tipps für hippe Frauen, die ihren Mann stehen, aber dabei nicht an Weiblichkeit einbüßen. In Quietschrosa. Oder ist das gar schon Pink? Besagter Artikel jedenfalls befasste sich mit Flirt-Strategien. Weil ich aber während des Telefonats weder mitgeschnitten habe, noch mir eiligst ein paar Notizen in Steno machen konnte (liegt primär daran, dass ich kein Steno beherrsche), müssen wir folglich mit den recht spärlichen, aber dafür um so wertvolleren Teaser-Wegweisern von der Website leben.

Der Erste Schritt ins Glück
Sie denken, die schwerste Hürde sei genommen, weil die ersten Worte gewechselt wurden? Leider nicht ganz – außer Sie sind so schlagfertig wie Comedy-Queen Anke Engelke. Aktuelle Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass wir gerade dann eine Sprachblockade haben, wenn wir auf unser Gegenüber emotional abfahren. Was ziemlich gemein ist, denn gerade jetzt kommt es darauf an, eine spannende Unterhaltung in Gang zu bringen. Aber mit ein paar Tricks umschiffen Sie auch dieses unsichere Gewässer!

Im Falle eines echten Blackouts
Lächeln Sie Ihr Gegenüber an – das wirkt immer sympathisch und souverän. Reden Sie übers Wetter. So banal dies klingt – daraus ergibt sich locker eine Unterhaltung über sportliche Hobbys. Etwa: „Schade, dass wir keinen Schnee haben. Ich wäre am nächsten Wochenende gern Snowboarden gegangen… Ach, Sie fahren überhaupt nicht Ski? Sie sind begeisterter Biker? Super, dann können Sie mir doch sicher sagen, wie ich meinen platten Reifen wieder fit kriege?“

Das zieht immer
Tippen Sie kurz das Thema Auto oder Fußball an – Ihr Mr. Smart wird begeistert die Unterhaltung an sich reißen. Nicken Sie hin und wieder, werfen Sie ab und an eine Frage ein oder geben Sie einen passenden Kommentar, wenn Sie auf dem entsprechenden Gebiet fit sind. Ihr Flirt wird Ihnen zu Füßen liegen!

Kunst und Krempel
Sie müssen kein professioneller Kritiker sein, um auf kulturellem Gebiet etwas Eindruck zu schinden. Bluffen Sie ruhig. Ideal sind Sätze wie: „Ich verstehe nicht, wer sich die unzähligen Musicals ansehen soll, die aus dem Boden gestampft werden! Das einzige, für das ich mich begeistern könnte, ist ,Starlight Express‘. Haben Sie davon gehört? Nein, also dabei geht es um…“ Oder: „Haben Sie auch den letzten Teil von ,Herr der Ringe‘ gesehen? Ich war begeistert. Sie auch?“ Tipp: Schnell und umfassend sind Sie auf dem Laufenden, wenn Sie die JOY-Film-, Platten- und Bücherinfos lesen! Dank der knappen Inhaltsangaben wissen Sie über alles Wichtige Bescheid, um mitreden zu können!

Ein Hauch von Nähe
Nehmen Sie seine Hand, um aus der Handfläche zu lesen. Auch wenn Sie keine Ahnung haben – interpretieren Sie frei ins Blaue: „Mh, interessante Lebenslinie! Sie haben schon viel erlebt, ja? In Sachen Treue erkenne ich da allerdings ein paar Knicke… Aber Ihre Erfolgslinie ist ganz toll…“ Machen Sie zwischendurch kleine Pausen, warten Sie auf seine Reaktionen, auf seine Abwehr, seine Bestätigung – so können Sie spielerisch sehr viel über ihn erfahren!


Da kann der Herr Kaliban gerne noch weitaus mehr als 12.345 Witzchen reißen. Die werden sicher alle stimmen.

Fühlenswert

Dieses ekelhafte Gefühl des Triumphs, wenn man in der dritten Folge von Band of Brothers die rettenden Shermans über den Hügel rumpeln sieht, nachdem die Easy Company einen aussichtslosen Kampf gegen die überlegenen Deutschen gefochten hat, wird ganz schnell ad absurdum geführt, sobald Private Blithe dem von ihm frisch erschossenen Wehrmachtssoldaten das Edelweiß von der Jacke pflückt. Tolle Serie.

Donnerstag, Februar 05, 2004

Die leider total geschminkte Wahrheit

Okay, es muss endlich raus. Ich kann nicht weiter mit dieser Lüge leben. Ich bin gar nicht wegen des Jobs nach Bayern gezogen. Ich bin geflohen. Davor:
bloßweghier

Montag, Februar 02, 2004

[ringring]
Blick auf Telefondisplay: XXX. Blick auf Uhr: 19.35 (oder so). Okay, ist Familie.
Ich: »Hallo?«
Sie: »Hallo Schwesterchen. Stör ich?«
Ich: »Bisschen, was gibt’s?«
Sie: »Wollt nur mal hören.«
Todesschwadron voraus!
Ich: »Ah, ich dachte, es sei was wichtiges.«
Sie: »Nö, wollte mal fragen, ob ihr auch so viel Schnee habt wie wir.«
Todesschwadron schneller da, als angenommen. Mögliche Waffen wie »Woher soll ich wissen, wie viel beschissenen Schnee ihr habt?« oder »Ja, so viel, das just jetzt die Telefonleitungen darunter zusammenbrechen. Tschüss.« werden nicht abgefeuert. Man ist ja nett. Nah am Wahnsinn, aber nett.
Ich: »Mhm, wie viel Schnee habt ihr denn?«
Sie: »Bestimmt 20 Zentimeter.«
Ich: »Hui!«
Sie: »Und bei euch?«
Ich: »Ähnlich, denke ich.«
Notiz an mich selber: Beim nächsten Schnee ’nen Zollstock mitnehmen. 20 Zentimeter – pah, da kann ich über!
Sie: »Kommste denn gut durch?«
Ich: »Ja, kein Problem. Der Winterdienst ist in Bayern ziemlich fit.«
Sie: »Ich habe gestern ’ne ganze Stunde von hier bis Wipperfürth gebraucht.«
Die Nachricht wurde übermittelt. Jetzt ist gut.
Ich: »Oh, das ist lang. Du, Schwesterchen, ich müsste mal weiterarbeiten. Heftende und so.«
Sie: »Okay. Dann bis demnächst. Kannst ja auch mal anrufen.«
Ich: »Ja, mach ich, wenn ich wieder Luft habe. Bis demnächst und schöne Grüße.«
Sie: »Tschöhö.«
[klick]
Verdammt, nicht ein Frag auf dm17.

Großartig ist es auch, wenn Mutter zwei Mal in fünf Tagen anruft und beide Telefonate mit »Hab auch meinen Wagen wieder« beginnt und die Rauswurf-Frage »Und, was macht die Liebe?« lautet. Habe mir fest vorgenommen, beim nächsten Mal was wie »Alles super, Abdul und ich wollen gemeinsam zu seinen Eltern nach Bingöl ziehen« zu sagen.

Schieflage

Gerade erst wieder bemerkt: Wenn ich Bilder von Menschen sehe, die aus tieferer künstlerischer Absicht oder auch nur aus Schusseligkeit schräg fotografiert sind oder die einfach den Kopf zur Seite neigen, neige ich meinen auch. Bei manchen Bildern muss ich sogar eine Hand zur Stütze nehmen, auf dass meine Hirse nicht vor lauter inbrünstiger Mitneigerei vom Hals fällt.
Nun ja, ich dachte, ich sag’s mal.