Wieso ich bei Donnie Darko an einer bestimmten Stelle stets innerlich rumjubele und so ein bisschen auf körpereigene Drogen komme, hat seinen Grund eins weiter unten.
Tears For Fears, exakter
Head Over Heels. Hach, welch Lied. Der Text, der Tähääääxt! Meine erste offizielle Lieblingsband. Damals, Formel 1 schauend, vor dem Fernseher fast versteinert bei
Shout. Da war ich genau zehn und ähnlich wie heute durch Klippen, Wind und dergleichen leicht zu beeindrucken. Irgendwann dann der so genannte
a-ha-Effekt und
TFF waren erst mal abgemeldet, was selbst aus zeitlicher Distanz betrachtet nur als schlechter Witz durchgeht. Ich entschuldige mich bei allen, die es für nötig erachten, dass ich mich bei ihnen dafür entschuldige. Wahrscheinlich bin ich aber die einzige, die es für nötig erachtet. Und meine Scham mir gegenüber ist Entschuldigung genug. Pardon, ich war jung und durch tolle Tollen, hochgekrempelte Ärmel, Schweiß und das Zahnlückenlächeln von Morten Harket etwas abgelenkt. Hat sich aber einige Jahre später wieder gelegt.
1989 erschien dann
The Seeds Of Love und ich dachte für lange Zeit, dass ich nie wieder besseres hören würde. Ich meine, klar,
Standing On The Corner Of The Third World war schon damals indiskutabel, aber der Rest? Der Rähääääst? Für die Stimme von Oleta Adams würde ich übrigens ohne Skrupel kleine Kinder foltern. Naja, zumindest so tun, als würde ich foltern. Auf
The Seeds Of Love trug ich Zeitungen aus, fuhr Rad (Auf
Badman's Song kann man wunderbar strampeln, vor allem zu Beginn bei der Piano-Klimperei, danach verfällt man in einen gemütlichen Takt.), führte den Hund durch den wildesten Sturm Gassi und malte das beste Bild, das ich je malte. Kunstkurs, mit einer 1++ (albern, ja) bedacht.
Tears For Fears sind daran sicherlich nicht ganz unschuldig, weil sie meine Pinsel das machen ließen, was sie tun sollten. Temperafarben auf Leinwand, impressionistisches Supergeklekse eines in Dänemark am Strand gekenterten Schiffes, viel Wind, bisschen Klippen. So schließt sich der Kreis. Nach
Elemental von 1993 die zwei wieder aus den Ohren verloren. Vor einiger Zeit sah ich dann das Video zu
Closest Thing To Heaven. Optisch gleicher Stil wie damals bei den Sachen von
The Seeds Of Love. Hat mich musikalisch aber nicht sonderlich beeindruckt. Im Gegensatz zu
The Seeds of Love, die gerade aus meinem Winamp plätschert.
Nebenbei erwähnt: Das beste Stück, das
Tears For Fears jemals herausbrachten, war die B-Seite von
Shout.
The Big Chair namentlich und somit wohl Namensgeber des eigentlichen Albums, auf dem es aber nicht zu hören war. Völlig schräg. Völlig schräg auch das Stück: kaum Melodie, die dann so ein bisschen im Robin-The-Hooded-Man-Clannad-Stil, ansonsten Schwerterge-
klirre, Pferdegetrappel. Und die Frau, die sagt: »She wants to sit beside you. In your big chair.« (Huch, ginge es nicht um Tears For Fears hier, könnte man nach der Beschreibung was aus der Sparte Manowar erwarten.)
Warum ich das alles erzähle? Damit die Lauser zwei weiter unten in den Kommentaren mal was von Musik lesen, die sich abseitig von Schrammelschrammel-hau-mich-blau-ich-bin-ein-Schlagzeug-und-will-misshandelt-werden bewegt. Und weil ich so gerne erzähle. Und weil TFF es verdient haben.
(B-Seiten von ollen TFF-Singles gibt es übrigens seit 1996 auf einer CD, die da heißt Saturnine, Marshall & Lunatic. Wieso hat diese tolle Band eigentlich einen so beschissenen Namen?)